Manuel M
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Gepostet in Portfolio Roasts

16 jähriger Kompagnon ist offen für Vorschläge!

Hallo allerseits,

fangen wir erstmal mit meiner Person an. Ich bin 16 Jahre alt und beginne im September meine Ausbildung als Finanzbeamter. Mit dem investieren habe ich letztes Jahr im Alter von 15 begonnen und habe seitdem bereits einiges an Erfahrung sammeln dürfen. Ich hatte mich im Vorfeld bereits sehr für den Kapitalmarkt interessiert und hatte daher auch einiges an "Vorwissen", jedoch habe auch ich mich von Gefühlen, fehlender Erfahrung und mangelnder Recherche in die Irre führen lassen.

Mittlerweile habe ich 28 Positionen aufgebaut und eine angemessene Rendite erzielt. Ich werde ab kommendem Monat beginnen einige kleinere Positionen aufzustocken. Ich verfolge eine Dividendenstrategie um dem Freibetrag auszuschöpfen, sobald dies erreicht ist möchte ich meinen Fokus mehr auf Tech setzen. Monatliches Budget zum investieren max. 70€

Danke für Feedback und Anregungen jeglicher Art bereits im Voraus!

LG
Manuel

13 Kommentare

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Gelöschtes Konto

Nabend und glückwunsch das du dich schon so früh mit den Finanzmärkten beschäftigst. Was fällt denn unter dein Vorwissen was du dir im Vorfeld angeeignet hast?

Also vorab: das sind mMn viel zu viele Positionen bei diesem monatlichen Sparbetrag. Das dauert Jahre bis du den Sparerpauschbetrag erreicht hast und die meisten Titel in deinem Depot sind jetzt nicht unbedingt die (Dividenden)-Wachstums-Kandidaten. Du darfst in deinem Alter locker einiges mehr an "Risiko" fahren da du noch sehr viel Zeit hast.

Es zählt nicht nur die Dividende oder die Kurswertsteigerung, sondern die Gesamtrendite (engl. total return). Bei deinem derzeitigen Portfolio sieht es so aus als ob du nur nach einer möglichst hohen Dividendenrendite gesucht hast, um möglichst flott den Sparerpauschbetrag zu erreichen.

Da du einen riesen Vorteil auf deiner Seite hast (die Zeit), würde ich ganz klar deinen kompletten Sparbetrag + einen Großteil deines bisherige Portfolio in den Vanguard FTSE All-World DIS ETF ( IE00B3RBWM25 ) anlegen/umschichten.

Da kannst du derzeit locker ~55k reinsparen wenn die Dividendenrendite bei ~2% bleibt. Das wird sicherlich einige Zeit dauern, aber damit hast du eine solide Basis die über Jahrzehnte nicht angefasst werden brauch und ordentlich vom Zinseszins profitieren kann.

Wenn dann mit evtl. kleinen Finanzspritzen wie zum Geburtstag/Weihnachten einen gewissen Betrag zusammen hast, kann dieser in bestehende/weitere US-REITs investiert werden (vorausgesetzt sie sind nicht zu stark überbewertet).

Warum REITs + FTSE All-World? US-REITs und haben zu US-Aktien (die rund 60% im All-World ETF ausmachen) eine geringe Korrelation von 0.55 (CEM Benchmarking 1998-2019) und bieten eine gute Gesamtrendite über lange Zeiträume. Der FTSE All-World ist einfach super easy zu handhaben da du nur dieses eine Finanzprodukt hast und der Fond sich intern selbst um die Allokation/Rebalancing kümmert. Damit hast du die quasi gesamte Welt abgedeckt und kassierst vollkommen ohne großen Aufwand die Marktrendite.

Einzelaktien sind jetzt nicht verkehrt, aber erfordern weitaus mehr Pflege und Wissen als viele meinen. Es ist damit eben nicht gentan nur mal flott ein paar Fundamentals zu checken und dann auf den Kaufen-Button zu klicken 😜

Du hast ja schon den richtigen Weg eingeschlagen - Thema Diversifikation, aber vermutlich durch den starren Fokus auf den Dividendenertrag einen Telekommunikations-Brocken ins Depot geholt. Diversifikation ist wenn sie richtig angewand wird eine tolle Sache und schützt dich in einem gewissen Maße gegen das unsystematische Risiko.

So das erstmal dazu... wenn du was nicht verstehst oder so einfach raus damit 😎

Nebenbei, irgendwie passt dein Schreibstil nicht zu dem eines 16 Jährigen, entweder bist du im Kopf schon sehr viel weiter oder es ist einfach ein Fehler im der Matrix 😂🤷‍♂️

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Manuel M
Autor
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@jan_fehlberg  Naja. Natürlich ergibt sich daraus kein Vorteil aber so kann ich einen Teil meiner Ersparnisse noch anderweitig einsetzen, zurzeit z.B. Führerschein und Konsum. Möchte noch anmerken, dass ich zurzeit nicht viel übrig habe. Außerdem finde es einfach auch psychologisch bemerkenswert wenn man durch die Dividenden seine Sparpläne bezahlen kann. So kann man meines Erachtens den Zinseszinseffekt wortwörtlich spüren/sehen.

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sleepwalker

@manuel_r6 "einen Teil meiner Sparpläne durch Dividenden abdecken" - daraus ergibt sich m. E. aber kein Vorteil für dich: Du bekommst nach dem Ex-Dividenen-Tag die Ausschüttung, der Kurs der Aktie wird abgesenkt und du reinvestierst die Dividende. Das kann man so machen und es gibt ja auch gute Gründe für Dividendenstrategien, aber es ist nicht so vorteilhaft, wie es sich bei dir anhört 😉

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Manuel M
Autor
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Mitglied Erstmals danke für dein Feedback und ja mein junges Alter haben schon viele verwirrt.  Du hast recht, dass ich meinen Fokus sehr auf Dividenden gesetzt habe. Verstehe auch dass man in so einem Alter lieber auf Wachstum setzen sollte, jedoch möchte ich erstmals einen Teil meiner Sparpläne durch Dividenden abdecken da ich zurzeit relativ hohe Ausgaben habe und für den Sommer spare. Werde nun einige Positionen aufstocken und ab Oktober deinen Rat zu Herzen nehmen und zusätzlich einen ETF besparen, da ich dann eine ansehnliche Besoldung erhalte und kaum Fixkosten bedienen muss -> hohe Sparrate. Außerdem wird dann durch VL ein Fond oder ETF bespart. Habe in kürze einen Termin um mich dazu beraten zu lassen.

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Gelöschtes Konto

@manuel_r6 bist du Deutschlands jüngster Beamter oder wie kommst du zu der Besoldung (ach Bundeswehr geht glaube auch mit 17 Jahren)? 😜

Oha da würde ich mich aber mal vernünftig drauf vorbereiten, das hört sich nach einem Verkaufs- ehm "Beratungs"-Gespräch bei einer ganz tollen Bank an wo der Verkäufer eh Berater ganz sicher an deinem persönlichen Wohlstand interessiert ist. 😂

Nochmal zu den Dividenden: die Dividendenrendite ist nur dann attraktiv, wenn sie nachhaltig ist und mit der Zeit gesteigert werden kann. Ansonsten ist das nichts anderes als ob du jemanden Geld gibst was er dir gestückelt über einen längeren Zeitraum auszahlen soll.

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Manuel M
Autor
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MitgliedWerde Finanzbeamter und das Ausbildungsgehalt ca. 1200 brutto finde ich schon recht gut. Dazu kommen noch einige Beihilfen, des weiteren werde ich mich um eine saftige Steuerrückzahlung freuen können. Für manche erscheints vlt wenig aber naja. Außerdem hätte ich eigentlich mit 16 schon die Ausbildung starten können, aber das Schicksal wollte es wohl anders.

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sleepwalker

Mitglied Man hört man ja häufig diese Empfehlung, einen ausschüttenden ETF so lange zu besparen, bis man mit den Ausschüttungen den Sparer-Pauschbetrag ausnutzt. Ist dir eine Modellrechnung oder ein Backtest zu dem Thema bekannt? Mir ist klar, dass man dabei Annahmen treffen müsste: Wann wird die Ausschüttung reinvestiert? Wie hoch sind die Kosten? (Gerade in diesen Punkten bestehen ja die Nachteile des Modells ...)
Um Bequemlichkeit gegen finanziellen Vorteil abwägen zu können, wäre es hilfreich zu wissen, wie groß eigentlich der "vor der Steuer gerettete"  Anteil am Fondsbestand nach einer gewissen Zeit ist, sagen wir nach 10 oder 20 Jahren. Klar könnte ich das auch selbst mal in Excel machen, aber vielleicht gibt es da schon was Seriöses? Danke vorab!

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Michael
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Gelöschtes Konto

@jan_fehlberg hmm also irgendwie kommt mir es so wohl als ob du da ein paar Sachen verwechselt. Es gibt keine pauschale Aussage dazu. Wie schon erwähnt hängt das grob von deiner monatlichen Sparrate und dem Anlagehorizont ab. Dazu kommt dann noch die Dividendenrendite, die Höhe des Sparerpauschbetrags und dem Basiszins der für die Vorabpauschale benötigt wird.

Ich habe hier mal 3 Blogbeiträge die auf diesen Vergleich eingehen:

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Gelöschtes Konto

@jan_fehlberg Kannst du deine Frage noch mal etwas erläutern, irgendwie verstehe ich nicht ganz was genau du jetzt damit meinst? 🤔

Geht es dir um den Vergleich zwischen ausschüttenden & thesaurierenden ETFs, bzw. speziell um den Steuerstundungseffekt?

Die ING bietet bsw. ab 75€ Dividende eine automatische und vorallem kostenlose Wiederanlage an. Ansonsten könnte man die nächste Sparrate um die Nettodividende erhöhen und hätte auch wieder eine kostenlose manuelle Wiederanlage. Allerdings hat die Ausschüttung auch den Vor/Nachteil das sie nicht unbedingt zweckgebunden ist. Ich kann sich auch in ein anderes Finanzprodukt investieren oder einfach konsumieren. 🤷‍♂️

Es kommt unteranderem darauf an wie lange der Anlagehorizont ist (bzgl. Dividendenwachstum) und dem Basiszinsatz der die Vorabpauschale betrifft.
Wenn ich mich recht erinnere hat der Kommer mal ausgerechnet das der Break-Even-Punkt bei einem Basiszinsatz von ~3,8% liegt und es ab da an keinen steuerlichen Vorteil (Steuerstundung) mehr gibt.

Die ganzen Empfehlungen sind auch nur Stand jetzt! Sobald sich am Zinssatz oder der Steuer was ändert, kann es eh schon wieder anders aussehen und das bisherige gilt nicht mehr.

Die oben genannte Zahl von 55k bei 2% Dividende sind auch nur eine Milchmädchenrechnung bzw. Pauschalangabe zum aktuellen Zeitpunkt bei einer Einmalanlage. In der Regel würde man nicht bis zum Sparerpauschbetrag in den Ausschütter investieren sondern schon einige Zeit vorher auf den Thesaurierer umschwenken. Das ist aber alles nicht in Stein gemeißelt und kann sich wie gesagt jederzeit ändern und ist auch von den persönlichen Vorlieben und Anforderungen abhängig.

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sleepwalker

Mitglied Vielen Dank erst mal für die interessanten Hinweise zu Kommer etc.! Sehr hilfreich zum Gesamtverständnis des Themas.
Ich erkläre noch mal meine Frage, denn vielleicht habe ich da auch noch was nicht richtig verstanden. Die Strategie, auf ausschüttende ETFs zu setzen und die Dividenden zu reinvestieren, zielt doch auf Folgendes ab: Die eingezahlten Beiträge sollen erhöht und die Kursgewinne reduziert werden, um in der Entnahmephase auf einen geringeren Anteil Steuern zahlen zu müssen, richtig?
Mich interessiert daran, wie hoch eigentlich der finanzielle Vorteil dieser Strategie am Ende ist (unter der Maßgabe des aktuellen Abgeltungssteuermodells und nicht erhobener Vorabpauschale). Da müsste doch schon mal jemand Modellrechnungen gemacht haben? (Ich habe gerade keinen Nerv, dass selbst zu machen 😜)
Zweite und neue Frage in diesem Kontext: Du bezeichnest das als Steuerstundungseffekt, aber trifft es das? Man stundet dabei ja nichts, sondern setzt den Freibetrag so ein, dass die Steuerlast effektiv reduziert wird.
VG s

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sleepwalker

Super, ganz herzlichen Dank für die Links, nach so etwas hatte ich gesucht!

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Michael
Plus
Beta

@jan_fehlberg Gibts auch hier: ETFs: 4 Steuerstrategien durchgerechnet

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