Julian B.
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Gepostet in Schnack

Die Rezessionsangst geht um

Ich gehe mal davon aus, dass jeder der sich im Moment mit dem Markt beschäftigt mitbekommen hat, dass die Chance einer kommenden Rezession erheblich gestiegen ist. Mich würde interessieren ob und wenn ja wie ihr euch darauf vorbereitet? Cashbestand erhöhen, Notgroschen ausbauen oder vielleicht sogar das Portfolio hedgen? Oder blickt ihr dem Ganzen ganz entspannt entgegen, freut euch sogar auf niedrigere Einstiegskurse oder glaubt immer noch nicht an eine Rezession? Bin mal auf die Meinungen und Strategien hier aus der Community gespannt.

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9 Kommentare

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Gelöschtes Konto

Haha du bist aber früh dran 🙊

Das Thema hatten wir tatsächlich schon letztes Jahr - da hat es so gut wie niemanden interessiert und alle waren auf 'Party hard - to the moon' 😂

Stand heute: Das ist der CBOE VIX Index -  der drückt die erwartete Schwankungsbreite des US-amerikanischen Aktienindex S&P 500 aus. Dieser steckt auch zu 60-70% in jedem MSCI World ETF drin und gibt den Takt an.

An dem Chart kannst du auch gut erkennen wie ab November 2021 die Tiefpunkte höher liegen als die vorherigen Tiefpunkte. Das ist für mich ein Zeichen eines Aufwärtstrends. Jetzt ist das aber in dem Sinne nichts gutes wenn dieser Index steigt, denn damit steigt auch die Unsicherheit und Informationen werden alles andere als effizent bewertet. Nun herrscht die Angst und das Spiel der (Markt-)Psychologie übernimmt die Zügel.

Na und was denkst du wo wir stehen?

Zu deiner eigentlichen Frage:
Da gibt es ja ganz viele und unterschiedliche Möglichkeiten die je nach Wissen des Investors und Portfolios stimmen müssen.

Für die meisten ETF B&H Anleger würde sich jetzt wahrscheinlich eine Art Sicherungsgeschäft in Form von inversen ETFs anbieten.

Bsw. der Xtrackers S&P 500 2x Inverse Daily Swap UCITS ( LU0411078636 ). Hier braucht man sich nicht von der TER abschrecken lassen, denn das wird man sowieso nicht über Jahre halten.

Man hat 1000€ in einem S&P 500 ETF oder MSCI World und kauft dazu diesen Short ETF. Bei einem x2 Hebel benötigt man also 500€ Kapital um einen Verlust von 5% im S&P500/MSCI World auszugleichen. Wem das zuviel Kapital ist kann mit entsprechend weniger Einsatz den Drawdown auch nur abfedern.

Das größte Probleme wird für viele aber der Ein & Ausstieg sein. Wenn man es ganz einfach halten will orientiert man sich hier an den gleitenden Mittelwerten der Indizes. Hier zu einige Beispiele bei Lynx.

Um solche Aktion aber mehr oder weniger spontan zu tätigen benötigt man immer etwas 'dry powder' was als ganz grobe Daumenregel bei 5-10% des gesamten Portfoliowertes liegen sollte. Das ist aber auch individuell von der jeweiligen Strategie die gefahren wird.

Ich persönlich baue mein Cashbestand derzeit weiter aus und fahre zwischendrin einzelne inverse Muster großer Indizes.

Alternativ oder additiv kann man sich im antizyklischen-Investieren probieren. Hier hätte man spätestens letztes Jahr schon Energie und Rohstoff-Unternehmen eingekauft. Gold/-Minen kann man aber immer noch kaufen.

Da die Lawine nun schon in Fahrt gekommen ist, wird es schwierig sich hier korrekt aufzustellen. In der Vergangenheit haben einzelne Unternehmen aus den Sektoren: Utility, Consumer Staples und Healthcare den Markt in Zeiten einer Rezessionen outperformt.

Daneben sind Qualitätsunternehmen mit breitem Graben und wenig bis keinem Kredithebel relativ sicher aufgestellt (vorrausgesetzt sie haben schon einige Federn gelassen). REITs und BDCs (nur highquality) dürften sich auch in dem jeweiligen Contrarian-Stock-Picker Depot wiederfinden.

Wenn man auf das alles aber keine Lust hat dann deinstalliert man seine Broker-App und guckt die nächsten Jahre besser nicht mehr in sein Depot.

Die richtige Party kommt erst noch und wenn der Markt diesmal richtig bereinigt wird, werden wir bei Kursen vom Corona-Tief nochmals minus 10-15% landen. Allein das simple P/E-Ratio vom S&P 500 liegt immernoch bei ~20!!! Wir müssen aber zurück zum Mean von ~16! Da ist also noch einiges Luft nach unten...

Soviel dazu 😜

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Julian B.
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@patrick_c2ce33  Das forward KGV im S&P 500 liegt im Moment bei ca 16 also nahe dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Allerdings sind die Margen der US Unternehmen auf Rekordhochs was nicht so bleiben dürfte (Energiepreise, Währungseffekte, länger anhaltende Inflation treibt Inputpreise, Lieferkettenproblematik hartnäckiger als gedacht usw ). Geht man davon aus, dass die Gewinnschätzungen sinken müssen also auch die Kurse nochmal runterkommen damit das forward KGV bei 16 bleibt. Ich habe gehört und/oder gelesen, dass die Gewinnschätzungen für die nächsten 12 Monaten um ca 20% zu hoch sein könnten also muss es dann mindestens noch 20% nach unten gehen. Da der Markt normalerweise ja in beide Richtungen übertreibt hab ich da nochmal 10% draufgeschlagen und bin so auf 30% gekommen. Ist also alles andere als verlässlich sondern nur meine Schätzung.

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Julian B.
Autor
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@patrick_c2ce33  Um die Frage zu beantworten ich denke wir befinden uns im Marketcycle irgendwo zwischen Anxiety und Denial. Was würdest du denn sagen? Ich stimme dir übrigens auch zu, dass noch einiges an Luft nach unten vorhanden ist. Meine Schätzung wäre es geht nochmal ca 30% runter. Für mich (21, Student und erst seit ca 18 Monaten an der Börse) wären noch 2 oder 3 Jahre fallende bzw. niedrige Kurse ja eh das Beste was mir für den langfristigen Vermögensaufbau passieren könnte.

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Gelöschtes Konto

@julian.bollinger2911 naja der Vix liegt bei ~30 Punkten, also sind wir noch nicht bei 'Capitulation' angekommen. Vermutlich iwo zwischen 'Aniexty & Panic' 🤪

Du bietest 30% das heißt im S&P 500 ~2660 Kursstand. Ich biete mehr und erhöhe auf 51% - dann liegen wir so bei ~1850. 😎

Wie kommst du denn auf deine Schätzung?

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Ronny Werner
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@patrick_c2ce33  Ich bin über mein eigenes Verhalten verwirrt, da ich noch sehr entspannt bin. Ohmmmmmm.

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N.M.
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Darauf jetzt zu reagieren ist zu spät. Ich sehe es gelassen und Spare weiter. Bis zum Ende des Jahres etwas mehr und dann wie gehabt. Einfach aussitzen.

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Das_Lama
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Habe zwar den Eindruck, dass ich in der Community einer der wenigen bin, der nicht all in Aktien ist, aber ich habe in den letzten paar Monaten bewusst zwei Staatsanleihen mit ins Portfolio genommen. Über die Renditeerwartung brauchen wir angesichts der Inflation nicht groß zu reden, aber 
a) reduziert es die Schwankungen und
b) sofern der eine oder andere meiner Einzelwerte in Not kommt und die Dividende kürzt oder streicht, entsteht so zumindest ein bisschen positiver Cashflow.
Ansonsten laufen die beiden Sparpläne stur weiter und bei den Werten auf meiner Watchlist schiele ich auf gute Einstiegskurse. Dass ich noch den einen oder anderen Wert oder Index shorte möchte ich nicht ausschließen, habe aber aktuell keine Shortposition in irgendwas.

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Gelöschtes Konto

@das_lama was für Laufzeiten haben denn die Anleihen? Da wirst du je nach Duration ggf. auch noch mit weiterem Drawdown rechnen können.

Ich hab mich daher für eine andere Spielerei entschieden: Lyxor FED Funds Effective Rate (LU2090062352). Da kann ich an den Repo-Geschäften der US-Banken partizipieren. Das beinhaltet den  Zinsanstieg, sowie die Bilanzstraffung und habe ebenfalls eine sehr geringe Schwankungsbreite.

Daneben halte ich noch Gold-ETCs und Goldminen, da diese immer noch ein Thema sind welche die nächsten Jahre noch ein ordentliches Upside-Potenzial bieten.

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Das_Lama
Plus

@patrick_c2ce33 den Drawdown erwarte ich sozusagen minütlich bei dieser hier: US912810RJ97, da "zu lange" Laufzeit.
Deutlich optimistischer bin ich bei dieser: AU3TB0000150
Die dürfte zwar auch noch nachlassen, aber nach meiner Einschätzung in überschaubarem Ausmaß. Würde ob der australischen Bonität bei fallender Notierung ggf. sogar nachlegen, aber dann eher als gefühlter Festgeldersetz denn als Bestandteil des Wertpapierportfolios. 
Gold und andere Rohstoffe habe ich ja schon über Arero abgedeckt und halte sie daher nicht separat.
Ein jeder versagt im Rahmen seiner Möglichkeiten 😉

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