Leo W

Gepostet in Schnack

Depot-Umzug

Hi Zusammen, 
Ich würde mich mal über Expertise freuen.
Ich habe mein Depot aktuell noch bei meiner "normalen" Bank (Hypo). Allerdings habe ich den Eindruck dort unverhältnismäßig viel für die Depotführung etc. zu bezahlen. Ist der Umzug von meinem Depot zu einem Online-Broker (Traderepublic o.ä.) ohne weiteres möglich und lohnenswert? Und ist mein Geld dort genauso sicher? Bisher fand ich den Gedanken, dass das von einem Startup verwaltet wird etwas beängstigend. Bei der Hypo gehe ich davon aus, dass die nicht einfach Pleite gehen können... Und ja ich weiß Einlagensicherung, aber klappt das tatsächlich?! Wäre dankbar für Meinungen und Erfahrungsberichte. Vielen Dank :)

10 Kommentare

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Sven
Plus

Sicher ist es, wie bereits gesagt, genau so. Du kannst bei Neobrokern halt oft nicht alles machen, was bei anderen geht. Die günstigen Kosten bezahlst Du häufig mit z. B.

  • Keine Gemeinschafts-/Juniordepots
  • Keine Beleihung/Kredit/Dispo
  • Wenige (manchmal sehr wenige) Handelsplätze - häufig auch kein Ausland (kann schon interessant sein - Schweiz z. B.)
  • Eingeschränkteres Produktangebot

u.v.m.

Es gibt ja noch ein Zwischending - nämlich Online- aber nicht Neo, die können deutlich mehr, sind günstiger als die Hausbank, aber teurer als die Neos - sie sind in der Regel auch ihre eigene Bank und lagern das nicht auf einen Dritten aus. Die größten hierbei sind z. B.:

DKB
Comdicekt
Consors
ING
Flatex

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Johnny
Beta

Als jahrelanger Leidgeplagter (ich war früher bei einer Bank wo ich wie ein Idiot monatlich gemolken wurde) kann ich dir nur DRINGENDST EMPFEHLEN den Schritt zu gehen.

In Deutschland gelten meines Wissens 100.000 Euro Einlagensicherungen für jede hier ansässige Bank. Aktien gehören - wie schon gesagt - dir.

Abgesehen von Kosten und versteckten Kosten (weil ja die armen Banken zu blöd sind auf das Thema Onlinebanking und digitale Welt zu reagieren) eröffnet sich dir eine neue Welt der Anlagemöglichkeiten zu sehr sehr geringen bzw. überschaubaren Kosten bzw. teilweise auch Null Kosten.

Ich bin was Depot angeht bei eBase (fast 8.000 Fonds zur Auswahl), bei Trade Republic | Solaris Bank (was ich aber verlassen werde, weil mehr für Trader statt langfristige Anleger, kein CSV Export etc. und Finanzen.net Zero | Baader Bank (was ich sehr sehr gut finde). Letztere für meine Aktien. Bei FnZ sind Käufe ab 500 Euro kostenlos.

Meine Hausbank ist jetzt die OLB Bank. eBase war da schon am Laufen. TR und FnZ sind dann zusätzlich auf meinem Mist gewachsen. Bereut habe ich diesen Schritt nicht; ich ärgere mich nur, dass ich das nicht schon viel früher gemacht habe... 😠

Was dir klar sein muss: Du bist dann natürlich sofort Verwalter deines Geldes, du hast keine Beratung mehr (auf die ich persönlich verzichten kann, weil ich meistens mehr wusste als die Beraterin bzw. diese nur auf ihre Provision aus war). Natürlich bekommst du weiterhin sehr viel Beratung umsonst im Netz, nur musst du dann für dich abwägen was gut und richtig für dich ist. 
Wenn der 19jährige Kryptojünger die sagt, dass Bitcoin in 2 Jahren bei 4.373.387 Euro steht musst du für dich entscheiden wieviel Risiko dir das Wert ist und ob die Information verlässlich ist. 🤔

Hier im Forum bekommst du auf jeden Fall gute und m.E. auch verlässliche Informationen und Hinweise zu Aktien und Fonds, aber letzten Ende ist das dein Geld und du musst für dich entscheiden was du machen willst. Bei einer Bank hat dich der/die Berater/in noch geschubst bw. dringendst empfohlen was zu machen oder sein zu lassen, das hast du dann nicht mehr. Aber jeder Mensch wäscht mit seinen Herausforderungen. Also JUST DO IT 😎

Wenn du weitere Fragen hast, frag ruhig 🙂

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Leo W
Autor

@johnny_569b61  Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort! Hab mein Depot bisher auch ohne Beratung geführt, das macht also keinen Unterschied. Dann werde ich den Schritt auf jeden Fall gehen! Danke :)

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Johnny
Beta

@leonhard_woerner gerne doch. Umso besser wenn du schon dein eigener Berater bist, dann steht dir wirklich nichts mehr im Weg.

Noch was: Bei meinem Bankwechsel gab es die Option "Alle Buchungen automatisch übernehmen und Parteien informieren" - damit hat die neue Bank alle Abbuchungen der letzten 3 Monate über den Bank- und Kontowechsel informiert. Das hat wirklich sehr gut funktioniert. Ich glaube mich zu erinnern, dass es nur bei einer Buchung kurz zu Schwierigkeiten kam, die aber recht schnell und zuverlässig behoben wurden.

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Björn Beier
Team
Mod
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Klar klappt das :-)
Deine Aktien sind bei Trade Republic genau so sicher wie bei der Hypo. Die verwahren die Aktien sowieso an der gleichen Stelle (Clearstream GmbH).

Bei Aktien gilt gar keine Einlagensicherung, das ist immer dein Eigentum. D.h. dass das bei einer Bank gar nicht in die Insolvenzmasse eingehen würde und du deine Aktien dann einfach an einen anderen Broker übertragen kannst.

Überträge sind üblicherweise problemlos möglich. Und je nach denen Gebühren den du zahlst lohnt es sich auch.

Die meisten die ich kenne sind bei der ING als Bank (ich auch) und nutzen die Broker der ING und von Trade Republic, je nachdem was der Anspruch ist 🙂

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Björn Beier
Team
Mod
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@leonhard_woerner ING ist meine "Hausbank" - bei Scalable Capital kann ich keine Girokonten usw. führen. Habe also meine Konten bei der ING und dort auch ein Depot, Sparpläne auf ETFs sind dort auch kostenfrei.

Für Aktienhandel mit kleineren Beiträgen würde sich Scalable Capital oder Traderepublic besser eignen, da die ING auch Handelsgebühren von 4.90€ + 0,25% vom Kurs pro Transaktion hat. Aber für Sparpläne bei ETFs super. 🙂

Musst du ein bisschen davon abhängig machen was du handeln willst 🙂

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Leo W
Autor

@bjoern Danke erstmal für die Antwort! Kannst du mir sagen warum du dich für die ING und nicht z.B. Scalable Capital entschieden hast?

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Parqet Nutzer
Plus

Würde es sich eigentlich lohnen Aktien zum Beispiel bei Scalable oder Trade Republik zu kaufen (wegen der sehr geringen Gebühr), und die Aktien die man eh sehr langfristig halten möchte auf ein "Hauptdepot" bei z.B. Consors zu übertragen. Denn dort ist der Handel ja doch um einiges teurer?

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Johnny
Beta

@andheu wenn würde ich die Langfrist Aktien bei Finanzen.net Zero kaufen, weil ab 500 Euro kostenlos. 🤑

Sinn oder Unsinn - ich fühle mich bei FnZ derzeit am wohlsten, aber das hängt vom eigenen Verhalten ab.

Beachte, dass der Depotübertrag

  • mehrere Wochen dauert (selbst von Neobroker zu Neobroker, wie ich gerade feststelle 😫)
  • sämtliche Übersichten über Kaufpreis & Co. verloren gehen - in deinem Hauptdepot siehst du dann als Kaufpreis den Tag wo deine Aktien reingeschneit sind (den exakten Wert siehst du erst bei einem Verkauf wieder also musst du dir das in einer eigenen Exceltabelle alles notieren)

Aber anders gefragt: Was soll dir das bringen? 🤔

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Jan
Plus
Beta

@andheu Genau damit habe ich auch mal angefangen, da mir die Gebühren bei Consors zu hoch waren. Ich habe daher ein weiteres Depot bei DAB Smartbroker eröffnet und mein Gedanke war, immer zwischen den Depots hin- und her zu übertragen.

Mit der Zeit habe ich damit aufgehört, Positionen von der DAB „zurück“ zu Consors zu übertragen. Der Grund war einfach, dass der Vorgang eines Depotübertrags unfassbar nervig ist und letztlich auch wenig Sinn ergibt. Es war früher einfach so, dass Consors gefühlt mein „Hauptdepot“ war. Das verschiebt sich jetzt mit der Zeit immer mehr. Das Depot bei Consors wird immer kleiner und das Depot bei der DAB immer größer.

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