Gepostet in Portfolio Roasts
ARERO, ETF, Anleihen, Einzelaktien
Liebe Community,
nachdem ich mich in den vergangenen Monaten fleißig an der Besprechung anderer Portfolios beteiligt habe, möchte ich nun gerne Eure Meinung zu meinem Depot erfragen. Zu meiner Story: Ich habe mich nie mit Geldanlage beschäftigt. Im Herbst 2019 haben meine (Ex-)Freundin und ich im Rahmen unserer Trennung unsere Eigentumswohnung verkauft. Nach Tilgung der Restschuld etc. blieben mir zusätzlich zum klassisch Ersparten etwa 40k übrig, mit denen ich eigentlich gar nichts vorhatte. Mein Bruder hat daraufhin meine Dummheit verflucht und mir zu Weihnachten 2019 den „Finanzwesir“ geschenkt. Nach der Lektüre dieses und einiger weiterer Bücher habe ich dann also 2020 mit dem Investieren angefangen. In der Historie der Aktivitäten könnt ihr bei Interesse gerne die klassischen Hin-und-her-Fehler einsehen.
Zu mir: ich stehe kurz vor meinem 40. Geburtstag. Wenn es einigermaßen läuft wie geplant, möchte ich mit 60, also in 20 Jahren, mit dem Entsparen beginnen. Dabei reicht es mir, wenn ich den Betrag, den ich derzeit monatlich anlege, kaufkraftbereinigt wieder entnehmen kann. Ziel ist also „lediglich“, die Inflation zu schlagen. Frau und Kinder sind nicht in Sicht, sodass ein Vererben keine Rolle spielt.
Derzeit investiere ich über 2 Sparpläne in den ARERO – nachhaltig und einen MSCI ACWI SRI jeweils 350, also insgesamt 700 Euro pro Monat. Hinzu kommen einige Einzelaktien, da ich die Finger nicht davon lassen kann. Weiterhin investiere ich auch in Anleihen, da Diversifikation meines Erachtens erst beginnt, wenn man über die Assetklasse Aktien hinausgeht. Zielgewicht für die Anleihen sind etwa 20 Prozent. Ich finde es gut, über ARERO auch in Rohstoffe zu investieren, habe dabei aber keine Zielgewichtung. Läuft einfach mit.
Das Hauptdepot liegt bei der DKB, der Sparplan fürs Patenkind bei der ING.
Aktuelle Ideen sind
- Verkauf DWS und Schroders, dafür Kauf Blackrock
- Kauf von Procter & Gamble sowie Johnson & Johnson, um weitere Branchen abzudecken (dafür würde ich mich evtl. von Talanx und NN Group trennen, da ich derzeit stark in Versicherern und Versorgern investiert bin. Allerdings würde ich damit ausgerechnet die gut laufenden Titel abstoßen)
Angesichts meiner unterirdischen Performance stellt sich mir allerdings die Frage, ob ich nicht als rein passiver Investor deutlich besser dran wäre.
Ich freue mich auf Eure Meinungen.
https://app.parqet.com/p/604dc7e33262ce002f5a9873
Ich finde dein Portfolio tatsächlich gut und ich glaube es passt auch sehr gut zu dir, so wie du es beschreibst. Über die Performance würde ich mir keine Sorgen machen. Wirklich nicht! Auch dass du die "Finger nicht von Einzelaktien lassen kannst" ... toll. Es macht dir Spaß, also tue es. Rendite hin oder her.
Dein ganzes Portfolio schreit für mich nach "Dont lose money". (Klappt gut ;) )
Ich denke das ist eine gute Regel und auch so gewollt.
Wenn ich überhaupt einen Rat hätte:
Überdrehe es nicht und fang nicht an zu viele Dopplungen und Co einzubauen. Ich kenne das selber. Man sieht und hört ständig von neuen Aktien, ETFs, Produkten Branchen. Ständig hat man neues im Kopf und denkt "das fehlt mir noch"
Mir selber hilft es irgendwie, dass ich mir selbst einen "virtuellen Deckel" von 50 Positionen die ich maximal im Depot haben will gebe. Das heißt, irgendwann, wenn ich mal an die Grenze komme MUSS ich wenn ich etwas neues hinnehmen will, dann eine andere Position dafür auflösen.
Das hilft mir schon heute mein Depot nicht zuzumüllen.
@danielgebauergmail.com Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, das Portfolio durchzuschauen. Eine gewisse Risikoaversion will ich nicht verhehlen, da hast Du Recht. Dass das Portfolio das förmlich hinausschreit hätte ich nicht gedacht, ist aber gut zu wissen 😀
Der virtuelle Deckel ist ein guter Hinweis. Hatte auch schon eine Zahl im Kopf, die ich nicht übersteigen möchte. Dann kommt aber wieder der Gegengedanke, nicht zu viel auch ein Pferd zu setzen und so ist der Deckel bisher ein ziemlich fließendes Konzept. Interessant, dass Du Deinen Deckel hart einhältst.
Und noch ergänzend zu den Einzelaktien: ja, macht Spaß. Ich muss noch das richtige Mittelmaß zwischen Spaß einerseits und nicht verrückt machen andererseits finden. Aber das wird.
Danke Dir nochmals, beste Grüße.