wickie
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Gepostet in Schnack

Aktie ist mein Eigentum. Und ETFs?

So wie ich das verstanden habe, wenn ich eine Aktie kaufe, gehört ja sowohl die Aktie als auch ein Teil der Firma mir. Sprich: wenn ich eine Eigentumsaktie von Coca-Cola kaufe, kann ich so lange ich die besitze behaupten, dass dort die eine Fliese mir gehört.

Wie verält sich das aber bei ETFs? Da ich ja keine Aktie direkt gekauft habe, besitze ich sicher auch keine Firmenanteile, oder? Wäre schön, wenn mir das nocheinmal jemnd genauer erklären könnte. 😁

Mfg wickie

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9 Kommentare

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Das Interessante ist, dass der ETF Anbieter, der ja die Aktien tatsächlich besitzt, wenn er genügend Aktien auf sich vereinigt hat, deren Käufe er mit den Geldern der ETF-Käufer getätigt hat, ohne eigenes Kapital einzusetzen, ein Mitspracherecht in den Firmen erwirbt. Für dieses Mitspracherecht ist es nicht erforderlich, dass er die Mehrheit am Aktienkapital besitzt.

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Das_Lama
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So weit ich weiß richtig. Der Umstand, dass ETF-Anteile Sondervermögen sind, ändert nichts an den Eigentumsverhältnissen; es handelt sich um einen Fonds.
Du gibt den Blackrocks, Vanguards, DWSes, Fidelitys etc. dein Geld und sagst "mach mal", wie bei einem klassischen Fonds. Der Unterschied ist lediglich, dass dir die Gesellschaft bei einem börsengehandelten Fonds vorher SAGT, wie sie investieren wird, nämlich regelbasiert.
Gehören tun dir aber nur die Fondsanteile, nicht die (Anteile) der enthaltenen Wertpapiere.
So zumindest mein Verständnis - ich lasse mich gerne überzeugen, falls ich falsch liege.

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Parqet Nutzer

@das_lama "Gehören tun dir aber nur die Fondsanteile.." Falsch, dir gehört der Gegenwert der enthaltenen Wertpapiere, denn dieser ist identisch mit dem Fondswert. Das heißt dir Gehören im Prinzip die Aktien, aber du kannst sie dir aus technischen Gründen lediglich in geldform ausgeben lassen. Würde der Fond aufgelöst könntest du dir vorausgesetzt du könntest die Zeit einfrieren und ohne Gebühren und ohne Spread traden die Aktien direkt zu dem Preis wieder einkaufen. Das Problem mit der Pfändung und dem Sondervermögen welches davor geschützt ist betriff im Übrigen meines Wissens nach auch Verwahrstellen wie Clearstream bei Einzelaktien.

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Zodi
Beta

Sofern der ETF physisch repliziert wird, sind die darin enthaltenen Aktien nicht Teil der Insolvenzmasse des ETF-Anbieters (das ist dann sog. Sondervermögen). Das gleiche gilt für die Swaps bei synthetischen ETFs. (Welches Insolvenzrecht gilt in dem Fall mal außen vor gelassen)
Sprich: geht Dein ETF-Anbieter pleite, ist das gesamte Vermögen in den ETFs nicht von der Pleite betroffen sondern kann zu Deinen Gunsten liquidiert/übertragen werden. ETF-Anbieter unterliegen in der EU sehr hohen Anforderungen. Wenn man aber ganz sicher gehen will, kann man auf die großen Anbieter gehen.

Aktien bei einem Broker stehen in Deinem Eigentum und liegen (sofern Du nicht relativ viel Geld für eine Einzelverwahrung bezahlst) in einer Sammelverwahrung bei der Lagerstelle (meistens Clearstream). Das hat eigentlich nichts mit „Sondervermögen“ zu tun, da es von vornherein nicht in die Insolvenzmasse des Brokers fallen kann. Geht der Broker pleite, kann dieser seinen Sammelverwahrbestand auf andere Sammelverwahrbestände bei Clearstream übertragen. Also schon kein Sondervermögen sondern immer Dein Eigentum. Im Falle einer Insolvenz der Clearstream etwas komplizierter aber ein sehr unwahrscheinlicher Fall.

Edit: Lese erst gerade die Frage nach den Firmenanteilen. Die Anteile gehören dem ETF-Anbieter der das Stimmrecht ausübt. Es soll vereinzelt in den USA Fonds geben, die über ein Tool alle Investor*innen des Fonds entsprechend abstimmen lässt und die Stimmabgabe nach diesem Ergebnis richtet. Da gibt es generell derzeit Diskussionen drüber, da die großen Anbieter enorm auf die Märkte einwirken können. Die Fliesen in den Unternehmen gehören dem Unternehmen, das gehört dem ETF-Anbieter.

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Parqet Nutzer

Wenn du eine Aktie kaufst dann gehört dir ein unglaublich winziger Teil der Firma, ja. Aber mit diesem Teil kannst du nichts weiter anfangen, außer dass du Dividenden bekommst und ggf. zu Aktionärsversammlungen eingeladen wirst. Erst wenn man über 50% der Aktien besitzt kann man die Geschicke des Unternehmens verändern. Außerdem bekommst du auch hier die Aktie nicht physisch zu Gesicht, die Aktien lagern in einer Verwahrstelle und es gibt dein Broker lediglich dieser Verwahrstelle bekannt, dass dieser winzige Teil der Firma jetzt dir gehört. Bei ETFs besitzt du diese Aktien ebenfalls, aber in diesem Fall in der Form, dass der Fondsanbieter sie als Zwischenhändler einkauft und dir garantiert. Du kannst sie dir zwar nicht einzeln ausgeben lasse aber du könntest sie auszahlen lassen zum derzeitigen Aktien-Gegenwert. So etwas passiert zum Beispiel wenn ein Fond aufgelöst wird. Jeder beteiligte bekommt den Gegenwert der Gesamtsumme aller Aktien. Es ist also alles Augenwischerei.  Der einzige wirkliche Unterschied ist der, dass du bei ETFs nicht zu Aktionärsversammlungen eingeladen wirst, du würdest ja auch sonst tausende Einladungen bekommen. Einige Fondanbieter nehmen an Aktionärsversammlungen teil und versuchen die Stimme der ETF Besitzer zu vertreten. Wie das genau bei den Jeweiligen Anbieter geregelt ist bringst du am besten bei deinem Anbieter in Erfahrung

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user_53a6a9
Plus

Als Aktienbesitzer hast du häufig Stimmrechte, die du als ETF-Besitzer einfach nicht hast.

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Parqet Nutzer

@user_53a6a9  Naja..  rein theoretisch. In der Praxis dürfte das für die meisten Anleger hier keine Bedeutung haben. Die winzigen Prozente die man besitzt haben keinen Einfluss, irgendwas zu verändern und sollte das Unternehmen übernommen oder privatisiert werden so wird man mittels eines "Squeeze Out" einfach seiner Aktien entledigt.

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wickie
Autor
Investor
Terminal
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Ah ja, vielen dank für die nochmalige aufklärung. Ich hoffe mal, dass ich es mir jetzt mal merken kann. 😂

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wickie
Autor
Investor
Terminal
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Vielen dank nochmal an alle die mir geantwortet haben. Es ging ja nur um ein Theoretisches Konstrukt, da ein Kollege von mir der Meinung war, mir gehört bei ETFs auch die Firma und der Emittent ist nur jemand der in meinem Namen die Stimmrechte als Vertreter ausübt.

Ich war da schon anderer Meinung, da ich ja nur Anteile am ETF habe und nicht die Aktie selber.

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