Gepostet in Portfolio Roasts
Von Finanzfluss zu boerse.de, Aktienbrief
Ich habe 2019 mit ETF´s begonnen und habe dann mit Einzelaktien gestartet. Bei den Einzelaktien habe ich mich überwiegend an den Aktienbrief gehalten. Der Aktienbrief kostet aber relativ viel (ca 580 €/Jahr). Daher überlege ich die bestehende Aktien zu behalten und diese bei Bedarf nachzukaufen.
Mein Ziel ist es einen guten Ausgleich zwischen einigermaßen Sicher und einer guten Rendite zu schaffen. Dieses Portfolie soll definitiv länger bestehen (Pensionsvorsorge). Also noch ca 30 Jahre.
Ich bin ein ziemlicher Laie was Aktienkauf/verkauf betrifft. Der Aktienbrief finde ich, hat mir da schon sehr geholfen.
Würde mich über eine Rückmeldung eurerseits sehr freuen 🧐
sprich: Wenn Du Dich eher als Laie bei Einzeltiteln siehst, wieso dann Einzeltitel auf Empfehlung mit Kosten und nicht ganz einfach nen Welt ETF? 😆
Einige Worte zu dem Boerse.de-Fonds V. Es ist erst einmal gut, dass der Fonds ohne Ausgabeaufschlag rausgeht. Darüber hinaus hat er dir einen großen Dienst erwiesen, weil du dadurch die Freunden des Sparplans gelernt hast. Also war es aus meiner Sicht irgendwie lohnenswert, dass du in ihn investiert hast. Gleichzeitig ist er mit einer TER von 1,80 % alles andere als günstig. D.h. du könntest natürlich überlegen, ob du das Kapital und die Sparplanrate stattdessen in deinen World- oder den HDY-ETF steckst (einer von beiden würde m. E. ohnehin genügen, ein Nebeneinander ist nicht erforderlich. @enrico_wolff hat das ja auch schon als Denkanstoß gegeben.
Ein inhaltsähnlicheres Produkt wäre allerdings eher der VanEck Sustainable World, da er ebenso wie dein derzeitiges Produkt auf eine Gleichgewichtung und nicht auf eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung setzt. https://extraetf.com/de/etf-profile/NL0010408704
Was du meiner Meinung nach bei deinen Einzeltiteln anschauen könntest, ist die jeweilige Quellensteuerregelung. Du hast z.B. französische Werte im Depot, obwohl Frankreich eine recht hohe Quellensteuer erhebt und sich dann mit der Rückerstattung sehr schwer tut. Steuern sollen zwar eigentlich kein Grund sein zu investieren oder nicht zu investieren, aber ich persönlich beziehe das schon ein Stück weit in meine Entscheidung für oder gegen einen Titel ein. Häufig gibt es ja auch Konzerne mit dem gleichen Geschäftsmodell in quellensteuerfreundlicheren Ländern. LVMH kann da sicherlich eine Ausnahme sein, möglicherweise auch Novo Nordisk.
(Ausdrücklich: ich zahle gerne Steuern, weil Steuervermeidung im wahrsten Wortsinne asozial ist. Aber 25 % plus Soli reichen dann auch irgendwie).
Abschließend noch der Hinweis, dass du auch langfristig die Gewichtung der einzelnen Werte im Auge behalten solltest. Sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis der geschätzte @johnny dir dazu ein paar freundliche Hinweise gibt.
Fast vergessen: der Börsenbrief. Wenn du dich damit wohl fühlst, behalt ihn. Aus meiner Sicht gibt es allerdings ausreichend kostenfreie Angebote, bei denen man sich Anregungen holen kann (ohne sie zu empfehlen z.B. die beiden Starterdepots des Aktienfinders oder die bei Echtgeld TV besprochenen Werte). Das ist dann nach meiner Erfahrung ein guter Startpunkt für eigenes Denken & Prüfen der Werte.
Weiter viel Erfolg!
Edit: der VanEck Sustainable World ist natürlich nicht inhaltsähnlich, sondern strukturell ähnlich. Sorry
@das_lama , wieso ist Steuervermeidung "asozial"? 🤔 wenn ich eine US-Aktie habe, und eine gleichwertige Deutsche, dann nehme ich die Deutsche um Quellensteuer zu sparen, finde ich eine gleichwertige Aktie mit steuerfreien Dividende (egal von wo) dann geht diese vor. Steuern sind Kosten, die es zu minimieren gilt. 👍
@mario_watanabe Ja und nein. Nein, doch, oh 😉
Steuern sind neben Abgaben nun einmal DIE Einnahmequelle des Staates, der wiederum wir alle sind. Ich bin schlicht genervt davon, wie viele Menschen das ganze Jahr über beklagen, was der Staat denn bitte alles finanzieren möge (such dir gerne aus, ob es das verlängerte Kurzarbeitergeld, der Straßenbau oder zusätzliche Kita-Plätze sind), die aber dann bei der Steuererklärung noch um einen Kilometer Arbeitsweg und nicht existente Kontoführungsgebühren betrügen, weil sie sich selbst optimieren wollen. Ich spreche mich schlicht dagegen aus, solche Gedanken auf das Verhalten von Privatanlegern abfärben zu lassen. Jeder Steuereuro, den ich nicht zahle, ist einer den entweder der Staat nicht hat oder den du für mich zahlst. Deswegen sehe ich Steuervermeidung als gemeinschaftsschädlich.
Heißt nicht, dass ich nicht auch schauen würde, vorrangig dort zu investerien, wo eine etwaige Quellensteuer voll auf die Kapitalertragssteuer angerechnet wird.
@johnny Nerven würde ich das niemals nennen. Ich weiß ja, dass du mit deinen Ausführungen Recht hast. Oder zumindest gebe ich dir Recht 🙂
@beli er meinte damit, dass ich immer nerve, wenn die Leute zu 99% in Tech sind und alles andere (Finanzen, Nahrung, Handel/Konsum, Maschinenbau, ....) ignorieren.
Besser ist es möglichst in allen großen Bereichen unterwegs zu sein, wenn TECH mal ein schlechtes Quartal hat, dann hat dein Depot auch ein schlechtes Quartal ;-)
@mario_watanabe Nachvollziehbar, aber deswegen nicht richtig. Selbstredend handelt es sich um Umverteilung, in unserem konkreten Fall eine Umverteilung von Anlegenden zu nicht Anlegenden. Das ändert nichts daran, dass ein Sich-Entziehen aus diesem Umverteilungsmechanismus gemeinschaftsschädlich ist. Ich teile bereits deine Grundannahme nicht, wonach Steuern Kosten seien, die es zu minimieren gelte.
Ich bin allerdings zuversichtlich, dass wir es schaffen, beide Meinungen gleichwertig nebeneinander stehen zu lassen.