Zur Konstanz von Dividenden - eine Simulation
Da ich in dem Thema nicht so ganz Laie bin und gerade an einem etwas größeren Projekt sitze, dachte ich, ich zeige euch mal ein interessantes Ergebnis einer Dividendenstrategiesimulation, die man normalerweise so nicht zu sehen bekommt.
Die Kernfrage ist: Wieviele Unternehmen benötige ich im Portfolio um halbwegs konstante Dividendenerträge zu erreichen?
Als Grundgesamtheit dienen alle Unternehmen im S&P 500, die langfristig steigende Dividendenausschüttungen (über 20 Jahre) aufweisen. Das sind insgesamt 147. Ich ziehe nun willkürlich Unternehmen aus diesem Pool und konstruiere Portfolios mit jeweils 15, 25, 50 und 75 Unternehmen und wiederhole das jeweils 200 Mal. Ich schaue mir jeweils an, wie sich die jährlichen Dividendenzahlungen ab 2013 bei einem anfänglichen Investment von 500k entwickeln. Das Ergebnis sieht so aus:
Größe 15
Größe 25
Größe 50:
Größe 75:
Die grauschattierte Fläche ist das 90% Konfidenzintervall. Also innerhalb dieser Fläche liegen 180 von 200 Portfolios. Die schwarze Linie ist der Median - also 50% der Ergebnisse liegen darüber und 50% darunter.
Man sieht, dass die Streuung bei 15 und 25 Unternehmen sehr groß ist. Ein stabiles Dividendenportfolio sollte also um die 50 Titel haben, wenn man dies zur langfristigen Einkommensgenerierung verwenden möchte. Anderenfalls schwanken die Auszahlungen zu sehr. Bei einer Größe von 75 ist die Streuung noch etwas geringer, aber der Verwaltungsaufwand entsprechend hoch. Außerdem muss man mit der niedrigen Grundgesamtheit aufpassen, da sich die Performance angleicht.
Interessantes Ergebnis. Ich denke das Verhalten lässt sich mit dem zentralen Grenzwertsatz der Statistik begründen: Die durschnittliche Dividende von n=15,20… Unternehmen ist ungefähr normalverteilt mit einer Varianz die mit 1/n kleiner wird.
@erik_prume Ja, das ist korrekt. Im Prinzip sind die Ergebnisse eine Bestätigung dafür, dass der ZGS angewendet werden kann. Und wenn ich mich erinnere dann war eine Faustregel, dass dies in etwa bei 40 Datenpunkten ginge.