Kein Nachteil Ausschüttender ETFs der es sein sollte
Hi,
in meinem Kopf dreht aktuell ein Gedankenspiel seine Runden, das mir keine Ruhe lässt und hier evtl logisch nachvollziehbar befriedet werden kann…
Wir alle wissen, dass thesaurierende ETFs anfallende Dividenden sofort reinvestieren und weiterarbeiten lassen. Ausschütter reinvestieren diese ebenso, verkaufen am Stichtag jedoch Anteile, um diese realisieren zu können. Jetzt denke ich mir, ok. Auf Fondsebene würde dies bei einem Kursanstieg zw. Reinvest und Verkauf wieder eine Steuer auslösen. Sollte der Kurs der jeweiligen Unternehmen jedoch sinken, so würden doch mehr Anteile derjenigen veräußert, als per Dividende eingenommen wurden.In beiden Fällen würde das doch eine Underperformance gegenüber der ACC Variante darstellen, bzw. die Benchmark inkrementell nach unten verlassen.
Das passiert jedoch in maximal mikroskopischem Ausmaß und auch im Vergleich zum Thesaurierer ist diese Differenz kaum Existent…
Beispiel der FTSE All World auf 5 Jahre: Dist: 75,62% Rendite, ACC: 75,64%
Kann mir jemand erklären wie das möglich sein kann? ( Den Unterschied bei der persönlichen steuerlichen Thematik lasse ich mal außen vor)
Vielen lieben Dank
LG
Hi Dominik,
ich weiß nicht wie ein Ausschütter das intern handhabt, glaube aber nicht das er die Dividende reinvestiert und dann Anteile zum Ausschüttungstag veräußert um die Ausschüttungen zu finanzieren. Ich würde davon ausgehen das er die Dividenden nicht einzeln auszahlt, sondern sammelt und dann quartals-/halbjahresweise auszahlt.
Wenn du die Ausschüttung nicht reinvestierst, geht dir für jede erhaltene Ausschüttung der Zineszinseffekt verloren. Gleiches gilt für die Steuer die du im Gegensatz zum Fondsanbieter zahlst, denn der wählt seinen Standort in der Regel so, das keine oder möglichst wenig Steuern anfallen.
Ein Ausschüttender ETF kann in fallenden Märkten aber natürlich besser performen, da der ausgeschüttete Teil nicht weiter an Wert verliert.
Laut extraETF hatte auf Sicht der letzten 3 Jahre beispielsweise der ausschüttende All-World besser performed (*):
(*) Wobei die Performanceberechnung vermutlich mit der Bruttodividende berechnet wurde, die reale Performance des Ausschütters also vermutlich etwas schlechter ist.
Viele Grüße
@sinotech Die Handhabung ist wie von Dominik beschrieben korrekt. Dividenden werden auf Fondsebene direkt reinvestiert und zum Ausschüttungstag werden Anteile verkauft. Gab dazu mal ein Video von Finanzfluss oder Finanztip auf YouTube, in dem das erklärt wird.
Der Punkt ist, das es eben mikroskopische Einflüsse sind. Und so wie manche Aktien eher schlechter stehen, stehen andere eben wieder besser, so dass sich das beim Verkauf ausgleicht. Außerdem halten ETFs idR minimale Cashreserven in den verschiedenen Währungen, welche ebenfalls genutzt werden könnten - da bin ich aber unsicher. Denke, das es eher dieser ausgleichende Faktor ist.
Ah, interessant, das war mir nicht klar.
CyroTrix Das denke ich auch, dass es in einer gewissen Weise ausgeglichen werden kann, aber ein noch so mikroskopischer Unterschied muss sich doch im Laufe vieler Jahre mehr bemerkbar machen als 0,0x% oder nicht?
Du kannst es dir in Parqet simulieren in dem du einen Einmalkauf des Ausschütters und anschliessend alle Dividendenzahlungen einträgst. Im Performance-Tab kannst du es dann mit dem thesaurierenden ETF vergleichen.
Für den All-World sieht das dann, wenn die Dividende nicht reinvestiert wird und auch keine Steuern fällig werden, so aus:
gelb: Thesaurierender All-World
schwarz: Ausschüttender All-World inkl. Dividenzahlung (ohne Steuerabzug)
Wie die Daten aus deinem Ursprungspost berechnet wurden (FTSE All World Dist: 75,62% bzw. ACC: 75,64% auf jeweils fünf Jahre) kann ich dir nicht sagen. Vermutlich geht die Berechnung aber davon aus das du keine Steuern zahlst und die Bruttodividende sofort reinvestierst.
Viele Grüße