Einstandspreis bei ING autosync
Wie wir alle wissen, haben wir bei ING leider keine vollständige Historie. Daher legt parqet eine Einbuchung mit dem gleichen Datum und dem gleichen Anteilspreis wie die erste synchronisierte Buchung an.
Da die erste synchronisierte Buchung recht nahe am Tiefpunkt des Coronacrashs liegt, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass der Einstandspreis zu niedrig angesetzt ist.
Ich habe bei steigenden Kursen in den Jahren 2020 und 2021 ein paar Verkäufe zur “Gewinnsicherung” getätigt. Daraus resultieren “realisierte Gewinne” in parqet, die deutlich von dem Gewinn abweichen können, der von der ING ausgewiesen wird. Es gibt also definitiv Bedarf, den Einstandspreis zu korrigieren.
Mein erster Ansatz war nun, aufgrund des beim Verkauf ausgewiesenen Veräußerungsgewinns, den Einstandspreis zu korrigieren:
(Kurswert - Veräußerungsgewinn) / VerkaufteStückzahl = Einstandspreis
Damit entspricht der realisierte Gewinn in parqet wieder dem Wert, der in der Abrechnung der ING ausgewiesen wird.
Nun entspricht der Verkauf allerdings niemals der Anzahl Anteile, die zu Beginn der Historie in parqet vorhanden war. Das bedeutet, dass der geänderte Einstandspreis zwar zu dem Teil passt, der verkauft wurde, aber nicht zu dem im Depot verbleibenden Teil. Das fällt spätestens bei einem zweiten Verkauf auf.
Beispielablauf:
- Einstand ca. 850 Anteile
- mehrere Käufe aus mtl Sparplan, in Summe ca. 350 Anteile
- Verkauf 600 Anteile (realisiert lt parqet: ca. 2360€ / Gewinn lt ING: ca. 1130€)
- mehrere Käufe aus mtl Sparplan, in Summe ca. 90 Anteile
- Verkauf 510 Anteile (realisiert lt parqet: ca. 2870€ / Gewinn lt ING: ca. 2830€)
Nach der Korrektur des Einstandspreises wie oben beschrieben ändert sich natürlich die Differenz beim zweiten Verkauf
- Verkauf 510 Anteile (realisiert lt parqet: ca. 2360€ / Gewinn lt ING: ca. 2830€)
Reiner Zufall, dass die auf 10 gerundete Zahl beim realisierten Gewinn vom zweiten Verkauf nun der Zahl vom ersten Verkauf entspricht.
Ich habe mir nun überlegt, die Einstandsbuchung zu splitten, um zwei verschiedene Einstandspreise hinterlegen zu können. Aufgrund des zweiten Verkaufs könnte ich, wenn auch etwas mühsam, einen passenden Einstandspreis ermitteln. Wenn es aber keine Verkäufe gibt, die die Anteile des Einstands vollständig aufbrauchen, wie soll man dann zu einer korrekten Bewertung der Position kommen? Die Auswirkungen sind durchaus signifikant. Ich habe bisher nur eine Position korrigiert und trotzdem meinen IZF des Gesamtdepots von 9,5% auf 8,1% verschlechtert.
Wie geht ihr damit um?
Wie ich damit umgehe? Das wird dir nicht helfen, aber ich bleibe beim PDF Import. Damit habe ich die komplette Historie und die volle Kontrolle (siehe Realty Income Storno Thread). Zwingt mich auch ein wenig dazu (im positiven Sinne) die PDFs runterzuladen und zu archivieren, für alles zukünftige was ggf. noch kommen mag.