Gelöschtes Konto

Gepostet in Schnack

"Echte" Depotkosten

Guten Abend,

falls das ein altbekanntes und ausdiskutiertes Thema ist entschuldige ich mich schon mal und bin für einen Link dankbar, gefunden habe ich hier noch nichts.

Folgendes: viele Anbieter (insb.) Neobroker werben mit sehr günstigen Gebühren und werden durch Vergleichsportale bestätigt. Soweit so gut, Depotführungsgebühren gibt es tatsächlich dort nicht und Ordergebühren von 0 Euro oder 99 Cent (etc.) sind sehr attraktiv.

Ich habe gestern mal etwas gesammelt und bisher folgende Punkte notiert, die die tatsächlichen Kosten für ein Depot und für einzelne Orders beeinflussen:

  • Währungsumrechnungskurse bzw. Aufschläge auf Umrechnungskurse, insb. bei Dividenden
  • Auswahl von Börsenplätzen und Kurse dort
  • Zeitpunkt der Berechnung von Dividenden
  • Handelszeitpunkt / Ausführung der Sparpläne
  • Spreads
  • Weitere Kosten, im Fall von Scalable z. B. Abschlussvermittlung (einmalig), laufende Kosten (TER), Zuwendungen Ditter

Diese Kosten werden in Vergleichstest überhaupt nicht erwähnt.

Frage: Sind sie wirklich zu vernachlässigen bzw. übertreibe ich da? Durchgerechnet habe ich es noch nicht, aber in einer Kostenaufstellung von Scalable kommt eine Belastung von 0,75 % p.a. (inkl. der TER der Fonds).

Außerdem zu beachten:

  • Dauer, bis Dividenden gutgeschrieben werden
  • Unterstützung bei ausländischer Quellensteuer
  • Fehler der Plattform

18 Kommentare

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Das_Lama
Plus

Stimmt, die von dir aufgeführten Punkte sind grundsätzlich beachtlich. Allerdings sind sie nicht notwendigerweise vom Broker beeinflussbar. Die Währungsumrechnung dürfte vermutlich nicht durch den Broker, sondern durch die Bank erfolgen. Auswahl Börsenplätze/Kurse ja, aber: die kleineren Börsen dürfen nach meiner Kenntnis während der XETRA-Öffnungszeit keine schlechteren Kurse stellen als XETRA selbst. Zeitpunkt der Berechnung von Dividenden ist analog zum Wechselkursrisiko zu sehen. Handelszeitpunkt ja, aber: wenn ein Broker z.B. sagt, Sparpläne werden um 10 Uhr ausgeführt, weiß er ja selbst nicht, ob um 10:01 Uhr der Kurs höher oder niedriger ist. Insofern kann er nicht den “günstigsten” Tageszeitpunkt für dich abpassen, da dieser immer erst im Nachhinein erkennbar ist. Wichtig ist eigentlich nur, dass die Sparplanausführung zu einem marktliquiden Zeitpunkt erfolgt. Spreads ja. Einfaches, klares ja. Sonstige weitere Kosten kann natürlich je nach Fall zutreffend sein.

Insofern mag es sein, dass dich ein Trade bei SC mehr als “nur” die angegebenen 0,99 Euro kostet. Ob du allerdings bei DKB mit 10 Euro pro Trade oder ING mit 4,90 + 0,25 % des Kurswerts besser dastehst…

Insofern würde ich sagen, 1 Euro pro Trade ist ein Schnäppchen. Die von dir angestellten Gedanken wirken sich zwar auf deine Kosten aus, aber das ist alles nüscht im Vergleich zu “klassischen” Gebührenmodellen oder den Direktbanken und wird außerdem deine Performance nicht ansatzweise so stark beeinflussen wie eine solide Wertpapierauswahl.

6
Björn Beier
Team
Mod
+2

Spreads, Handelzeitpunkte und Börsen sind zwischen den Neobrokern und Onlinebanken eher zu vernachlässigen und gleich/ähnlich. Aber es wäre ja ein spannendes Experiment, diese in der Praxis in Form der Sparpläne zu vergleichen. Von außen “sehen” kann man dort jedoch recht wenig und bei einem Einmalkauf wäre der Kauf an der gleichen Börse bei unterschiedlichen Brokern gleich.

Für Dividenden bzw. Währungsumrechnungskurse (USD) hat das ein Blogger (Divantis) schon mal gemacht, hier sind seine Ergebnisse:

Im Blog sind teils “erhebliche” Abweichungen dokumentiert:

https://www.divantis.de/das-ist-der-fairste-broker-fuer-us-dividenden-des-jahres/

Die TER wird vermutlich eher nirgends aufgezählt, da diese je nach Produkt individuell sind.

4
Hermann
Investor

Wer Schweizer Aktien im Depot hat sollte auch die Kosten für die Tax Voucher im Blick haben. Der Voucher wird benötigt, um die einbehaltene Quellensteuer zurückzuholen. Da berechnet flatex z. B. 5,90 Euro, bei der ING kostenlos. Ev. Braucht man für die Quellensteuerrückholung auch eine Erträgnisaufstellung. Auch da fallen ggf. Kosten an.

Für mich gehört zum Depot auch das Cashkonto. Da gibt's bei den einen Zinsen bei den anderen keine. Früher gab es sogar Negativzinsen. Da entstanden übers Jahr auch einige Kosten.

2
Gelöschtes Konto

Danke euch für die Antworten, der Blogbeitrag auf Divantis war tatsächlich mit der Auslöser für den Post. Ich persönlich (wobei ich mich noch nicht wirklich auskenne, ich habe bislang seit zwei Jahren zwei ETF laufen und steige gerade erst etwas in die Materie ein) würde konkret auf den Umrechnungskurs sowie die Gebühren wie Zuwendungen schauen um zu beurteilen, ob mich etwas stört. Ohne es durchgerechnet zu haben glaube ich, soetwas kann sich dann schon summieren.

Ja, könnte ein Luxusproblem sein, aber gerade das optimieren der Rendite macht doch irgendwie Spaß ;-)

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Gelöschtes Konto

Konkrete Beispiele sind z.B. die beiden genannten Punkte aus der Scalable-Abrechnung: Abschlussvermittlung und Zuwendungen Dritter. Meine Kostenübersicht ergab 0,75% p.a. auf den Depotwert (inkl. TER!).
“Versteckt” würde ich nicht sagen, ich möchte keinen Vorwurf erheben. Kann sein, dass jedem außer mir diese Kosten klar sind. Wenn dann sollten die Vergleichsportale auf solche Kosten hinweisen.

Ich habe noch ein Depot bei der ING, da wird nur die TER des Fonds abgezogen, also in dem Fall ca. 0,12%. Das ist schon ein Unterschied.

Jetzt könnte man noch die Umrechnungskurse gegenrechnen, laut Divantis hat die ING im Durchschnitt über ein Jahr höhere Aufschläge als Scalable... Das habe ich (noch?) nicht ausgerechnet ;-)

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zero
Investor

phil_os Doch, korrekt müssen sie natürlich schon sein. Aber sie sind halt nicht darauf ausgelegt, dem Kunden seine Spesen übersichtlich und nachvollziehbar darzustellen, sondern einfach nur einer EU-Richtlinie nach zu kommen, was da drin stehen muss.

Die laufenden Kosten bei einem ETF haben ja z.B. nichts mit dem Broker zu tun. Das mit den Handelsgebühren zu vermischen, liefert dir zwar theoretisch die gesamten Nebenkosten deines Investments. Für den Versuch, nützliche Rückschlüsse auf die Gebühreneffizienz deiner Wahl von ETF und Broker zu ziehen, ist das aber eher kontraproduktiv.

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zero
Investor
  1. Scalable rechnet die TER gar nicht ab, das passiert im Fonds und sie müssen das nur mit rein schreiben. Es könnte sich aber lohnen, dass du zu einem günstigeren ETF wechselst. Mit Scalable hat die Höhe dieser Gebühr nichts zu tun.
  1. Diese "Zuwendungen Dritter" bezahlst du überhaupt nicht. Das müssen sie auch nur mit rein schreiben, obwohl dir das eigentlich egal sein kann, dass Scalable (vereinfacht gesagt) von Fondsanbietern und Handelsplätzen Geld dafür bekommt, dass sie ihre ETFs an dich vermitteln.
  1. Das mit den Umrechnungskursen würde ich vergessen, das scheint bei Scalable kein Thema zu sein. Wechsel einfach nicht zu einer der Banken, die da im Artikel negativ hervorgehoben werden 😉
1
zero
Investor

phil_os Bei was für Produkten hast du denn bei SC für die Abschlussvermittlung extra bezahlen müssen? Ich kenne das eigentlich nur bei den Crypto-ETPs, wo das im Preisverzeichnis als “Spread-Aufschlag” angegeben ist.

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Sönke Neise
Plus

Ja das stimmt, ich hatte das so verstanden, dass Du den Fond TER meintest. Wenn da aber ontop noch etwas kommt, müsste das natürlich auch entsprechend ausgewiesen werden.
Unterm Strich frage ich mich sowieso, wo die Anbieter noch verdienen, ohne das es jemand weiss. Allein der Spread könnte doch schon so sein, dass ein Neobroker über Börsenplatz x pro Trade x Cent zugesprochen bekommt. Niemand würde derartiges bemerken, da man dann zum Beispiel halt 50 Aktien zu 12,48 gekauft hat und nicht zu 12,38.

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Gelöschtes Konto

@soenke_neise Ich habe gerade mal beispielhaft einen Monat aus der divantis-Tabelle rausgesucht, das kann bei Dividenden auch schon mal 1,xx % Rendite ausmachen wenn ich das richtig sehe.

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Sönke Neise
Plus

Hast Du denn mal Beispiele wo man die “Versteckten Kosten” sehen kann? Weil viele Punkte die Du aufführst liegen meiner Meinung gar nicht beim Broker selber. So sind z.B. die Jahreskosten eines ETF. Wobei man natürlich hinterfragen könnte, ob sich ein Neobroker hier einen Aufschlag gönnt?! Denke aber die aufgeführten Jahreskosten sind vom Aufleger des Fonds.

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