Gepostet in Schnack
ETFs vs. Einzelaktien bei Dividenden"strategie"
Guten Abend,
bislang habe ich eher ein typisches “70/30 Weltportfolio” versucht abzubilden, einfach um mal etwas zu tun. Jetzt möchte ich mich tiefer mit dem Thema beschäftigen und mir ein langfristiges Ziel und ein Vorgehen überlegen.
Irgendwie bleibe ich an dem Wunsch hängen, Ausschüttungen haben zu wollen. Bislang habe ich diese auch jedes mal brav wieder angelegt. Zum verkonsumieren sind die eh noch zu gering.
Ich frage mich nur, welche Unterschiede ein ETF zu Einzelaktiien bzgl. der Rendite macht? Mal abgesehen von den offensichtlichen Punkten, wie z. B. Mehraufwand für die Auswahl der Aktien etc. Gibt es bzgl. der harten Rendite Nachteile wenn man einen ETF nimmt? Ich habe mir zwei ETF ausgesucht, die ich kaufen möchte (Warum sich die Mühe der Auswahl machen..), aber rein emotional fühlen sich Einzelaktien “echter” an. Daher suche ich noch rationale Argumente das eine oder das andere zu nehmen..
Anders formuliert: Warum nicht einfach drei Dividenden-ETF aussuchen und möglichst viel Geld reinbuttern und schlafenlegen und dann nahezu monatlich Ausschüttungen bekommen?
Um die Frage am Ende zu beantworten: Grundsätzlich spricht überhaupt nichts dagegen. Wenn man sich “schlafen legen” will ist das auch die bessere Methode. Wenn man sich aber mit der Materie beschäftigen will ist es hingegen evtl. etwas zu langweilig.
Ansonsten erstmal die rein objektive Unterschiede:
ETFs haben laufende Gebühren, Einzelaktien nicht. Bei günstigen ETFs fallen die allerdings kaum ins Gewicht. Derzeit muss zudem auch der Kursanstieg von Aktien-ETFs schon während der Haltezeit teilweise versteuert werden, bei Einzelaktien alles erst beim Verkauf.
Auf der anderen Seite haben ETFs durch die Teilfreistellung auch Steuervorteile, und man hat in der Regel keine Probleme mit der Quellensteuer wie man sie bei Einzelaktien in manchen Ländern hat.
Gerade bei Sparplänen können auch die Brokergebühren unterschiedlich ausfallen.
Jetzt zu den subjektiven Unterschieden:
Dass man mit ETFs in einen breit gestreuten Korb investiert kann man als Vor- aber auch als Nachteil sehen. Man kauft halt wirklich den Index, dadurch fehlt so etwas die Transparenz in welche Unternehmen man investiert ist (kann man zwar einfach nachschauen, vor allem mit Parqet X-Ray, aber ist trotzdem nicht dasselbe). Mit Einzelaktien ist man definitiv “näher dran” und hat mehr Kontrolle, aber natürlich im Umkehrschluss auch mehr Verantwortung.
Bei Einzelaktien sollte man auf jeden Fall gute Nerven mitbringen da die Kursausschläge natürlich sehr viel heftiger sein können als bei einem Index. Kann man aber auch nutzen um Kursgewinne bei überbewerteten Titeln mitzunehmen und woanders zu investieren, bei ETFs vertraut man darauf dass der Markt bzw. Indexanbieter das erledigt. Kann aber natürlich auch nach hinten losgehen.