Gelöschtes Konto

Gepostet in Schnack

ETFs vs. Einzelaktien bei Dividenden"strategie"

Guten Abend,

bislang habe ich eher ein typisches “70/30 Weltportfolio” versucht abzubilden, einfach um mal etwas zu tun. Jetzt möchte ich mich tiefer mit dem Thema beschäftigen und mir ein langfristiges Ziel und ein Vorgehen überlegen.

Irgendwie bleibe ich an dem Wunsch hängen, Ausschüttungen haben zu wollen. Bislang habe ich diese auch jedes mal brav wieder angelegt. Zum verkonsumieren sind die eh noch zu gering.

Ich frage mich nur, welche Unterschiede ein ETF zu Einzelaktiien bzgl. der Rendite macht? Mal abgesehen von den offensichtlichen Punkten, wie z. B. Mehraufwand für die Auswahl der Aktien etc. Gibt es bzgl. der harten Rendite Nachteile wenn man einen ETF nimmt? Ich habe mir zwei ETF ausgesucht, die ich kaufen möchte (Warum sich die Mühe der Auswahl machen..), aber rein emotional fühlen sich Einzelaktien “echter” an. Daher suche ich noch rationale Argumente das eine oder das andere zu nehmen..

Anders formuliert: Warum nicht einfach drei Dividenden-ETF aussuchen und möglichst viel Geld reinbuttern und schlafenlegen und dann nahezu monatlich Ausschüttungen bekommen?

16 Kommentare

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Marius
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Um die Frage am Ende zu beantworten: Grundsätzlich spricht überhaupt nichts dagegen. Wenn man sich “schlafen legen” will ist das auch die bessere Methode. Wenn man sich aber mit der Materie beschäftigen will ist es hingegen evtl. etwas zu langweilig.

Ansonsten erstmal die rein objektive Unterschiede:

ETFs haben laufende Gebühren, Einzelaktien nicht. Bei günstigen ETFs fallen die allerdings kaum ins Gewicht. Derzeit muss zudem auch der Kursanstieg von Aktien-ETFs schon während der Haltezeit teilweise versteuert werden, bei Einzelaktien alles erst beim Verkauf.

Auf der anderen Seite haben ETFs durch die Teilfreistellung auch Steuervorteile, und man hat in der Regel keine Probleme mit der Quellensteuer wie man sie bei Einzelaktien in manchen Ländern hat.

Gerade bei Sparplänen können auch die Brokergebühren unterschiedlich ausfallen.

Jetzt zu den subjektiven Unterschieden:

Dass man mit ETFs in einen breit gestreuten Korb investiert kann man als Vor- aber auch als Nachteil sehen. Man kauft halt wirklich den Index, dadurch fehlt so etwas die Transparenz in welche Unternehmen man investiert ist (kann man zwar einfach nachschauen, vor allem mit Parqet X-Ray, aber ist trotzdem nicht dasselbe). Mit Einzelaktien ist man definitiv “näher dran” und hat mehr Kontrolle, aber natürlich im Umkehrschluss auch mehr Verantwortung.

Bei Einzelaktien sollte man auf jeden Fall gute Nerven mitbringen da die Kursausschläge natürlich sehr viel heftiger sein können als bei einem Index. Kann man aber auch nutzen um Kursgewinne bei überbewerteten Titeln mitzunehmen und woanders zu investieren, bei ETFs vertraut man darauf dass der Markt bzw. Indexanbieter das erledigt. Kann aber natürlich auch nach hinten losgehen.

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Jens
Plus

Vielleicht schreibst du uns mal, welche beiden ETFs du ins Auge gefasst hast?

Ich habe vor etwa 10 Jahren begonnen in Aktien zu investieren. Das ganze war inspiriert durch eine geschenkte Börsenzeitschrift. Mein Fokus lag auf Einzelaktien, ETFs liefen geringfügig und sehr undurchdacht irgendwie mit. Ich habe mich eigentlich erst seit dem vergangenen Jahr etwas genauer mit ETFs beschäftigt.

Du sprichst oben von „harter“ Rendite (was auch immer du mit „hart“ meinst) und Dividenden-ETFs. Ich bekam den Eindruck, dass du den Kursgewinn völlig außer Acht lässt.

Meine persönliche Wahrnehmung ist die, dass Dividenden-ETFs in Summe (Dividende + Kursgewinn) einem Standard MSCI World in der Performance deutlich hinterherhinken.

Es gibt zudem haufenweise schlechte Dividenden-ETFs (was nützen dir 10% Dividende bei 20% Kursverlust?)

Es ist verdammt schwer auf mehrere Jahre mit reinen Aktien einen MSCI World zu schlagen. Mir ist es auf die besagten 10 Jahre nicht gelungen. Ich wäre mit einem MSCI World besser gefahren.

Ein weiterer Vorteil eines MSCI World gegenüber Einzelaktien ist, dass dieser sich viel besser besparen lässt als >100 Einzelaktien.

Ich würde jemanden, der sich frisch auf die Thematik einlassen will immer zu einem MSCI World ETF raten. Die ausschüttende Variante ist für die meisten Anleger besser, da die regelmäßigen Ausschüttungen als Motivationsspritze dienen

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Sven Kohlenberg
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ETF haben “meistens” eine recht geringe Rendite. Mit Einzelaktien kann ich wesentlich höhere generieren. Zudem wurden die Kosten ja schon angesprochen. Auch haben Einzelaktien meist auch ein höheres Wachstum.

Die angebliche Statistiken mögen ja stimmen. Ich sehe das aber wesentlich anders, da ich ausschließlich auf Hochdividendenwerte setze und somit eigentlich “immer” den Index (was auch immer das ist. Vermutlich der MSCI World, mit 7% Rendite p.a.) schlage.
Natürlich widersprechen alle, die die letzten Jahre +15% und mehr gemacht haben. Man muss das aber langfristig sehen. Außerdem kommt es immer auf den Einstiegspreis an.

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Sven Kohlenberg
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@thewolfofhomeoffice Was möchtest du denn sehen? Mein Depot sieht eher scheiße aus, da ich noch ziemliche Altlasten vor mich her trage. Habe 2020 die typischen Anfängerfehler gemacht. habe dann nach und nach umgeschichtet. Ich generiere jetzt mit ca.90k im Depot, in etwa 7k-7,5k Dividenden. Wobei ich sagen muss, das davon auch noch ca. 20k in Mag7 sind. Würde ich die auch noch umschichte, wäre es noch mehr. Ich liege also ca. bei derzeit 8-9% p.a. Dividenden für dieses Jahr.

Laut Parqet sind es “momentan” ca. 10% Kursgewinn zzgl. 6,5% Divis. Das war schon mal besser und stinkt gegen nen MSCI World auch ab. Wenn ich aber langfristig denke, bin ich frohen Mutes, dass es steigerbar ist.

Ich kann also nicht belegen, das es seit x Jahren so läuft, aber nur als Beispiel liefert eine BAT ca. 8% Dividenden und die steigen auch noch. Dazu kommen noch Rückkaufprogramme und die Ausschüttungen können sie sich locker noch die nächsten Jahre leisten. Alles da rein ist natürlich Quatsch, zeigt aber “den Index zu schlagen” nicht wirklich schwer ist.

Die Portfoliomanager, die NICHT schaffen den Index zu schlagen, investieren nicht in HDW. 😉

Das mag aber jeder halte wie er mag. Ich weiß was bei mir passiert und daher bin ich Optimist.

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Gelöschtes Konto

Hui danke für die ganzen Anregungen auf meine zugegeben nicht konkret / gut formulierte Frage. Spontan hab ich den Eindruck es läuft auf das Grundproblem “Wer findet die Stecknadel” hinausläuft ;-) Ich les mir das jetzt alles noch genau durch.

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Sven Kohlenberg
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Laut TTWROR
Ich 127,05%
Vanguard FTSE All World 117,86%
S&P 113,48%
DAX 104,13%
MSCI World 133,42%

Ich würde ja ein Bild anhängen, aber ich bekomme die Qualität nicht hin.

Wie gesagt, wäre die Performance vermutlich “besser”, wenn ich alles Geld in Dividenden hätte.

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Sven Kohlenberg
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@jens_11a37b Sorry, aber ich muss niemanden etwas beweisen. Ich mach, was ich mach. Dein Weg ist eventuell ein andere. Nein, ich haben den MSCI World NICHT geschlagen, was du meinen Zahlen entnehmen kannst. Momentan ist es eh quatsch, solche Momentaufnahmen zu posten. Ich mache “meine” Strategie erst seit knapp 2 Jahren. Dabei sehe ich einfach für jeden eingezahlten Tausender, im Kalender, was dafür rein kommt.
MIR geht es nicht darum “den Markt” zu schlagen, sondern meinen Plan zu erfüllen und einen Cashflow zu generieren. Natürlich lasse ich Gewinne liegen. Ich schrieb aber schon, das ich mich nicht in der Lage sehe, die nächste NVIDIA oder was immer zu finden. Ich weiß aber, wenn ich eine Aktie kaufe, die 12-13% und mehr Dividende zahlt, und man den MSCI mit 7% oder 8% im Schnitt rechnet, ich diesen eben schlage. Wenn diese Dividenden “sicher” sind, sollte dies auch langfristig funktionieren. Klar lief ein MSCI die letzten 3 Jahre super und diese Performance erreiche ich nie. Das ist aber auch nicht mein Plan. Wenn ich noch 40Jahre Zeit hätte, würde ich mir auch nen ETF kaufen, keine Frage. Habe ich aber nicht. In Phasen wie der momentanen laufen meine Dividenden jedenfalls weiter, weswegen ich mir entspannt den Markt anschaue. Eventuell liege ich auch komplett falsch. Das werde ich dann aber irgendwann sehen.

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Sven Kohlenberg
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@thewolfofhomeoffice Ja, du magst Recht haben, aber wir sollten erstmal klären was “Markt schlagen” heißt. Ich sehe es so, dass das Ziel die 7% Durchschnittsrendite des MSCI World ist. Diese “schlage” ich, allein dadurch, dass meine Dividendenwerte alle um 8-9% und höher liegen. Natürlich muss ich mich ausführlich mit meinen Werten befassen und eventuell umschichten, nachkaufen wenn Kurse sinken, wodurch meine BuyIn sinkt und meine Rendite höher wird. Zudem haben meine Werte auch eine Dividendensteigerung und einige Werte haben Rückkaufprogramme, wodurch die Rendite auch weiter steigt.
Es ist für mich eine einfache Rechnung. “Markt schlagen” sind für mich 7% und meine Werte liegen alle darüber.Es ist aber richtig, das für die Allermeisten ein ETF besser ist. Ich sehe aber in meiner Strategie Potenzial und einige andere Anleger machen es ähnlich und haben ähnlichen Erfolg.
Bei der Kritik werden auch, in den meisten Fällen, falsche Dinge in einen Topf geworfen. Da werden ausschüttende ETF mit dem MSCI-thesaurierer verglichen, oder es werden Dividendenwerte mit 1-2% Dividenden zum Vergleich herangezogen. Das ist natürlich irreführen. Ich sehe für jeden Tausender, den ich anlege, im Kalender, wie mein “Ertrag” steigt. Da ich zu doof bin, die nächste NVIDIA, Apple, Tesla u.Ä. zu finden, arbeite ich halt so. Ob das langfristig so geht? Wer weiß. Ich werde es sehen. Bis jetzt bin aber auf einem guten(besseren) Weg und ich habe auch nicht mehr so viel Zeit, als wenn ich z.B. 20 wäre. Das muss man auch alles mit einrechnen. Es kommt also immer auf den Einzelfall an.

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Jens L.
Investor

Ein Argument für einen ETF (z.B. auf einen Marktindex) ist, das man mit kleinen Beträgen bereits breit diversifiziert ist. Einzelwerte, insbesondere bei wenigen Titeln, stellen dagegen ein hohes ‘Klumpenrisiko’ dar.

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Sven Kohlenberg
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@jens_l Gegenargument wäre aber z.B. man investiert in EINEN REIT( z.B. “Realty Income”) hat und hat über tausend verschiedene Bereiche abgedeckt. Ebenso bei CLO’s, BDC’s usw.

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Jens L.
Investor

@sven_kohlenberg Mein Post bezog sich auf die Frage nach dem Unterschied zwischen ETF’s und Einzelaktion. Ich sehe kein Gegenargument. Investiere ich in REITs (Real Estate Investment Trust), wähle ich als risikobewusster Investor einen ETF auf einen diversifizierten regionalen oder globalen Index. Es gibt weitere Finanzprodukte, verwende ich aber nicht.

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Sven Kohlenberg
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@jens_l Mein Post bezog sich auf deine Aussagen zu “breit diversifiziert” und “Klumpenrisiko”, welche eben falsch sind, sofern man die “richtigen” Werte wählt. Ich will aber nicht streiten. Wenn man sich nicht so einarbeiten will, ist ein ETF natürlich viel einfacher. Nur ist die Rendite dann halt geringer. Jeder wie er mag.

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Jens L.
Investor

@sven_kohlenberg Rendite ist für mich neben MDD und Volatilität nur ein Teil der Qualitätsbewertung eines Gesamtportfolios. Ehrlich gesagt, schaue ich beim systematischen und Prognose-sicheren Vermögensaufbau seit Jahren stärker auf MDD und Volatilität. ETF’s sind -und da sind sich Wissenschaft und Anleger weltweit einig- in jeder Hinsicht die genialste Erfindung der Finanzindustrie bisher. Seriöse, weil wissenschaftlich fundierte Gründe gegen Investment’s in ETF’s sind nicht bekannt. Alles andere gehört an den Stammtisch. Mangelnde Bereitschaft zur Einarbeitung ist eine steile These …ohne jemandem nahetreten zu wollen

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Hauschi

Grundsätzlich zahlst du aber auch auf einen ETF weniger Steuen, immern nur 17, irgendwas anstatt 25%

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Sven Kohlenberg
Plus
Beta

18,4% bzw. 18,5%, mit Kirche.

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