Gepostet in Portfolio Roasts
📊 Mein Portfolio – Feedback willkommen
Hallo zusammen,
ich bin 30 Jahre alt, komme aus Österreich und beschäftige mich erst seit August aktiv mit dem Thema Investieren.
Ein großer Teil meines Depots stammt allerdings aus dem Mitarbeiteraktienprogramm der Erste Group, das ich schon länger nutze – die Aktien sind gebunden und kommen jährlich dazu, was den hohen Anteil erklärt.
Seit dem Sommer habe ich angefangen, mein Depot bewusst breiter aufzustellen und eigene ETF-Käufe zu tätigen, um langfristig Vermögen aufzubauen und nicht nur vom MA-Programm abhängig zu sein.
🔍 Kurz zu meiner Strategie
- Langfristiger Vermögensaufbau (Buy & Hold)
- Fokus auf eine solide Basis mit globalen ETFs
- Einige kleine Satelliten-Positionen zu Themen, die mich interessieren (zum ausprobieren bzw. Erfahrung sammeln)
- Kein kurzfristiges Trading – ich will das Ganze langfristig lernen und wachsen
Ich bin noch relativ neu in der Materie und würde mich über ehrliches Feedback zu meiner aktuellen Aufstellung freuen:
Was fällt euch auf? Was würdet ihr vielleicht anders machen – oder genau so lassen?
Link: https://app.parqet.com/p/68a82a19b6c1a775549e6094
Danke schon mal an alle, die reinschauen! 🙌
Hallo,
hier meine 2 Cents …
Bei deinen Kern-ETFs habe ich den Eindruck, dass du selbst noch nicht so recht weißt, was du willst. Als breiter Welt-ETF würde der FTSE All World ausreichen (der enthält Industrie- und Schwellenländer), oder aber du mischt Industrie- und Schwellenländer selbst durch einen Mix aus MSCI World und MSCI Emerging Markets. Du hast aber alle drei. Ich würde das irgendwie "aufgeräumter" abbilden.
Willst du die USA absichtlich übergewichten (mittels NADAQ)? Die USA ist bereits sowohl im MSCI World als auch im FTSE All World mir mehr als 70% vertreten. Ich persönlich übergewichte die USA nicht noch noch mehr.
Soll der Bonds-ETF eine Art Tagesgeld-Ersatz sein? Bonds stabilisiern das Portfolio, aber in so jungen Jahren würde ich im Depot voll auf Aktienprodukte setzen, es sei denn, du brauchst das Geld sicher für eine vorhergesehene Ausgabe.
Von den Sektor-ETFs halte ich persönlich wenig. Und in dem geringen Umfang, die du die im Depot hast, würde sich eine Überperformance dieser Sektorwetten in der Deopotperformance gar nicht bemerkbar machen. Ich würde mir das sparen.
Zu Aktien sage ich nichts. Da muss jeder selbst wissen, ob er daran Spaß hat und ob er ernsthaft die Zeit hat, die Unternehmen regelmäßig zu bewerten. Ich habe in meinem Depot den Satellitenanteil auf unter 20% zurückgeführt, weil mir die Aktien zwar Spaß machen, aber meine Auswahl schlechter performt als die ETFs. (Ich führe den Core (ETFs) und die Satelliten (Aktien) in Parquet in separaten Portfolios, damit ich die Performance von Core und Satelliten vergleichen kann. Das ist ein guter Realitätscheck. Kann ich nur empfehlen.)
Ich weiß nicht, ob du die Mitarbeiteraktien alle dauerhaft halten musst. Du hast hier eine doppelten Klumpen: Zunächst einmal eine Einzelaktie zu gut 50% im Deopt, und zudem hängt an dem Unternehmen auch dein Job. Wenn es der Bank mal schlechter gehen sollte, steht sowohl dein Job auf dem Spiel als auch der Depotwert der Aktien. Das Risiko ist also doppelt gehebelt. Wenn es zulässtig ist, würde ich einen Teil der Mitarbeiteraktien verkaufen und in einen der Core-ETFs investieren.
Hey, danke dir für das ausführliche Feedback!
Den Punkt mit den drei Kern-ETFs stimmt natürlich. Der FTSE All World war ursprünglich mein Haupt-ETF, aber bei meiner Bank (Erste) konnte ich den nicht im Sparplan einrichten.
Deshalb bin ich auf die Kombination aus MSCI World und MSCI EM umgestiegen.
Mir ist bewusst, dass das aktuell doppelt gemoppelt ist – möchte das mittelfristig auch vereinheitlichen.
Die Anleihen habe ich tatsächlich zur Stabilisierung gewählt. Weshalb würdest du in meinem Alter aktuell auf Anleihen verzichten?
Beim Nasdaq war die Idee eher, einen kleinen Treiber im Depot zu haben – Tech ist einfach ein Bereich, der mich interessiert. Mir ist bewusst, dass die USA stark gewichtet sind, aber den Anteil sehe ich eher als bewussten „Satelliten“ und weniger als reinen Diversifikationsbaustein.
Bei den Erste Group Aktien bin ich grundsätzlich entspannt, da ich die zum Großteil durch das Mitarbeiterprogramm “geschenkt” bekommen habe und sie zudem für mehrere Jahre gebunden sind. Selbst wenn der Kurs mal fallen sollte, würde ich also keinen realen Verlust erleiden. Langfristig will ich aber hier auf jeden Fall mehr Balance rein bekommen.