Dividenden: reinvestieren vs. konsumieren
Liebe Leute,
meine Geldanlage ist bisher eine Einbahnstraße: Geld fließt nur von meinem Gehaltskonto an die Konten bei den Brokern, nie umgekehrt. Anfallende Dividenden bzw. ETF-Ausschüttungen bleiben ebenfalls bei den Brokern liegen und werden früher oder später reinvestiert. Das gilt auch für Geld, das durch Verkäufe von Wertpapieren wieder frei wird. Ein Verkonsumieren von Erträgen findet also nicht statt.
Derzeit schließe ich für mich auch aus, Wertpapiere zu verkaufen, um irgendwas zu konsumieren – das kommt dann erst in 20 Jahren in der Entsparphase. Was mich allerdings ein bisschen umtreibt ist die Idee, Ausschüttungen künftig zu verkonsumieren. Für den Jahresurlaub mag die Ausschüttungshöhe noch ein wenig zu gering sein, aber da geht schon was in Richtung Lebensqualität. Dass das nicht renditeoptimal wäre, ist mir schon klar. Andererseits nützt es nichts, der Reichste auf dem Friedhof zu sein und nie die Früchte des Kapitalmarktes geerntet zu haben.
Meine Antwort muss ich natürlich selbst finden. Aber ich bin neugierig: wie haltet ihr es? Reinvestiert ihr alles oder ladet ihr euch von der Dividende auch mal auf ein Eis oder einen Glühwein ein?
@das_lama
Mein Cashflow sieht genauso aus wie deiner.
Die Frage ist doch, was du dir mit der Entnahme heute zusätzlich leisten würdest, was dich am Ende glücklicher macht.
Ich mache mir in Bezug auf die Dividenden lediglich eine Schattenrechnung, bei der ich erst kürzlich das Niveau erreicht habe, dass die (Brutto-) Dividende die Hausfinanzierung tragen würde. Würde ich die Dividende nun für die Finanzierungskosten entnehmen, hätte ich einen Überschuss auf dem laufenden Konto der wahrscheinlich irgendwo versickern würde.
Next Step ist dass die Dividenden nicht nur die Finanzierung, sondern auch die Betriebskosten des Hauses tragen.
Vor rund zwei Wochen habe ich erstmals Geld aus dem hier abgebildeten Vermögen entnommen. Das Wertpapiervermögen hat mit einem neuen ATH einen weiteren Meilenstein erreicht, so dass ich ein kleines bisschen davon entnommen habe um für meine Familie einen zusätzlichen Urlaub nächstes Jahr nach New York zu finanzieren.
Die Entnahme entspricht einer starken Tagesbewegung, oder einer moderaten Monatsbewegung und wird eingetauscht gegen strahlende Augen meiner Tochter.
Ich bin -was die Investitionen und Rendite betrifft- sehr ambitioniert und die Wertpapiere (und Parqet) nehmen einiges meiner Zeit in Anspruch.
Daher habe ich mir vorgenommen, auch zukünftig bei weiteren Meilensteinen Rendite gegen Belohnung zu tauschen.
Es ist doch ein ständiger Balanceakt zwischen Konsum, Verzicht, Investitionen und dem Ziel der finanziellen Freiheit, oder?
@marcus “…strahlende Augen meiner Tochter.”
Mehr Rendite geht nicht! 😍
@benjamin_jan That‘s it ❗️
@marcus Was täte ich, das mich glücklicher machte… gute Frage. Vermutlich nichts. Ich denke, es ist die Frage des geistigen Herangehens. Ja, ich kann es mir aus dem laufenden Einkommen leisten, auch am Monatsletzten noch Essen zu gehen, wenn ich keine Lust zu kochen habe. Aber ich könnte eben auch sagen: mein Anleihen-ETF schüttet rund 30 Euro netto im Monat aus. Die nehme ich und gehe “davon” zum Essen (was zugegebenermaßen auch bei Mannheimer Preisen nicht weit trägt).
An deinem “Meilenstein-Gedanken” werde ich auf jeden Fall nochmals ein bisschen knabbern. Im Grundsatz gefällt mir das ganz gut - nicht regelmäßig, aber eben doch von Zeit zu Zeit eine Belohnung zu haben. Danke für die Anregung, hat sich der Post schon gelohnt für mich 😄
Und natürlich jetzt schon viel Spaß in New York, das nenne ich mal eine ordentliche Belohnung!