Dennis_K99
Plus

Gepostet in Schnack

Munich Re

Hallo zusammen,

ich werde in der kommenden Woche voraussichtlich bei Munich Re einsteigen. Die in den letzten Monat eine Korrekturphase und den Dividendenabschlag hinter sich haben und derzeit bei knapp 455 Euro stehen (KGV unter 9 und Dividendenrendite ca. 5,7%).

Gerne wollte ich mal die Community fragen, wie ihr die kurz- und langfristigen Aussichten der Munich Re bewertet und ob diejenigen, die die Aktie schon im Depot haben und möglicherweise im Minus stehen, die Korrektur für einen Nachkauf nutzen?

23 Kommentare

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Das_Lama
Plus

Man soll ja keine Lieblingsaktien haben, aber wenn ich eine hätte, wäre es die Münchener Rück. Habe ich 2020 in mehreren Tranchen gekauft und sitze daher auf einem ordentlichen Gewinn. Darüber hinaus bin ich mittlerweile bei einer Dividendenrendite von ca. 10 %, was nach so wenigen Jahren natürlich höchst erfreulich ist. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Kursverlauf nicht immer so positiv war wie in den letzten Jahren - insofern muss man meines Erachtens auch damit leben können, wenn mal ein paar Jahre lang die Dividende die einzige Rendite bleibt. Ein KGV zwischen 9 und 10 ist durchaus nicht untypisch für die MüRü, so richtig teuer sind (Rück-)versicherer üblicherweise nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass der Rücksetzer etwas übertrieben ist, werde aber nicht nachkaufen, da die Position schon jetzt größer ist als die meisten anderen Einzelaktien bei mir.

Das Geschäftsmodell überzeugt mich und ich gehe davon aus, dass Rückversicherer “funktionieren”, solange die Welt nicht untergeht. Denn zum einen können sie Prämien anpassen und zum anderen MÜSSEN sie ja nicht jedes Risiko rückversichern.

Die Frage ist aus meiner Sicht auch, wie viel Erstversicherung man möchte. Wer z.B. schon in Allianz investiert ist, kann statt der MüRü mit einem erklecklichen Anteil der Erstversicherungsgeschäfts der ERGO am Ergebnis auch die Hannover Rück in Betracht ziehen. Und wer noch völlig ohne Versicherer unterwegs ist, für den kann auch Talanx in Betracht kommen.

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TTTom
Plus

Hab 2022 gekauft und kaufe jetzt moderat nach. Eine Aktie fürs Leben.

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joerginle
Investor
Terminal
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Ich steige dort nicht ein. Der einzige Grund dafür ist aber, dass ich mit der Hannover Rück einen sehr ähnlichen Titel im Portfolio habe. Der Kursverlauf ist ähnlich und ich überlege, die Position zu vergrößern. Das sind zwei erstklassige Unternehmen, mit denen man nicht viel falsch macht.

4
Dividend to Retire
Plus

Bin schon länger investiert. Fundamental einer der besten Werte im DAX. Aus meiner Sicht ein sehr guter Einstieg aktuell möglich. Ob die Korrektur bereits abgeschlossen ist würde ich bezweifeln.
Mein Tipp: 1 Tranche investieren und dann noch einmal nachlegen.
Buy and hold.

2
Dividend to Retire
Plus

denke ein günstigerer Einsteig in weiteren Tranchen wird noch möglich sein. Wenn du langfristig investiert sein willst, spielt es eigentlich auch keine Rolle, außer du möchtest die Position noch erweitern.

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Dennis_K99
Autor
Plus

@altan_aritmac Danke dir, das sehe ich ähnlich. Was lässt dich zweifeln, dass die Korrektur abgeschlossen ist?

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micwgn
Plus

Ich finde den Versicherungssektor auch sehr interessant und bin ebenfalls diese Woche zu 465 € mit einer signifikanten Position bei MüRü eingestiegen. Ein KGV um die 9 und eine Dividendenrendite >5% spricht für sich… Der Rückversicherer ist eine ideale Komplementärposition zu meinem Erstversicherer Allianz, wo ich ebenfalls stark investiert bin. Beide Versicherungswerte sind als long term investments zu sehen.

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Peter Andres
Plus

Ehrlich gesagt ist das eine knifflige Situation, weil die Münchener Rück auf den ersten Blick wie eine perfekte Festung wirkt. Wenn man sich die nackten Zahlen von 2025 anschaut, haben sie eigentlich alles richtig gemacht und Rekorde bei Gewinn und Solvenz eingefahren – das AA-Rating kommt ja nicht von ungefähr. Aber ich würde momentan eher zur Zurückhaltung raten.

Das Problem ist nämlich, dass die Aktie aktuell schon sehr teuer bezahlt wird und die Bewertung fast schon heißgelaufen ist. Auch wenn Analysten das Kursziel mittlerweile angehoben haben, ist der Weg dorthin steinig. Man sieht erste Risse in der Fassade, besonders weil die Preise bei den letzten Vertragserneuerungen im Januar zum ersten Mal seit langer Zeit gesunken sind. Die Konkurrenz schläft nicht und der Markt wird härter, was bedeutet, dass das Wachstum der letzten Jahre so nicht einfach weitergehen wird.

Was man auch im Hinterkopf behalten sollte, ist der Strategiewechsel beim Risiko. Das Management trennt sich gerade von langjährigen, sicheren „Cash Cows“ und setzt stattdessen auf riskantere Wetten in den USA und Asien, um die Rendite hochzuhalten. Das kann zwar funktionieren, macht das Ganze aber deutlich volatiler. Wenn dann mal ein Jahr mit vielen Naturkatastrophen kommt, könnte der Kurs schneller unter Druck geraten, als einem lieb ist.

Zusammengefasst würde ich sagen: Die Qualität des Unternehmens steht außer Frage und wer die Aktie schon im Depot hat, sollte sie definitiv halten. Aber für einen frischen Kauf zu diesem Preis ist das Risiko-Rendite-Verhältnis gerade einfach nicht attraktiv genug, weil man für viel Geld auch ein Stück mehr Unsicherheit einkauft. Eventuell ab 400€ würde ich wieder etwas nachkaufen.

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user_64155d
Plus

Ich bin ebenfalls seit Jahren in MunichRe investiert. Trotzdem einige Kommentare zu den obigen Postings. Keine Kritik, nur was mir in den Kopf kommt.

1) Rückversicherer sind nicht gleich Versicherer. Das Business ist mathematisch grundlegend anders und der Burggraben (Moat) groß.

2) Ich halte persönlich nichts von Dividende auf Einstiegspreise (Yield on Cost). Das vernebelt die Sinne und wiegt den Investor z.T. in trügerischer Sicherheit.

3) Ein KGV von 9 auf Finanzwerte ist mit Nichten extrem günstig.

4) Wenn das AktionärInnen-Magazin (Name geändert) am 03.06. trommelt, dann halte ich mich stets zurück. Das wird bestimmt günstiger im Sommerloch.

5) Zur Munich Re: Das charmante für mich ist, dass sie die ERGO Group in der Bilanz vollkonsolidiert. Man bekommt also ein Happen von Erst- und -Rück.

Alternativ wäre die Talanx SE zu nennen. Da hätte man dann einen großen Happen Hannover Re und die gute HDI mit mehreren Marken.

6) Echtes Rückversicherungsgeschäft als Aktie gibt es nur bei Swiss Re, Hannover Re und SCOR. Die französische SCOR wäre sehr interessant, ich habe aber keine Zeit und Lust auf die Quellensteuer-Ausgleiche. Das gilt auch für die Swiss Re, wobei in der Schweiz das Verfahren einfacher ist.

2
Goldaktie
Investor
Terminal
+1

@user_64155d Dann wäre aber auch die LANCASHIRE interessant. Hie fällt die Quellensteuer komplett weg.

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agrion
Plus

Ich bin im August 2020 mit 40 Anteilen zu je 242 Euro einmalig eingestiegen. Hatte schon damals nie vor, diese Position wieder zu verkaufen. Der Verlauf ist auch für mich beeindruckend. Das Potential nach oben kann ich allerdings nicht einschätzen, genau wie damals.

1
Goldaktie
Investor
Terminal
+1

Ich bleibe bei der Allianz.

1
Denny
Plus
Beta

Was haltet ihr von Assicurazioni Generali?

Für mich als ich in Italien wohnhaft, macht dieser Versicherer aus steuerlicher Sicht mehr Sinn.

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joerginle
Investor
Terminal
+1

@denny Ein solides Unternehmen. Die Kursentwicklung spricht für sich. Die italienische Quellensteuer mit der an Unmöglichkeit grenzenden Rückerstattung schließt aber für mich ein Invest aus.

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Jens
Plus

@denny - scheint solide zu sein. Mich hat bei italienischen Dividendenaktien immer die italienische Quellensteuer ferngehalten 😉

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Stebbe
Plus

Ich bin bereits am Montag eingestiegen (473€). Plane die Aktie langfristig zu halten und bei tendenziellen Rücksetzern unter 440€ nachzukaufen. Ausschlaggebend für mich war das attraktive Kurspotenzial (>= 550€) und natürlich die Dividendenentwicklung.

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Stebbe
Plus

Für mich ist das Kurspotenzial eher mittel- bis langfristig zu sehen. Die Erneuerungsrunde im Juli dürfte hier eine wichtige Weichenstellung bringen. Grundsätzlich sehe ich die Münchener Rück als Titel, den ich dauerhaft im Depot halten möchte. Die aktuelle Phase nutze ich daher eher als günstige Gelegenheit, um für die nächsten 15-20 Jahre aufzustocken.

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Dennis_K99
Autor
Plus

@stefan_4194c4 Danke. Auf welchen Zeitraum betrachtest du denn das Kurspotenzial?

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Björn
Investor

Ich habe ebenfalls eine kleine Position im Depot (um die 2k €). Habe aber schon länger die gegenteilige Überlegung- > Verkaufen.

Der Grund: Durch den Klimawandel werden Versicherungsschäden immer häufiger und teurer. Wie sollen sich in einem solchen Umfeld Rückversicherungen langfristig ökonomisch positiv entwickeln? Aber vielleicht übersehe ich auch etwas. Wie ist eure Meinung zu dem Aspekt?

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Dennis_K99
Autor
Plus

@stockoverflow Finde deine Argumente durchaus spannend und tatsächlich habe lange Zeit ähnlich gedacht, weshalb ich mich vom Rückversicherungsgeschäft ferngehalten habe. Dann habe ich festgestellt, dass ich das Geschäftsmodell einfach nicht verstanden habe.

Zu deinen Thesen:

  1. Das kann natürlich passieren im Rückversicherungsgeschäft. Das Risiko bestand schon immer und wird immer größer. Dieses Risiko sollte jedoch durch den Float und der Erschließung neuer Geschäftsfelder (z.B. Gefahr durch Cyberattacken) ausgeglichen werden.
  2. Das war die Gefahr, die ich selbst auch gesehen habe. Diese ist jedoch m.M.n. unbegründet und resultiert aus einem logischen Fehlschluss. Kurz gesagt: Der Handlungsdruck liegt immer beim Versicherten. Nichts zu versichern in Zeiten der Klimakrise ist das größere ökonomische Risiko als “überhöhte” Risikoprämien zu zahlen.
  3. Das sehe ich eher als Chance für Munich Re. Kein Rückversicherer hat meines Wissens nach so akurate Modellierungen wie die Munich Re. Ich glaube sie werden in das Vakuum vorstoßen können, welches Rückversicherer, die das Risiko schlechter abwägen können, hinterlassen. Sie werden in diesen Zonen trotzdem profitabel arbeiten können. Da zeigt sich der “wahre” Burggraben. Lange rede, kurzer Sinn: Der Markt für die Munich Re wächst eher.
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joerginle
Investor
Terminal
+1

Das kann durchaus sein.

Aber ganz ehrlich - dann kann man in wirklich keine Einzelaktie langfristig investieren. Denn irgendwelche Argumente finden sich immer, warum das Geschäft in Zukunft schlechter laufen oder sogar obsolet werden könnte.

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Klaas
Investor

@stockoverflow

Rückversicherer erhöhen die Prämien, wenn die Risiken steigen. Das ist ein Grund, warum deren Geschäftsmodell fast unangreifbar ist

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Björn
Investor

@klaas danke für deine Sicht. Ich sehe drei Risiken:

1. Das Prämien zu spät angepasst werden. Die ersten Goßereignisse in einer Region also auf alte Verträge treffen und somit zu (großen) Verlusten führen.

2. Das die Prämien so weit steigen, dass sich die Versicherung für den Kunden schlicht nicht mehr lohnt.

3. Das sich die Versicherung selber aus Märkten zurück zieht. Man sieht das schon an vielen Stellen, ich habe zum Beispiel gelesen das sich so gut wie alle Rückversicherungen aus Florida und Kalifornien zurückgezogen haben aufgrund der unkontrollierbaren Waldbränden und Hurrikans.

Durch 2. und 3. schrumpft der Markt der potentiellen Kunden kontinuierlich. Vielleicht sind wir momentan noch in einer Phase wo das Wachstum durch steigende Prämien funktioniert, aber langfristig wird sich diese Entwicklung beschleunigen und die nicht versicherbaren Region/Güter werden sich ausweiten.

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