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Rente Lücke Schließen
Hallo zusammen,
ich würde gerne mein Portfolio öffentlich machen und mir euer Feedback sowie Meinungen zu meiner aktuellen Situation und Strategie einholen. Mein Ziel ist es, langfristig meine Rentenlücke zu schließen.
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Zu meiner Person & beruflichem Hintergrund:
- Name & Alter: Manuel, 37 Jahre alt (aus Bayern)
- Ausbildung & Beruf: Gelernter Maler (Ausbildung & Tätigkeit von 2007 bis 2015). Aktuell arbeite ich in der Autoindustrie ( in der Logistik) in Bayern.
Weiterbildung zum Malermeister:
- Von Juni bis Juli habe ich Teil 3 und 4 des Meisters absolviert. Die Prüfungen sind abgeschlossen, ich warte derzeit auf die Ergebnisse.
- Von Ende Oktober bis Juli nächsten Jahres absolviere ich Teil 1 und 2 in Vollzeit, um den Malermeister komplett abzuschließen.
- Finanzielle Lage ab Oktober: Während der 9 Monate Vollzeit-Meisterschule werde ich kein Gehalt beziehen und habe keine Einnahmen .
- Zukunftsszenario: Nach erfolgreichem Meisterabschluss plane ich den Schritt in die vollständige Selbstständigkeit.
Meine Anlagestrategie & Sparrate:
- Bisherige Sparrate: Sehr variabel (zwischen 50 € und 500 € pro Monat). Ab Oktober werde ich die Sparrate pausieren müssen, da während der Meisterschule keine Einnahmen fließen.
- Fokus: Hauptsächlich Dividendenstrategie (wegen des psychologischen Effekts und der Motivation durch regelmäßige Ausschüttungen), ergänzt durch einen kleinen Wachstumsanteil. Ich habe auch noch bisschen Edelmetall und Krypto in meinem Portfolio.
Prinzipiell finde ich, dass Du weniger auf Einzelaktien etc. sondern eher auf einen breiten, weltweiten ETF setzen solltest.
Es gibt fast keinen Fondmanager eines aktiven Fonds, der in der Lage ist, dauerhaft (also so mind. über 10-15 Jahre) den MSCI World bzw. seinen jeweils zugrundeliegenden Index zu schlagen (und wer die paar sind, die es tatsächlich schaffen, weiß man erst hinterher).
Glaubst Du, dass Du besser / intelligenter / glücklicher, als diese Profis beim Einzelpicken der Aktien bist (Stichwort SpaceX)? Und bist Du Dir sicher, dass Meta, Cisco oder Rio Tinto in 30 Jahren (Rentenbeginn) bzw. 60 Jahren (ungefähres Lebensende) immer noch die gleiche Rolle, wie heute spielen und bis dahin überdurchschnittliche Renditen (im Vergleich zum MSCI World oder IMI) einfahren werden?
Oder werden sie wie Nokia oder Kodak in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, was zu deren Hochzeiten sich auch niemand vorstellen konnte? Wenn nein, willst Du die Aktien irgendwann verkaufen und somit 25% Kaptialertragssteuer auf die Gewinne zahlen, die Dir dann im weiteren Verlauf der Ansparphase fehlen? Oder hälst Du sie eisern solange fest, bis die Gewinne wieder dahingeschmolzen sind, statt am weiter wachsenden allgemeinen Markt zu partizipieren? In einem ETF stellt sich die Frage nicht, der schichtet selber steuerunschädlich um und du zahlst tatsächlich erst im Alter beim Verkauf.
Abgegesehen von der Psychologie spricht auch nichts Dividenden-Aktien, oft handelt es sich dabei um behäbige, alt eingesessene Unternehmen (Energieversorger, Banken, Versicherungen) mit nur bedingtem Innovations- und Wachstumspotential (insbesondere, wenn sie regelmäßig einen Teil der Gewinne wieder ausschütten). Steuerlich fährst Du (trotz Vorabpauschale) mit einem thesaurierenden ETF besser.
Prinzipiell sind schwankende 50-500 EUR etwas wenig für die Rentenlücke - ich gehe mal davon aus, dass sich Dein Einkommen/Lebensstandard noch steigern wird und Bayern ist nicht gerade ein billiges Pflaster.
Wenn Du Malermeister bist, wirst Du Dich vermutlich selbständig machen wollen. Solange die neuen Vorschläge zur Rentenversicherung noch nicht umgesetzt sind, könntest Du dich dann von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, was Deine Rentenlücke natürlich massiv erhöhen würde, Du musst also zusätzlich massiv vorsorgen (oder halt einzahlen, dann aber bitte nicht nur den Mindestbeitrag oder wenn doch, dann die Differenz selber wegsparen).
Wenn ich einfach mal davon ausgehe, dass Du künftig 100k im Jahr verdienen wirst, müsstest Du als Angestellter inkl. Arbeitgeberanteil pro Monat aktuell ca. 1550 EUR in die gesetzliche RV einzahlen, mit den 2% künftiger Kapitalrente sogar 1715 EUR. Dazu kämen dann noch die empfohlenen 20% vom Netto, was auch nochmal 935 EUR wären - nur mal so als ganz grobe Orientierung, lass Dich da im Zweifel nochmal gezielt beraten.
Falls Du selbständig wirst, aber keine GmbH gründest, besteht zudem das Risiko, dass Du insolvent gehst und auf Dein Privatvermögen (also alles, was Du Dir hier schön bereits und künftig angespart hast), zugegriffen werden wird, m.W.n. schützen Dich da nur das Altersvorsorgedepot (bis 1800 EUR Einzahlung pro Jahr) und die Rürup-Rente davor, letztere ist aber ein Kapitel für sich (sehr unflexibel, relativ teuer etc.).
Hallo @thomas_franz Hallo @manumane
im Grunde hat @thomas_franz mit allen Dingen recht. Ein ETF Buy & Hold Portfolio ist viel einfacher (Zeitaufwand) zu führen und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit über lange Sicht besser performen. Ich mache es selber so.
Trotzdem gibt es auch gute Gründe für ein Dividenden-Portfolio auch wenn sie für viele ETF Investoren irrational scheinen und es faktisch ja auch sind. Die sind vor allem psychologischer Natur und dem ist sich Manu auch bewusst und wir sollten diesen Faktor auch nicht unterschätzen.
Beispiel: Wenn dich monatliche Dividendeneingänge motivieren deine Sparrate höher zu halten, kann das Gesamtergebnis trotz schlechterer Performance ggü der Benchmark trotzdem besser sein.
Du könntest das gleiche Ergebnis natürlich auch mit ausschüttenden World ETF erreichen die du so kombinierst, dass du jeden Monat eine Ausschüttung erhältst. Die wäre vermutlich übers Jahr in ähnlicher Höhe wie jetzt.
Zu deinem Portfolio: Sieht ziemlich Techlastig aus mit FTSE + Tech Aktien wird der Schwerpunkt eher noch auf Tech verschoben als die defensiven Dividendentitel kompensieren. Wenn es das ist was du willst (“Growth + Dividende”), dann würde ich hier weiter die Titel diversifizieren.
Die meisten Dividendeninvestoren die ich kenne sehen Dividende nicht als Selbstzweck. Es geht denen eher darum die Techlastigkeit im Index mit defensiven Titeln zu komensieren und dadurch die Volatilität zu nehmen. Zum Beispiel: 50% All-World, 50% defensive Titel mit Dividende. Aber das scheint mir nicht dein Wunsch. Ich sage es nur weil ich dein Portfolio nicht als klassisches Dividendenportfolio bezeichen würde.
Wegen der Sparrate: Ich habe es als Selbstständiger immer als großes Geschenk angesehen, nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen zu müssen. Das gilt aber natürlich nur dann, wenn deine zukünftige private Sparrate über deinem aktuellen Arbeitgebern- und Arbeitnehmeranteil zur Rente liegt. Ob damit die Rentenlücke geschlossen ist? Eher auf Kante genäht, also würde ich +30% Sparrate anvisieren (vom Netto). Jeden Monat und nicht so schwanked wie jetzt.
Wie @thomas_franz schon angedeutet hat, würde ich versuche noch in diesem Jahr für irgendwas auf eigene Rechnung zu arbeiten um den Status “Selbstständiger” vor Gesetztesänderung noch zu haben. Ohne genau zu wissen was da die genauen Vorhaben und Fristen sind. Da solltest du dich mal schlau machen. Das dürfte der größte Renditehebel für die nächsten 30 Jahre sein, sofern du in der ganzen Zeit Selbstständig sein wirst.
Die Frage Personen- oder Kapitalgesellschaft sehe ich entspannter. Du kennst dein Gewerk am besten und wirst wissen wie hoch eventuelle unversicherte Schadensersatzansprüche sein können. Anstonsten kommt die Personengesellschaft mit deutlich geringeren bürokratischen Anforderungen. Die schlagen sich auch in den niedrigeren Jahresabschlusskosten beim Steuerberater nieder. Da sparst du einfach mal 1-2k Euro für die nächsten 30 Jahre falls du das Restrisiko tragen kannst.
@manumane noch eine kleine Anmerkung - Wenn Du in Parqet den Rechner für finanzielle Freiheit wählst und dort als Zielentnahme 3000 EUR monatlich einstellst, 6% Rendite und 2% Inflationsanpassung wählst, kommt heraus, dass Du bei 80k Startvermögen mit 37 und Rentenbeginn mit 68 pro Monat fast 1900 EUR einzahlen musst.
“Überleben” tust Du natürlich auch mit einer kleineren Entnahme, aber Deine gesetzliche Rente wird ja abgesehen vom Inflationsausgleich nicht mehr viel steigen und ich schätze mal ganz grob, dass auf Deiner aktuellen Rentenauskunft ein Betrag von 500-800 EUR steht (mittlere Zeile - Rente heutiger Stand), während Du zumindest später als etablierter selbständiger Malermeister eher ein Netto von >4500 EUR haben wirst (Bayern)
Zu Beginn der Selbständigkeit musst Du Dir natürlich auch erstmal ein finanzielles Polster von mind. 3, mittelfristig eher 6 “Nettogehältern” auf dem Tagesgeldkonto / Geldmarkt-ETF schaffen - du wirst schließlich auch mal krank, willst in Urlaub, Kunden zahlen nicht oder nur stark verspätet, du musst, evt. etwas nochmal komplett neu machen, streitest Dich mit dem Kunden ewig (vor Gericht oder außergerichtlich) rum und hast Anwaltskosten …
Danke für dein Feedback,,
Klar kann man nie voraussehen, wie lange ein Unternehmen exzitiert, ich beschäftige mich auch mit den Einzel Aktien, ist nicht so, dass ich die so blind gekauft habe. Ich mag das Risiko, würde ich das nicht wollen, würde ich nur in Etfs investieren.
zur mein Sparplan, ich bespare normal monatlich 500 bis 1000 euro, leider kann ich das nicht machen, da ich neun Monate keine einnahmen habe und das Geld was ich zur Verfügung habe lege ich extra weg, das ich in den neun Monaten Geld habe für meine Fixkosten, mir ist auch bewusst, dass 50 euro nicht viel helfen aber man sieht auch in meinem Portfolio das ich in 4 Jahren über 80k gemacht habe, ohne dass ich was geerbt bekommen habe.
Durch meine Selbständigkeit als Maler würde ich meinen Sparplan noch mal erhöhen (evtl. 1000 bis 2000 monatlich).
@user_6f6227 danke für dein Feedback,
Zur meiner Sparrate, es liegt nur daran das ich einiges an Geld weg legen muss, für die neun Monate ( sonst liegt mein Sparplan zwischen 500 und 1000 euro). Mir ist auch bewusst das ich sehr techlastig bin, Gelder die ich noch habe und evtl noch investieren kann, werden mehr in Konsumgüter oder in Gesundheit investiert.
@thomas_franz
Danke für dein Feedback.
Klar kann man nie voraussehen, wie lange ein Unternehmen exzitiert, ich beschäftige mich auch mit den Einzel Aktien, ist nicht so, dass ich die so blind gekauft habe. Ich mag das Risiko, würde ich das nicht wollen, würde ich nur in Etfs investieren.
zur mein Sparplan, ich bespare normal monatlich 500 bis 1000 euro, leider kann ich das nicht machen, da ich neun Monate keine einnahmen habe und das Geld was ich zur Verfügung habe lege ich extra weg, das ich in den neun Monaten Geld habe für meine Fixkosten, mir ist auch bewusst, dass 50 euro nicht viel helfen aber man sieht auch in meinem Portfolio das ich in 4 Jahren über 80k gemacht habe bekommen, ohne dass ich geerbt habe habe.
Durch meine Selbständigkeit als Maler würde ich meinen Sparplan noch mal erhöhen (evtl. 1000 bis 2000 monatlich). Ich müsste nicht mal in die rentenlasse einzahlen, da ich schon über 20 Jahre in die Rente Kasse eingezahlt habe. Das würde ich bei meiner Selbständigkeit sofort unterbinden ( außer die Politik bringt das gesetzt raus das es Pflicht wird). Das Geld was ich nochmal in die Renten Kasse einzahlen müsste, investiere ich lieber in etfs.
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