Andreas
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Gepostet in Portfolio Roasts

Umzug von aktiven Fonds (Sparkasse) zu ETF nach 9 Jahren

Moin moin,

kurz zu mir:
Bin 28, lebe bescheiden, habe früh geerbt und ein festes Einkommen.

https://app.parqet.com/p/615f6e738f4e6ff5a754fd2b

Zur Sache:
Bin Kunde bei der Sparkasse, dementsprechend sieht mein Portfolio auch aus. Das soll an dieser Stelle aber kein Vorwurf sein, ich habe mich die letzten Jahre - bis auf 1-2 Beratungsgespräche pro Jahr - einfach nicht mit meinen Finanzen beschäftigt und anfangs war meine Risikofreudigkeit auch noch nicht sehr hoch, was dem Berater ja auch in gewisser Weise die Hände bindet.

Neben diverser Anleihen habe ich ca. 2012 damit begonnen, in aktive Fonds zu investieren über Sparpläne. Bei den Beratungsterminen habe ich dann jeweils noch mal zusätzlich "aggressivere" Sparpläne über wenige Monate in Auftrag gegeben in die gleichen Fonds oder mir neue zeigen lassen und dort mit einer Einmalanlage Geld angelegt. Die Fonds sind alle ausschüttend mit automatischer Wiederanlage, d.h. Sparerpauschbetrag wurde mitgenommen.

So lief das eigentlich bis zu diesem Jahr im Juli, da hatte ich mein letztes Gespräch und habe wieder neue große Sparpläne abgeschlossen, um endlich mal diesen riesigen Liquiditäts-Berg von meinem Giro-Konto runter zu kriegen (#firstworldproblems).

Doch dann ...

Nachdem ich mir eine Tabelle angelegt hatte mit meinen bisherigen Fonds, den Einzahlungen, den Dividenden, den Kosten etc. habe ich dann doch festgestellt, dass es Optimierungsbedarf geben KÖNNTE. Und wer ist eigentlich dieser Bitcoin von dem alle reden?

Nach vielen Abenden des Querlesens und YouTube-schauens war ich dann doch etwas schlauer und sagte zu mir: "Ein kostenloses ETF-Depot muss her und zwar geschwind, auf dass die Erträge nur so sprießen und fortan alle Groschen in eben jenes fließen."

Seit gut zwei Wochen habe ich jetzt mein neues Depot und habe mir auch schon ein paar ETFs ausgesucht. Das soll im Großen und Ganzen dann auch dabei bleiben, also mehr ETFs werden es nicht. Ein paar Aktien könnten aber noch hinzu kommen, mal sehen.

Nun zu meinem "Plan" bzw. meinen Überlegungen:

  • Anlagehorizont sind >20 Jahre
  • Frei werdendes Kapital aus dem Verkauf der Fonds direkt reinbuttern (weil Cost-Average-Effekt = Quark bei der Haltedauer), Sparplan erst hinterher vom Gehalt laufen lassen
  • Großteil soll in den Amundi Global Low Carbon ETF (LU...229), die anderen werden so belassen oder mit Sparplänen im kleinen Rahmen bespart
  • Evtl. noch den "iShares STOXX Europe 600 Financial Services UCITS ETF (DE) (DE000A0H08G5)" für Diversifizierung (?)

Jetzt stellen sich mir natürlich noch weitere Fragen, bei denen ihr mir bestimmt helfen könnt.

  • ALLE aktiven Fonds killen und umschichten in die ETFs?
  • "gute" Fonds wie den Industrie 4.0 mal noch behalten?! Sinn?
  • aktuelle "Flaute" aussitzen und später verkaufen (Deka-GlobalChampions und Deka-Nachhaltigkeit) oder bewusst Verlust realisieren für den Verrechnungstopf?
  • mich dafür schämen, dass ich auf meine letzten rebellischen Tage bei der Sparkasse noch Frank Thelen in den Arsch gekrochen bin für fünf Riesen und den Quark auch noch wie ein Amateur (bin ich ja) im Direkthandel über "billigst" am Wochenende gekauft hab?
  • und überhaupt: taugen die ETFs etwas oder bin ich komplett auf dem Holzweg?

Danke fürs Lesen!

11 Kommentare

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Mike Waldvogel
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Hi Andreas,

EDIT: Vorsicht es ist ein kleiner Roman geworden ;).

Erst Mal Hut ab zu deinem stattlichen Portfolio. Ich glaub (fast) jeder (Hand aufs Herz) hatte den ein oder anderen aktiven Fond in seinem Portfolio gehabt (außer sie hatten Glück und haben sich vorher informiert). Mir ging es da mit den Union Investment Fonds nicht anders. ;) Mein Portfolio war vor einiger Zeit auch noch ähnlich gefüllt mit aktiven Fonds. Die sind ja erst Mal auch nicht verkehrt, bis zu dem Punkt halt an dem man sich selber damit beschäftigen will bzw. man sich über den Tellerrand der aktiven Fonds umschaut.

So nun zu deinen Fragen. Ich übernimm die Bulletpoints, dann lässt ich es leichter zuordnen. (Entspricht meiner pers. Einschätzung und vielleicht hat der ein oder andere auch noch Input oder wiederspricht mir komplett (gibt ja keine richtigen Antworten :D)).

ALLE aktiven Fonds killen und umschichten in die ETFs?

Pauschal lässt sich, dass nicht so einfach sagen. Ich hab mir einfach mal die ersten drei Positionen im Portfolio angeschaut.

  • DE0008474503 / DekaFonds - CF EUR DIS (Ausgabeaufschlag 5,26% + Jährliche Kosten 1,47%)
  • LU1508359509 / Deka-Industrie 4.0 - CF EUR DIS (3,75% + Jährliche Kosten 1,52%)
  • DE000DK2CDS0 / Deka-DividendenStrategie - CF EUR DIS (3,75% + Jährliche Kosten 1,48%)

Für mich sind wie auch damals bei mir (bei näherer & längerem Betrachtungszeitraum die Beträge pro Jahr schlichtweg zu hoch (ETFs bekommst du ja schon unterhalb der 0,2% pro Jahr bzw. es gehen ja dann auch noch immer  x% Ausgabeaufschlag pro Sparplan weg). 
Daher würde ich auch wenn es viel "Arbeit" ist (mich haben die Rückfragen der Bank da am meisten "gestört" und ggf. länger dauert über kurz oder lange alle liquidieren. Ausnahme ist wenn du Anteile hast die vor 2009 gekauft sind (Was bei dir meine ich nicht der Fall ist). Die sind ja steuerlich nochmal begünstigt.

Ich weiß nicht ob es okay ist den Link zu posten, die von Finanzfluss haben da ein spitzen Rechner gebaut ( https://www.finanzfluss.de/rechner/etf-wechseln/ oben dann auf Opportunitätskosten switchen. )
Da kannst du alle Daten eingeben und erhält am Ende eine Berechnung wann sich ein Verkauf (incl. Verkaufsgebühr (bei Banken meist 0€), Kauf für die ETFs, + Steuern etc.) lohnen würde.

Annahme dabei ist die Produkte der DEKA und z.B. ein MSCI World (z.B. 0,2% TER) in den du wechselst würden gleich gut performen. (Erfahrungsgemäß sind die DEKA meist schlechter)
Wenn ich mich jetzt nicht komplett vertan hab, kannst du dir ja nochmal selber nachrechnen würde sich der Verkauf (trotz steuern) nach einem Jahr durch die hohe Jahreskosten rechnen.

"gute" Fonds wie den Industrie 4.0 mal noch behalten?! Sinn?

Daher würde ich auch so "gute" Fonds komplett auflösen. Ich hab mit dem Rechner nur Mal ganz grob ohne Freistellungsauftrag und moderater Performance von 5% gerechnet. Da landest du bei aktuellem Gewinn von ca. 3000€ - Steuern von bisschen mehr wie 500 € Steuern bei einem reingewinn durch die reduzierte TER pro Jahr bei mehr wie 13k "mehr" Geld in der Position wie wenn du ihn ihm DEKA lassen würdest. Also rund 300€ pro Jahr Kostenersparnis durch den Wechseln in den ETF. Ich muss ehrlich sagen, 1% mehr kosten klingt immer so "schön" wenig nur auf die Zeitspanne frisst es wahnsinnig Rendite. (Bitte nochmal prüfen ob meine Rechnung auch mit deinen eingegebenen Werten darauf kommt ;))

Aktuelle "Flaute" aussitzen und später verkaufen (Deka-GlobalChampions und Deka-Nachhaltigkeit) oder bewusst Verlust realisieren für den Verrechnungstopf?

Wenn du die Verluste verschmerzen kannst (Halten sich aus meiner Sicht (bitte nicht falsch verstehen) im Vergleich zur allgemeinen Performance die Verluste in Grenzen) und würde diese daher bewusst in Kauf nehmen.

mich dafür schämen, dass ich auf meine letzten rebellischen Tage bei der Sparkasse noch Frank Thelen in den Arsch gekrochen bin für fünf Riesen und den Quark auch noch wie ein Amateur (bin ich ja) im Direkthandel über "billigst" am Wochenende gekauft hab?

Hier trifft klar zu, schämen gibts nicht! Du hast Erfahrungen gesammelt und warum nicht einfach Mal was ausprobieren.

und überhaupt: taugen die ETFs etwas oder bin ich komplett auf dem Holzweg?

Hier kommts stark auf deine Präferenzen an, ich kann hier auch nur wieder von meiner Meinung und den Erfahrungswerten die man so einschlägig mitbekommt teilen. Ich würde einen Großteil entweder in die klassischen MSCI World (IE00B4L5Y983) / EM (IE00BKM4GZ66) (altbekanntes 70/30 ;)) oder die Vanguard Palette stecken und darum dir deine Satteliten aufbauen. Ich denke nur in dem Zeithorizont bietet sich eine "sichere Sache" an und du musst dich im Idealfall nicht kümmern. Gerne auch mit den bisherigen ETFs. (als Satelliten) ggf. hast du da Überschneidungen. Müsste ich mir nochmal im Detail anschauen, aber wenn du von den Sektoren überzeugt bist und die Wette eingehen willst nur zu. Bei dem  iShares STOXX Europe 600 würde ich wenn du Europa übergewichten willst, dann auf den klassischen gehen ohne die "Einschränkung" auf Financal Services (DE0002635307)

Abschließend noch zwei Worte, ich hoffe ich konnte dir mit meinen Erfahrungen den ein oder anderen Denkanstoß / Idee mitgeben. Darüber hinaus drücke ich dir die Daumen bei deinem Plan und bin gespannt wie deine Entscheidung ausfällt bzw. sich dann dein Portfolio verändert.

Eine Frage  hab ich dir noch:

  • Waren die DIST (ausschüttenden Fonds (waren ein Großteil, wobei ich meine bei der Sparkasse werden die Auszahlungen wieder angelegt. korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege) bewusst gewählt? Falls ja, willst du die Strategie weiterfahren und Ausschüttungen kassieren.? Wenn nicht vergiss die Frage.

Ich hoffe du hast es bis hier her geschafft, dann grüße aus dem Schwarzwald
Mike

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Andreas
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@mike_b172e2 Hi Mike,
danke schon mal für deinen Input!

"Die sind ja erst Mal auch nicht verkehrt, bis zu dem Punkt halt an dem man sich selber damit beschäftigen will bzw. man sich über den Tellerrand der aktiven Fonds umschaut."
Genau so ist es, wenn man sich aktiv damit beschäftigt und die Preise der Konkurrenz sieht, dann fällt die Entscheidung zum Wechsel relativ leicht.

"Daher würde ich auch wenn es viel "Arbeit" ist (mich haben die Rückfragen der Bank da am meisten "gestört" und ggf. länger dauert über kurz oder lange alle liquidieren. Ausnahme ist wenn du Anteile hast die vor 2009 gekauft sind (Was bei dir meine ich nicht der Fall ist). Die sind ja steuerlich nochmal begünstigt."
Also ich bin da, was meine Pläne angeht, sehr transparent meinem Bankberater gegenüber und seine Aussage zu meinem bevorstehenden Wechsel war ungefähr (frei übersetzt) "Understandable, have a nice day". Klar, der ein oder andere Lockversuch wird noch kommen aber mein Plan ist eigentlich, das komplette Depot zu übertragen und erst dann zu liquidieren. Da ist auch keine Position von 2009 drin.

"Wenn ich mich jetzt nicht komplett vertan hab, kannst du dir ja nochmal selber nachrechnen würde sich der Verkauf (trotz steuern) nach einem Jahr durch die hohe Jahreskosten rechnen."
Danke für den Link und ja, im worst case wäre ich nach 4-5 Jahren wieder im Plus und die meisten sind noch früher fertig.

"Wenn du die Verluste verschmerzen kannst (Halten sich aus meiner Sicht (bitte nicht falsch verstehen) im Vergleich zur allgemeinen Performance die Verluste in Grenzen) und würde diese daher bewusst in Kauf nehmen."
Ja das sind wirklich keine großen Verluste und die sind ja kalkulierbar, d.h. ich verkaufe im Tief und kaufe auch wieder im Tief. Habe nur bisher keine Erfahrungen mit diesen Verlusttöpfen gemacht, da ich bisher noch nie verkauft habe.

"Hier trifft klar zu, schämen gibts nicht! Du hast Erfahrungen gesammelt und warum nicht einfach Mal was ausprobieren."
Ich werd den Fonds auch behalten, das Ding nagel ich mir übers Bett als Erinnerung. 😃

"Ich würde einen Großteil entweder in die klassischen MSCI World (IE00B4L5Y983) / EM (IE00BKM4GZ66) (altbekanntes 70/30 ;)) oder die Vanguard Palette stecken und darum dir deine Satteliten aufbauen. Ich denke nur in dem Zeithorizont bietet sich eine "sichere Sache" an und du musst dich im Idealfall nicht kümmern. Gerne auch mit den bisherigen ETFs. (als Satelliten) ggf. hast du da Überschneidungen. Müsste ich mir nochmal im Detail anschauen, aber wenn du von den Sektoren überzeugt bist und die Wette eingehen willst nur zu."
Ja 70/30 liest man ja immer wieder aber ich halte nicht viel von EM. Ich wollte auf jeden Fall etwas mit Nachhaltigkeit und habe mehrere MSCI ETFs verglichen und da hat sich der Amundi herauskristallisiert, auch weil ich den kostenlos mit Einmalzahlungen vollpumpen kann. Das wollte ich einfach mal für mich testen in den ersten Monaten mit dem Market timing und selbst bisschen "zocken" in den sicheren ETF.

"Bei dem iShares STOXX Europe 600 würde ich wenn du Europa übergewichten willst, dann auf den klassischen gehen ohne die "Einschränkung" auf Financal Services (DE0002635307)"
Danke für den Hinweis, schau ich mir gerne an. Man kann ja nicht mal von einer Übergewichtung au Europa sprechen, das ist eher ein Versuch, von USA wegzukommen.

"Abschließend noch zwei Worte, ich hoffe ich konnte dir mit meinen Erfahrungen den ein oder anderen Denkanstoß / Idee mitgeben. Darüber hinaus drücke ich dir die Daumen bei deinem Plan und bin gespannt wie deine Entscheidung ausfällt bzw. sich dann dein Portfolio verändert. "
Danke, ich werd ein Update posten, wenn alles über die Bühne gegangen ist.

"Eine Frage  hab ich dir noch: Waren die DIST (ausschüttenden Fonds (waren ein Großteil, wobei ich meine bei der Sparkasse werden die Auszahlungen wieder angelegt. korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege) bewusst gewählt? Falls ja, willst du die Strategie weiterfahren und Ausschüttungen kassieren.? Wenn nicht vergiss die Frage."

Die waren dahingehend bewusst gewählt, dass ich den Pauschbetrag ausnutzen wollte. Und ja, die werden wieder angelegt. Nachdem der Betrag ausgeschöpft war, habe ich aber nie weiter optimiert in Richtung thesaurierend.

Aktuell habe ich 3 thesaurierende und 1 ausschüttende ETFs (mit dem STOXX EU 600 wären es 2) gewählt und will die entsprechend so aufstocken, dass der Pauschbetrag wieder genutzt wird. Wie viel Kapital da benötigt wird, muss ich noch herausfinden. Habe mal in einem anderen Thread hier iwas von 40-60k gelesen.

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Gelöschtes Konto

zu Ja dann mal GZ zu deiner Entscheidung dich selbst mit deinen Finanzen zu beschäftigen. Damit bist du schon viel weiter als ein Großteil der deutschen Sparer! Deine aktiven Fonds und tollen Bankverkäufer-Gespräche kannst du einfach unter "Forschung kostet" abhaken und dann weiterziehen. Die Entscheidungen wurden in der Vergangenheit getroffen, aber jetzt hast du die Möglichkeit diese zu korrigieren.

So da schon jemand anders die Wall of text geschrieben hat, versuche ich mich mal kurz zu fassen 😂

Nicht lange fackeln, einfach an einem Börsenplatz deiner Wahl zwischen 08:00-20:00/22:00(Xetra) an einem Mo-Fr einige Limit-Order ausführen und alles (ggf. auch direkt deine Einzelaktien und ETFs) verkaufen. Du solltest dann ~165k nach Steuer (je nachdem welche Teilfreistellung bei den Fonds greift) zur Verfügung haben.

Von Low Carbon/ESG/SRI oder sonstigen Sektor/Branchen oder Themen-ETFs würde ich für den langfristigen Anlagehorizont von absehen. Das sind alles Dinge die man kurz-mittelfristig machen kann, wenn man denn bereit ist sich auch damit aktiv zu beschäftigen. Ansonsten Finger weg, das meiste davon ist nur Marketing-Blabla und bringt auf Dauer nichts. Zu diesem Thema möchte ich dich aber mal bitten meinen Kommentarblock durchzuscrollen, da ich diese Themen bereits in anderen Fäden beantwortet habe.

Beim Punkt Einmalinvest vs Sparplan oder Tranche wäre ich normalerweise sofort beim rein rationalen Einmalinvest. Allerdings hast du dir einen bescheidenen Zeitpunkt für dein Vorhaben ausgewählt. Bis zum Ende des Jahres sollten weitreichende finanzpolitische Entscheidungen (Anleihenrückkaufprogramm & Leitzins - Thema Tapering) getroffen werden. Da die Auswirkungen fatale Konsequenzen für den Finanzmarkt bedeuten würden, kann es abhängig vom Ausgang durchaus von Vorteil sein noch etwas zu warten.

Nebenbei würde ich behaupten das die Opportunitätskosten überschaubar bleiben wenn du in der Zeit nicht voll investiert bist.

Jetzt aber zum eigentlichen Vorschlag, jedoch vorher noch mal das übliche:

Disclaimer: Keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung!

Alle hier angegebenen Informationen stellen keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar!

Es handelt sich bei allen Aussagen um meine allgemein veröffentlichte Meinung. Die Informationen habe ich aus meinen Erfahrungen als Privatanleger gewonnen.

Und nein ich werde nicht von Vanguard dafür bezahlt, ich bin einfach nur von einem Großteil der Produkte überzeugt. 😆

Das Konzept unterteilt sich in 80% offensiv und 20% defensiv und soll neben der marktüblichen Rendite den langfristigen Drawdown ein wenig abfedern.

(Der Global Short-Term Bond (TER 0,15%) und der Global Small-Cap (TER 0,29%) sind keine ETFs sondern passive Fonds und können kostenlos bei Smartbroker bespart oder ohne Ausgabeaufschlag gekauft werden.)

Der FTSE All-World bildet deinen offensiven Kern in der Ausschüttenden Variante bis du dort ~70k investiert hast. Danach kann die thesaurierenden
Anteilsklasse weiter gekauft/bespart werden. (Wenn sich in der Zukunft die Dividendenrendite ändert kannst du ganz einfach die neue Summe mit dem Rechner von Finanfluss ermitteln.)

Dazu kommen noch 10% Small Caps (dt. auch als Nebenwerte bekannt) als kleiner Faktor (Faktor-Investing) aber vorallem zur weiteren Diversifikation (Thema unsystematisiche Risiko). Nebenbei ist dieser Fond billiger als der iShares MSCI World Small Cap (TER 0,35%) und schneidet dabei nicht schlechter ab - Vergleich Small Caps.

Im Defensiven Teil befindet sich der Global Short-Term Bond mit kurzflaufenden (Fälligkeit größtenteils in 1-3 Jahre) Anleihenmix hoher Bonität (AA-). Seine Aufgabe ist nicht die Rendite zu erwirtschaften sondern für Stabilität zu sorgen. Besonders in der Übergangsphase wenn es einen positiven Entscheid für das Anheben des Leitzins gibt, wird dieser Anleihenmix aufgrund der kurzen Laufzeit nicht so sehr in Leidenschaft (Zinsänderungsrisiko) gezogen wie die anderen üblichen Aggregate Bond ETFs.

Die kleinste Position im Portfolio nimmt das Euwax Gold ein. Diese soll ebenfalls nicht als Renditebooster dienen, sondern aufgrund der niedrigen Korrelation zu anderen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen den Drawdown abfedern. Als nettes Gimmick ist der Gewinn nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr steuerfrei und hat keine Verwaltungskosten. Zusätzlich könnte man sich bei Bedarf die Anteile auch noch in physisches Gold ausliefern lassen.

Abschließend noch ein paar Fakten:
Es sind 8094 Aktien (keine Überschneidungen) und 3939 Anleihen-Positionen enthalten.
Die Portfolio TER liegt bei ~0,2% und hat dieses Jahr bisher ~14,5% Rendite eingebracht.

Hier mach ich jetzt einfach mal einen Cut. Bei weiteren Fragen - einfach raus damit...

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Andreas
Autor
Plus

Mitglied

So da schon jemand anders die Wall of text geschrieben hat, versuche ich mich mal kurz zu fassen 😂

Hat fast geklappt ;)

Nicht lange fackeln, einfach an einem Börsenplatz deiner Wahl zwischen 08:00-20:00/22:00(Xetra) an einem Mo-Fr einige Limit-Order ausführen und alles (ggf. auch direkt deine Einzelaktien und ETFs) verkaufen.

Also die ETFs hab ich mir schon bewusst ausgesucht, die werd ich erst mal drin lassen. Und der Rest (aktive Fonds) liegt noch bei der Bank, denke daher es ist besser, das Depot zu übertragen und dann zu verkaufen.

"Von Low Carbon/ESG/SRI oder sonstigen Sektor/Branchen oder Themen-ETFs würde ich für den langfristigen Anlagehorizont von absehen. Das sind alles Dinge die man kurz-mittelfristig machen kann, wenn man denn bereit ist sich auch damit aktiv zu beschäftigen. Ansonsten Finger weg, das meiste davon ist nur Marketing-Blabla und bringt auf Dauer nichts. Zu diesem Thema möchte ich dich aber mal bitten meinen Kommentarblock durchzuscrollen, da ich diese Themen bereits in anderen Fäden beantwortet habe."
Danke für die neue Perspektive, habe auch schon einkalkuliert, dass es gern als Köder genommen wird. Gleichzeitig will ich gern daran glauben, dass dieser "Filter" funktioniert. Ich denke (befürchte) auch, dass der Kimawandel gerade langfristig von Bedeutung sein wird und eben kein kurzfristiger Trend ist. Und bei dem Vergleich mit dem Gebrauchtmarkt gehe ich nicht ganz mit, da die Nachfrage solcher gebrauchten Produkte schon einen Einfluss darauf hat, welche neuen Produkte gekauft werden. Daher springe ich mal auf den Low Carbon Train auf, in einigen Jahren werden wir ja sehen, ob ich fluche 😀

Beim Punkt Einmalinvest vs Sparplan oder Tranche wäre ich normalerweise sofort beim rein rationalen Einmalinvest. Allerdings hast du dir einen bescheidenen Zeitpunkt für dein Vorhaben ausgewählt. Bis zum Ende des Jahres sollten weitreichende finanzpolitische Entscheidungen (Anleihenrückkaufprogramm & Leitzins - Thema Tapering) getroffen werden. Da die Auswirkungen fatale Konsequenzen für den Finanzmarkt bedeuten würden, kann es abhängig vom Ausgang durchaus von Vorteil sein noch etwas gewartet zu haben.
Nebenbei würde ich behaupten das die Opportunitätskosten überschaubar bleiben wenn du in der Zeit nicht voll investiert bist.
Das stimmt, lausche auch schon gespannt den Nachrichten. Ich werde bis Weihnachten nur Sparpläne in die neuen ETFs fließen lassen und mich dabei um den Umzug des Depots kümmern. Die Zeit nutze ich gleichzeitig, um den Markt zu beobachten. Nächstes Jahr hab ich dann das Kapital frei zur Verfügung und kann immer noch alles investieren, so der Plan erst mal.

Da ist wohl die ISIN doppelt kopiert worden ;)
Ich kann aber beide Globals nicht bei der ING finden, sind die exklusiv für Smartbroker?

Der FTSE All-World bildet deinen offensiven Kern in der Ausschüttenden Variante bis du dort ~70k investiert hast. Danach kann die thesaurierenden
Anteilsklasse weiter gekauft/bespart werden. (Wenn sich in der Zukunft die Dividendenrendite ändert kannst du ganz einfach die neue Summe mit dem
Rechner von Finanfluss ermitteln.)
Danke für den Link, hatte mich schon gefragt, welche Summe in den Ausschüttern liegen muss.

Im Defensiven Teil befindet sich der Global Short-Term Bond mit kurzflaufenden (Fälligkeit größtenteils in 1-3 Jahre) Anleihenmix hoher Bonität (AA-). [...] Besonders in der Übergangsphase wenn es einen positiven Entscheid für das Anheben des Leitzins gibt, wird dieser Anleihenmix aufgrund der kurzen Laufzeit nicht so sehr in Leidenschaft (Zinsänderungsrisiko) gezogen wie die anderen üblichen Aggregate Bond ETFs.
Dankeschön für den Input, das klingt durchaus einleuchtend hinsichtlich der Zinsänderung. Ich werde mich mal auf die Suche begeben, welche Pendants hierzu es bei der ING gibt.

Die kleinste Position im Portfolio nimmt das Euwax Gold ein. Diese soll ebenfalls nicht als Renditebooster dienen, sondern aufgrund der niedrigen Korrelation zu anderen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen den Drawdown abfedern. Als nettes Gimmick ist der Gewinn nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr steuerfrei und hat keine Verwaltungskosten. Zusätzlich könnte man sich bei Bedarf die Anteile auch noch in physisches Gold ausliefern lassen.
Auch hier danke für den Tipp, definitiv eine Überlegung wert!

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Andreas
Autor
Plus

Mitglied  Solange du unter der Einlagengrenze von 100k bleibst (bzw je nach Bank mittlerweie bzgl. Negativzinsen auch darunter) kannst du Cash getrost auf dem Tagesgeldkonto liegen lassen. Das entspricht dann deinem risikoarmen Anteil und wird jetzt nicht von heute auf morgen durch die Inflation aufgefressen.
Das hatte ich die letzten Jahre auch gemacht und wollte jetzt "endlich mal" umfangreicher investieren 😀
Aber etwas größere Reserven können aktuell sicher nicht schaden.

Bezüglich deiner vorhanden ETFs, solltest du aber auf den InfoTech achtgeben. Der wird bei einer Änderung vom Leitzins besonders betroffen sein (Thema Tapering & Unternehmensbewertung mittels Discounted Cashflow Verfahren).
Ja der ist eine Übergewichtung und soll auch nicht groß weiter bespart werden. Wollte mir den einfach als kleinen Vergleich im Depot halten.



Generell sollte man mit ESg/SRI Welt ETFs ein wenig abwarten, die haben ihre bisherige Über-performance aus dem hohen Techanteil bezogen von ~25%.
Für wie lange? Du meintest ja, dass Tech bei einer anderen Zinspolitik am sensibelsten reagieren wird. Aber auf 20 Jahre?

Daneben der Amundi S&P Global Luxury hat trotz Swapper eine absolut unterirdische Trackingdifference von 0,8% und ist nix anderen wie ein Mix aus 80% zyklischen und 20%  nicht-zyklischen Konsumgütern. Kann man auch hier gut in dem Vergleich erkennen.
Da weiß ich jetzt nicht genau, was du mir sagen willst. Dass er "luxury" heißt, obwohl Konsumgüter drin stecken?
Er hat einen geringen Anteil an USA, weshalb er in meinen Augen genau die richtige Ergänzung für mein Protfolio war und ich kann kostenlos investieren.

Mal nebenbei gefragt, in wie weit passt das in dein ESG/SRI/LowCarbon Konzept?
Ich fahre das Konzept nicht zu 100%, das stimmt. Ich wollte aber zumindest den ETF "passend" wählen, in den der Löwenanteil nach der Auflösung der alten Fonds fließt und das wäre eben der Low Carbon.

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Gelöschtes Konto

@andreas_p habe die ISIN des SmallCaps korrigiert und direkt hier noch einmal (IE00B42W4L06).

Ja die Global Fonds sind wohl nur per Smartbroker verfügbar.
Beim Thema Anleihen ETFs wird es schwer eine passende Alternative zu finden.
Solange du unter der Einlagengrenze von 100k bleibst (bzw je nach Bank mittlerweie bzgl. Negativzinsen auch darunter) kannst du Cash getrost auf dem Tagesgeldkonto liegen lassen. Das entspricht dann deinem risikoarmen Anteil und wird jetzt nicht von heute auf morgen durch die Inflation aufgefressen.

Beim SmallCap, wenn denn gewollt, kannst du auch den von iShares oder SPDR nehmen. Gefilterte SmallCaps gibt es bisher nur mit USA Region von UBS( IE00BKSCBX74 ) und Credit Suisse( IE00BMDX0L03 ). Da kann ich dir aber leider nichts zu erzählen.

Wenn du ESG/SRI -Filter haben möchtest hätte ich da natürlich auch was von Ratio... ehm VANGUARD -> den ESG Global All Cap  IE00BNG8L385.  Den könntest anstatt dem FTSE All-World nehmen.
Der hat eine niedrigere Dividendenrendite (was vermutlich am fehlenden Old Economy Bereich liegt) und benötigt daher ~76k um den FSA zu bedienen.

Nebenbei kostet er mit 0,02% TER minimal mehr aber bietet dafür auch direkt 5568 Aktienpositionen. Mehr gibt es bisher in keinem anderen ETF hier in Deutschland.

Bezüglich deiner vorhanden ETFs, solltest du aber auf den InfoTech achtgeben. Der wird bei einer Änderung vom Leitzins besonders betroffen sein (Thema Tapering & Unternehmensbewertung mittels Discounted Cashflow Verfahren).

Generell sollte man mit ESg/SRI Welt ETFs ein wenig abwarten, die haben ihre bisherige Über-performance aus dem hohen Techanteil bezogen von ~25%.

Daneben der Amundi S&P Global Luxury hat trotz Swapper eine absolut unterirdische Trackingdifference von 0,8% und ist nix anderen wie ein Mix aus 80% zyklischen und 20%  nicht-zyklischen Konsumgütern. Kann man auch hier gut in dem Vergleich erkennen.
Mal nebenbei gefragt, in wie weit passt das in dein ESG/SRI/LowCarbon Konzept?

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Matze
Plus
Beta

Mitglied Stimmt, so ist der Tech-Anteil in den ETFs höher.

Nur Low Carbon oder ESG sind mir persönlich zu "schwach". Selbst mit SRI bin ich aktuell noch nicht ganz glücklich. Allerdings ist im ETF-Umfeld aktuell nichts anderes/besseres möglich. Daher liegt/fließt ein Teil bei mir auch in aktive Fonds (steinigt mich).
Was mir außerdem an der SRI Variante bei iShares nicht gefällt ist der überdurchschnittlich hohe Prozentsatz der Top 10 Positionen, aber damit muss ich im Moment leben.

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Gelöschtes Konto

@matze_923b54 hmm okay die iShares habe ich mir tatsächlich garnicht angeschaut. Dann korrigiere ich meine Aussage und beziehe mich auf einige anstatt alle der ESG/SRI/CW Filter ETFs.

Ach ich sehe gerade das ich bei meiner Suche selbst einen Filter ausgesetzt nach World + Low Carbon hatte und dann purzeln auch nur 10 ETFs raus wo die meisten den größten Anteil in Tech setzen.

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Fred

Kudos dafür, dass du in nachhaltige Fonds investierst ;-) Mach ich auch, obwohl an jeder Ecke der klassische MSCI World empfohlen wird wegen MaXiMaLeR dIvErSiFiZiErUnG ;-P Aber grade der Fakt, dass bei den meisten Geldanlagen mein Geld bei nem Haufen Scheißunternehmen landet, hat mich zu lange davon abgehalten, überhaupt zu investieren :-P

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Gelöschtes Konto

@fred_dc3941 nur landet dein Geld eben nicht bei den Unternehmen, sondern bei der Person die dir den Anteilsschein verkauft hat (IPOs & SPACs ausgeschlossen).

Was sind denn für dich überhaupt "Scheißunternehmen" per Definition?

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