Matthias
Beta

Gepostet in Schnack

Anlagen in Zeiten der Unsicherheit

Hallo liebe Community,

ich habe eine Frage:
Man behauptet doch immer, dass gerade, wenn es an der Börse stürmisch zugeht, Anlagen eine gute Möglichkeit sind, um Verluste zu reduzieren. Sie sollen das Portfolio stabilisieren.

Nun, als ich Ende 2020 angefangen habe zu investieren, dachte ich mir, dass ich auch einen gewissen monatlichen Teil in ebensolche Anlagen stecken könnte.
Ich habe mich für diese hier entschieden: IE00B4WXJJ64 und investiere monatlich 10% (=150€) hierein.

Resultat: Aktuell steht die Anlage bei mir knapp 15% im Minus und damit deutlich mehr als das gesamte Portfolio (Minus 8 Prozent).

Wie kann das sein, was mache ich falsch? 
Ich würde mich sehr über ein Feedback freuen.

Viele Grüße
Matthias

11 Kommentare

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Arminius

Also gut 10% macht allein schon der Währungsverlust übers Jahr aus! Emittiert ist der Bond in Irland, also ist er in GBP angelegt, das aufs Jahr gegenüber dem € gut 10% schwächer ist! Bei einem USD Bond wärst du wahrscheinlich noch im Plus.

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Philipp K
Plus
Beta

@arminius  dumme Frage, aber warum sollte ein Anleihen ETF von Euroländern, welcher in Irland (wo die Währung Euro ist) emittiert in GBP angelegt sein?

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Holger
Plus

@arminius  Wie kommst du auf Nordirland? Der Fonds ist in Irland (Republik) aufgelegt und die Fondswährung ist laut Fact Sheet auch Euro. Alles andere würde bei einem Fonds von Euro-Anleihen auch wenig Sinn ergeben.

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Arminius

Hallo @philipp_335fe9 , ja in der Republik, in Nordirland ist das GBP Zahlungsmittel! Das Problem ist hier das Währungsrisiko. Ich halte seit einigen Monaten selbst ein ETF USD Bond der ist nach ca 7 Monaten 10% im Plus!

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Philipp K
Plus
Beta

Anleihen und steigende Zinsen vertragen sich nicht, weil es ja jetzt für neue Anleihen mehr Zinsen gibt, als für alte, daher ändert sich der Kurs. Diesbezüglich empfehle ich folgendes Video. Das sollte einiges erklären: https://www.youtube.com/watch?v=R-0dmOJDnBg

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Eric

Zusätzlich zu den hier bereits genannten Erklärungen sind das auch Staatsanleihen von EU-Ländern. Bei US-Anleihen wärst du allein schon wegen der Aufwertung des Dollars ggüber dem Euro im Plus. Siehe WKN  A2N7D1

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Manu
Plus
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Wie Philipp schon sagt, steigende Zinsen und Anleihen vertragen sich nicht gut.

Des weiteren, ist der Zeitraum, den du betrachtest sehr kurz seit Ende 2020.

Hier noch ein zweites Video zum Thema Asset Allocation - leider ein kanadisches Beispiel, aber die zitierten Analysen und Thesen sind auch international anwendbar: https://www.youtube.com/watch?v=7gkQHSW3hkE\&ab_channel=BenFelix

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Matthias
Autor
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Hallo  @johnny , vielen Dank für deine mutmachende Einschätzung.
Eine Rezession ist nie gut, ich habe aber mal gehört, dass Sie -wenn schon nicht vermeidbar- am besten zu Beginn der Ansparphase stattfinden sollte.

Zum Thema mit den Anleihen: Ich behalte meine Strategie dann so bei. 
Meinen zweiten großen Flop, die REITs behalte ich ja ebenso.

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Johnny
Beta

@matthias_544df1 glaub mir, momentan ist es für keinen leicht. Ich bin zwar "nur" 9% im Minus, aber es ist einfach nervig. Dennoch kaufe ich munter weiter. Wenn ich so in meinem Bekanntenkreis rumschaue, gibt es welche, die nahe am Totalverlust sind. Einfach weil falsche Invests und dann auch Verlustrealisierung. Das diese die nächsten 10 Jahre nichts von Börse, Fonds, Krypto hören wollen, ist dann die nächste bittere Realität...

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Matthias
Autor
Beta

Vielen lieben Dank für die zahlreichen Erklärungen, die haben mir sehr geholfen. 
Macht es denn Sinn, in altbekannter Buy and Hold Strategie immer weiter in diese Anleihe zu investieren oder sollte ich über einen wechseln nachdenken? Ich weiß, niemand hat eine Glaskugel, aber was würdet ihr in meinem Fall machen?

Zur Info: Ich bekomme weder kalte Füße noch habe ich ein Zeitproblem (ich sehe das alles als 25 Jahresprojekt) - ich möchte nur nicht die falschen Entscheidungen treffen.

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Johnny
Beta

@matthias_544df1 auch wenn ich in Sachen Fonds nicht das Expertenwissen habe, kann ich zum allgemeinen Thema "und was mache ich jetzt, wo gerade die Welt untergeht?" was sagen:

Prinzipiell würde ich nichts an der Basis deiner Strategie ändern. So wie du es dir mal ausgemalt hast, so soll es weiter gehen (außer du hast Erkenntnisse, dass das deine Strategie komplett falsch ist, aber das ist ein anderes Thema). Momentan fällt es niemandem leicht in sein Depot reinzuschauen, die die besser dran sind, haben vielleicht solide Investments und sind ein Hauch positiv oder nur leicht negativ, kenne aber viele die sehr kräftig im Minus sind. Und egal wo du hinschaust ist alles schlecht: Aktien, Fonds, Crypto - ja es gibt vielleicht einige Unternehmen, die sich derzeit retten, aber da man ja breit aufgestellt sein sollte, reisen die anderen Invests einen mit runter.

Fazit: Bleibe bei deiner Strategie, umso mehr weil du selbst sagst "es ist ein 25 Jahre Projekt". Es ist aber nicht verboten nach anderen Invests Ausschau zu halten, da ja momentan Schlussverkauf ist, von daher kannst du sehr wohl mit Gedanken spielen, dein Portfolio anderweitig zu erweitern oder den einen oder anderen Invest zu tätigen. Generell sollte man sein Portfolio regelmäßig überprüfen, aber aufgrund der jetzigen Situation alles hinzuschmeißen oder lieber aufs Sparbuch zu setzen wäre definitiv der falsche Weg. 🧐

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