Gepostet in Portfolio Roasts
Entwicklung vom Mischmasch- zum Core-Satellite-Depot
Link zum Depot: https://app.parqet.com/p/62874b2a4a8558ed2a9a7af5
Hallo,
hier ein Update zu meinem Depot, welches ich in der Community bereits vor 6 Monaten vorgestellt habe und kürzlich deutlich umstrukturiert habe. Meine Anfänge und Hintergrundinfos sind dort ausführlich nachzulesen.
Nach insgesamt knapp 2 Jahren Erfahrungen an der Börse mit all meinen Fehlern, Ausprobiereien und Strategie-Wechseln/Unsicherheiten habe ich mich am 01.12.2023 dazu entschieden, mein Depot aufzuräumen, mich vom Großteil meiner Einzelaktien (teils mit Gewinnen, teils mit Verlusten) zu trennen und somit die Entwicklung vom bisherigen passiven-aktivem Mischmasch-Depot in Richtung passivem Core-Satellite-Depot voranzutreiben.
Ab Januar 2024 werde ich insgesamt 13.200 Euro pro Jahr in folgende ETFs via Sparpläne automatisiert investieren mit folgender Intention/Motivation:
- 91% (1000 Euro monatlich = 12.000 Euro pro Jahr):
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF - USD ACC
Depot-Kern (breit diversifiziert)
- 3% (100 Euro vierteljährlich = 400 Euro pro Jahr):
Xtrackers MSCI World Consumer Staples UCITS ETF - 1C USD ACC
Betonung des Basiskonsum-Sektors (defensiv, geringe Volatilität)
- 3% (100 Euro vierteljährlich = 400 Euro pro Jahr):
Invesco STOXX Europe 600 Optimised Insurance UCITS ETF Acc
Betonung des Versicherungs-Sektors (dividendenstark, Europa)
- 3% (100 Euro vierteljährlich = 400 Euro pro Jahr):
Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF - USD DIS
Regelmäßige Dividenden-Ausschüttungen (um nebenbei noch den restlichen Sparerpausch zu nutzen)
Die drei Satelliten sind primär psychologisch motiviert und haben sekundär den beabsichtigten Nebeneffekt, das starke (Über?)Gewicht von USA und Technologie im Kern etwas zu minimieren.
Diese Entscheidung ist maßgeblich inspiriert durch persönliche Reflektion, Recherche, Feedback/Impulse aus der Parqet-Community und die jüngste Einsicht, dass ich rückblickend erfolglos war mit meinen Versuchen durch aktives Management von Einzelaktien die Performance des breiten Markts abzubilden oder gar übertreffen zu können (ganz zu schweigen von dem Zeitaufwand und den Gebühren).
Offensichtlich hat es mir nicht genügt, dies theoretisch in Literatur und Podcasts zu konsumieren, sondern musste es auf die harte Tour mit „skin in the game“ lernen … das hat mich auch über 1000 Euro an Gebühren gekostet („hin und her macht die Taschen leer“). Die ING ist nicht der günstigste Broker – bin da aber zufrieden und möchte in Zukunft ja nur noch die kostengünstigen ETF-Sparpläne laufen lassen, sodass ich das als einmaliges Lehrgeld verbuche.
Konkret habe ich am 01.12.2023 meine Holdings von 65 auf 22 reduziert und den Großteil der Verkäufe in den Kern (Vanguard FTSE All-World UCITS ETF - USD ACC) umgeschichtet. Damit fühle ich mich bereits deutlich wohler und entspannter 😊.
Meine Vorsätze fürs nächste Jahr und die darauffolgenden Jahre:
- ETF-Sparpläne passiv laufen lassen und Strategie tatsächlich durchziehen
- nicht in die Versuchung kommen weitere Einzelaktien zu kaufen, kein Hin- und Her mehr
- Depot nur max. 2 Mal pro Jahr checken (und nicht wie bisher wöchentlich)
- verbleibende Einzelaktien bei Gelegenheit mit Gewinn verkaufen (bzw. notfalls auch mit Verlust nach max. 3 Jahren) und in Kern umschichten
Ich bin gespannt auf eure konstruktive Kritik, Anregungen und was ihr von meiner Entscheidung und Vorsätzen haltet. In einem Jahr werde ich mich wieder an dieser Stelle mit einem Update melden – und hoffe sehr, dass ich dann meinen Vorsätzen treu geblieben sein werde.
Schöne Vorweihnachtszeit und entspannte Tage! 😊
PS: Zum verlinkten Depot kommen 3000 Euro, die in einer 4,25% Unternehmensanleihe von Porsche Holding bis 2030 geparkt sind (konnte ich nicht in Parqet einpflegen).
PPS: Das verlinkte Depot bildet meine risikoreiche Anlageklasse ab, die ca. 25% meines Gesamtvermögens ausmacht – die restlichen ca. 75% sind relativ risikofrei in Tages-, Festgeld, Sparbuch und Bausparer angelegt.
Erstmal ne gute Entscheidung von dir dich von dem ganzen Mist zu verabschieden und frisch reinzugehen, ich hätte zu deiner neuen Strategie aber noch ein paar Anmerkungen:
@qsar Danke vielmals für deine Anmerkungen.
Ich verstehe, was du mit "potenziellem Schrott Aktien im ETF" meinst, wobei das ja bei einem Satelliten von jeweils 3% Beimischung/Betonung insgesamt nicht groß ins Gesamtgewicht fallen dürfte.
Was meinst du mit "du sparst dir die zusätzlichen Kosten"? Meinst du die laufenden Kosten, die ich bei Einzelaktien grundsätzlich nicht habe? Andererseits habe ich bei Einzelaktien neben den bereits erwähnten Risiken und Nebenwirkungen ja auch Kaufgebühren (pro Order) und es sind auch nicht alle als bequemer Aktien-Sparplan (zumindest bei der ING) verfügbar.