Denny
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Gepostet in Schnack

Steuern auf Aktien

Hallo zusammen,

ich bin neu in der Welt der Einzelaktien und habe eine Frage.

Ich habe bei Trade Republic Einzelaktien von Lufthansa gekauft.

Da ich derzeit in Italien steuerpflichtig bin, finde ich auf der Abrechnung folgende Abzüge/Steuern.

Beispiel:

100 Aktien mit 0,30€ je Dividende = 30€ Dividende

Quellensteuer Deutschland (25%, durch Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und Italien 15%) - 4,50€

Solidaritätszuschlag: 5,5% der Quellensteuer - 0,25 €

Zwischenbetrag: 25,25€

Kapitalertragsteuer Italien (26% auf die Netto-Dividende aus Deutschland) - 6,57€

Nettodividende 18,69€

In Summe wäre es eine Nettodividende von 18,69 (62%), bei 11,31€ (38%) an Steuern.

Frage:

  • warum gibt es in Deutschland den Solidaritätszuschlag?
  • macht es für mich Sinn, nur Aktien in Italien zu kaufen, da ich die 15% an Quellensteuer und den Solidaritätszuschlag (Soli) in Deutschland vermeiden kann und bei Bedarf nur Wachstumsaktien kaufen soll, ansonsten sind die Steuern sehr hoch.
  • Oder nur Aktien aus Großbritannien, da in diesem Fall 0% an Quellensteuer in GB anfallen?
  • Wie würde es aussehen, wenn ich anstatt Einzelaktien, voll auf den Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF - USD DIS setzen würde? Würde ich in diesem Fall auch nur die 26% an Kapitalsteuer in Italien zahlen, da Irland 0% Quellensteuer erhebt?

Habt ihr weitere Tipps für mich wie man Steuern vermeiden kann?

Danke vorab für euer Feedback.

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8 Kommentare

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Marius
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Der Soldidaritätszuschlag wurde mit der Wiedervereinigung eingeführt um den Aufbau von Ostdeutschland zu finanzieren. Und natürlich geben Politiker eine einmal eingeführte Einnahmequelle nicht so einfach wieder auf. Faktisch beträgt die Kapitalertragssteuer hier daher 26,38%, nur halt auf zwei Posten verteilt.

In vielen Fällen kann man sich die Quellensteuer von den Finanzbehörden der jeweiligen Länder zurückerstatten lassen, inwiefern das in diesem Fall gilt und mit welchem Aufwand das verbunden ist kann ich aber so nicht sagen.

Ich persönlich investiere auch nur in Aktien/ETFs wo die Quellensteuer kein Thema ist (da nicht vorhanden oder voll auf die inländische Steuer angerechnet). Welche Länder da (außer den 0% Ländern wie GB) in Frage kommen hängt aber an den jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), da müsstest du dich für Italien mal schlau machen.

Da Steuern eine weitgehend nationale Angelegenheit sind wirst du hier wenig Tipps für die Situation in Italien finden.

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Christian
Investor
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@denny

So etwas ähnliches (Vereinheitlichung und Beschleunigung von Rückerstattungsanträgen) ist in Arbeit - FASTER Directive

Besteuerung: Rat beschließt neue Vorschriften für Quellensteuerverfahren (FASTER)

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202500050

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Denny
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@genone Danke für deine Infos. Italien hat mit Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen, somit fallen 15% anstatt 25% Quellensteuern an.

Ich bin dabei mich bei den Steuerthema einzulesen. Schade, dass es EU weit keine Einigung gibt, dass man nur einmal die Quellensteuer zahlt, anstatt in beiden EU-Ländern.

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Denny
Autor
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@christian_b8f7b9 Danke für die Info und den Link! Na, dann hoffen wir mal, dass das bald umgesetzt wird.

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Hotte
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@christian_b8f7b9 Find ich super! Leider muss das erst Anfang 2030 in nationales Recht umgewandelt sein.

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Christian
Investor
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Zuerst erkundigst du dich mit welchen Staaten Italien ein DBA geschlossen hat und wie viel anrechenbar ist.

Anmerkung von mir: TR (oder jeder andere Neobroker) ist eigentlich so ziemlich sie schlechteste Wahl wenn es um Quellensteuern geht; du zahlst dort fast nix, du bekommst dfür auch fast nix - Einfache Regel.

Bei einer Dividendenstrategie die auch Staaten einschließt mit höheren Quellensteuern, nimm bitte vernünftige Broker mit ordentlichen Support und Service-Leistungen (z. B. die Möglichkeit für Reduktion von Quellensteuern - das bieten nämlich einige Staaten an (Norwegen, Frankreich, etc.), aber der Broker muss das entsprechend auch anbieten. Neobroker sind höchstens für US-Aktien und Quellensteuer-freie (bzw. jene mit voller Anrechnung) Staaten brauchbar. Sofern sie dort (über den Marketmaker) überhaupt handelbar sind (das ist nämlich der nächste Nachteil von Neobrokern).

Die meisten Staaten stellen auch Formulare (PDF und/oder Online) zur Verfügung um die zu viel bezahlte Steuer rückerstatten zu können - bei einigen ganz Einfach (Norwegen), andere eher schwieriger bis umständlich (Frankreich, Deutschland). Bei einigen gehts dann mit der Überweisung ruckzuck (einige Wochen bis wenige Monate (Norwegen, Schweiz), andere lassen sich schon mal 2 - 3 Jahre Zeit (ihr Italiener ;-), Dänemark).

PS: beim Steuerreport von TR darauf achten das der überhaupt richtig ist, bzw. ob bei euch in Italien ebenfalls das FIFO Prinzip gilt (falls du Verkäufe versteuern musst), oder der Durchschnitt (das unterscheidet sich von Land zu Land).

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Denny
Autor
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@christian_b8f7b9 TR scheint hier aktuell nur bei US-Aktien korrekt abzurechnen. Vielleicht sehe ich mich nach einem italienischen Broker um, aber die sind in der Regel etwas teuer bzw. nicht so fortschrittlich wie deutsche Neobroker.

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Christian
Investor
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@denny @denny Sie mögen teurer sein, aber dafür bekommst du dort auch Support und vermutlich vieles mehr. Bei TR gibts meines Wissens ja nicht mal mehr eine Support-Mail-Adresse. Bei Vollbrokern hast du zusätzlich mehrere Handelsplätze und in der Regel auch Zugang zu den direkten Börsen.

Ich habe z.B. sogar ein kleines Nebendepot bei meiner Hausbank, da zahle ich bei meinen Depot-Model ca. 15 Euro Ordergebühr, dafür habe ich über 40 Handelsplätze (darunter auch Mini-Börsen wie Ljubljana), keinerlei Probleme Bei DBAs, teilweise sogar verringerte Sondersteuersätze bei einigen Ländern (haben einige Banken) und ich kann wenn ich möchte sogar mit einen echten Menschen reden.

Bei TR habe ich seit sie hier in Österreich steuereinfach geworden sind auch ein kleines Depot eröffnet, da werden in Zukunft nur ein paar US-Werte kommen und eventuell der eine oder andere Monatszahler aus Kanada (wie z.b. Exchange Income Corporation) - REITS, BDCs sind in Österreich nämlich leider steuerlich völlig uninteressant (eventuell auch bei euch in Italien darauf achten wie was versteuert ist).

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