Krypto Anfänger versucht sich mit Stablecoins
Hi Leute,
Wie der Titel unschwer vermuten lässt, möchte ich meine ersten Versuche mit Kryptowährungen starten. Die üblichen Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, XRP Solana, etc. verstehe ich jedoch derzeit noch überhaupt nicht.
Ich habe keine Ahnung was die Kurse dieser “Währungen” bewegt, oder welche Kapitalisierung die überhaupt besitzen. Irgendwie ist mir das noch völlig schleierhaft, Die Kryptowährung wird in einer Blockchain elektronisch “geschürft” (??) und ist dann …wo?
Um wenigstens eine gewisse Verbindung zu etwas zu haben, das ich kenne, habe ich mich deshalb für diese sog. “Stablecoins” entschieden, die ja laut Emittent zumindest 1:1 mit einer echten Währung (US-Dollar) abgesichert sind.
Wie seht ihr das? Geht es euch auch so bei Kryptowährungen dass diese einem ziemlich “kryptisch” vorkommen oder hab ich es nur noch nicht verstanden?
LG
Chris
Die erste Frage, die mir bei Deinem Post durch den Kopf schießt, ist das “Warum willst Du in Krypto investieren?”
Zumindest Bitcoin ist jetzt nicht so kompliziert, wenn man sich ein wenig am Eingang des Kaninchenbaus umschaut. Du kannst Dich aber auch gleich tief ins Rabbit Hole stürzen und Dich verwirren lassen 😉
Bitcoin “lebt” in seiner Blockchain und verlässt diese nicht. Insofern ist das “Wo?” aus Deiner Frage, was nach dem Schürfen einen Blocks geschieht, auch einfach zu beantworten. Die neu geschürften Bitcoin werden der Blockchain als Transaktion mit Deiner Adresse hinzugefügt. Diese sog. Coinbase-Transaktion lässt Bitcoin “aus dem Nichts” auf Deiner Adresse entstehen. Du hast den Schlüssel zu Deiner Adresse und kannst damit die Bitcoin bewegen, z.B. zu einem Broker senden und in Euro umtauschen.
@chris_9014bb Wenn du nicht genau verstehst wie Bitcoin und Kryptowährungen allgemein funktionieren solltest du aber bitte nur mit “Spielgeld” (also Geld wo der Verlust verschmerzbar ist) reingehen.
Vor allem solltest du verstehen dass sog. Kryptowährungen allesamt extrem spekulative Assets mit einer sehr hohen Volatilität sind. Die Bezeichnung “Währung” ist nicht wirklich zutreffend (auch wenn das die ursprüngliche Intention war), in der Praxis sind es lediglich digitale Tauschobjekte und sollten ähnlich betrachtet werden wie (Papier)Gold.
Das gilt explizit auch für sog. Stablecoins.
Mit einem Hardware-Wallet reduzierst du zwar das Risiko von Problemen an Handelsplätzen (von technischen Ausfällen über Betrug bis zur totalen Pleite) betroffen zu sein, holst dir aber andere Probleme ins Boot (v.a. natürlich das Risiko die Wallet zu verlieren).
Was die Manipulationssicherheit angeht: Es gibt bislang keine bekannten technischen Schwächen die einen “Hack” ermöglichen würden. Aber zumindest Bitcoin hat eine konzeptbedingte Designschwäche die theoretisch beliebige Manipulationen erlaubt wenn eine Partei den Großteil der aufgewendeten Rechenleistung fürs “Schürfen” (mMn ein saudämlicher Begriff in diesem Kontext, eigentlich werden die vorhandenen Bitcoin nur freigeschaltet) kontrolliert. Und zwar unabhängig davon ob du ein Hardware-Wallet benutzt oder alles online lässt. Lass dir also bitte nicht einreden dass ein Hardware-Wallet so sicher wäre wie z.B. physisches Gold.
@chris_9014bb Gegen etwas FOMO ist aus meiner Sicht nichts einzuwenden. Wenn das dazu führt, dass man sich neues Wissen aneignet und sich nicht blind irgendwo reinstürzt, kann man eigentlich nur gewinnen… zumindest an Erfahrung & Wissen und ganz vielleicht auch an Rendite. Es ergibt also durchaus Sinn, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Ich bin auch erst vor zwei Jahren tiefer in die Materie eingestiegen. Alterstechnisch bin ich nicht so weit von Dir entfernt und mich hat das ausgeklügelte System von Bitcoin recht schnell gecatcht, auch wenn mich die Aussicht auf Rendite erst zum Bitcoin gebracht hat.
Da Bitcoin sich, so lange nicht in andere Coins/Währungen umgetauscht wird, nicht von irgendjemandem kontrollieren lässt, ist es aus meiner Sicht zum Glück eine denkbar ungeeignete Währung für jemanden mit autokratischen Fantasien.
@chris_9014bb In den allermeisten Fällen, die zu einem Verlust der Kryptos führen, sitzt der Fehler vor dem Gerät und nicht in der Blockchain 😉
Wenn Du über Eigenverwahrung (mit einer Hardware-Wallet) nachdenkst, bist Du schon einen ordentlichen Schritt weiter als viele andere. Ich würde auf die folgenden Punkte achten:
… und noch etwas zur Formulierung “meine Kryptos offline lagern”, was jetzt nach Haarspalterei klingen mag. Deine Kryptos sind immer “online”, d.h. die Transaktionen sind in der jeweiligen Blockchain gespeichert. Offline sind die Schlüssel zum Bewegen der Coins, die z.B. in der Hardware-Wallet hinterlegt sind.
@jan_aus_altona Tja, die Frage nach dem “warum”…
Antwort: FOMO vielleicht? Keine Ahnung. Ist nur so’n Gefühl, aber dieses Kryptowährungs Universum, das sich in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat ist für mich irgendwie noch sehr “Nebulös”. Ich weiß nicht was ich damit anfangen kann(soll) ob es irrelevant ist, oder ob (Trumps Genius Act) es vielleicht Sinn macht einen Fuß in dieses Universum zu setzen, um nicht komplett angehängt zu sein, falls sich Kryptowährungen dann doch noch als “DIE” Währung etablieren, die so manchem Autokraten vorschwebt.
@jan_aus_altona Ah ok, danke für deine hilfreichen Tipps und was die “Haarspalterei” betrifft: Deine Erklärung hat mir wieder ein Stückchen mehr an Durchblick verschafft!
Nochmals vielen Dank, Jan!
So fühle ich mich ausreichend gerüstet, einen beherzten Schritt in Richtung Krypto Asset zu wagen.
Dir noch ein schönes Wochenende
Chris