Denny
Plus
Beta

Gepostet in Schnack

Portfolio aufräumen

Hallo in die Runde.

Wie geht ihr jetzt Ende Jahr vor, um das Portfolio aufzuräumen und Positionen zu analysieren? Wie entscheidet ihr welche Position drin bleibt und welche rausfliegt?

Habt ihr eine Checkliste oder welche Kriterien wendet ihr an?

31 Kommentare

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Hardy
Plus

Mein Portfolio ist immer aufgeräumt😇 Die Verifizierung, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde, ist ein Dauerprozess. Und als buy-and-hold-Anleger ist Verkaufen eine absolute Ausnahme. Ins Portfolio kommt nur, was lange drin bleiben soll. Bei Einzelaktien kann es mal vorkommen, dass ich mich von einem Unternehmen trenne, wenn sich die erwartete Entwicklung partout nicht einstellen will, ansonsten bin ich sehr geduldig.

11
FiftyFire
Beta

Hardy hat es schon super zusammengefasst. Ich würde noch den opportunistischen Part der Verlusttopfausschöpfung einwerfen. Da kann es auch schon mal ratsam sein, Verlusttitel “kurzzeitig” unter Wasser zu veräussern, um eine steuerliche Optimierung vorzunehmen.

7
Jan
Investor
Beta

Hallo @denny ,

ich schließe mich da @hardy_42b58e voll und ganz an. Auch ich verfolge den Buy-and-Hold-Ansatz. Bevor ich mich überhaupt für ein neues Wertpapier entscheide, lasse ich mir viel Zeit. Mein Ziel ist es dabei immer, das Portfolio von der Anzahl der Positionen her überschaubar zu halten. Also kein Pokémon-Ansatz (“Gotta catch’em all!”) 😉

Damit ein Titel wirklich rausfliegt, muss bei mir schon einiges passieren. Rückblickend ist das eigentlich nur in zwei Fällen vorgekommen:

  1. Es handelte sich um einen alten Fonds mit grottenschlechter TER, der über Jahre auch in der Performance enttäuschte.
  2. Es war ein Fonds für meine vermögenswirksamen Leistungen, den ich schlicht nach Ablauf der Haltefrist verkauft habe.

In beiden Fällen ist das frei gewordene Kapital direkt in neue Titel gewandert, die ich heute noch halte. Ähnlich selektiv bin ich beim spontanen Nachkaufen ("Buy the Dip"); das habe ich bisher dreimal gemacht (Brexit, Corona und Liberation Day).

Einen festen Termin zum "Aufräumen" oder eine Checkliste zum Jahresende habe ich nicht. Da ich ohnehin zu der Fraktion gehöre, die täglich ins Portfolio schaut, bildet sich meine Meinung kontinuierlich über die Zeit. Die Entscheidung fällt dann irgendwann situativ, wenn das Bauchgefühl und die Faktenlage übereinstimmen, und nicht an einem Stichtag im Kalender.

Viele Grüße
Jan

6
Jan
Investor
Beta

@denny Ich habe insgesamt 18 Positionen im Portfolio.

1
Jan
Investor
Beta

Mein Portfolio ist nicht öffentlich, da es eher zeigt, wie man es nicht machen sollte 😉

Ca. 60% sind Mitarbeiteraktien. Also ein echt dicker Klumpen, mit dem ich aber sehr gut leben und noch ruhiger schlafen kann. Ich halte die Aktien schon recht lange und ein ordentlicher Teil des ursprünglichen Investments ist inzwischen über die Nettodividenden zurückgeflossen.

Die verbleibenden 40% teilen sich in die typischen ETF (MSCI World, FTSE All World & Co.), sowie drei deutsche Dividendenzahler (Telekom, Mercedes und Siemens), drei US-amerikanische Dividendenzahler (Pepsi, Johnson & Johnson, Procter & Gamble) sowie zwei Monatszahler (Realty Income und Main Street Capital) und Bitcoin sowie Gold auf.

Die jeweils drei Dividendenzahler habe ich nach einem “Kenn’ ich - nehm’ ich”-Ansatz ausgewählt, nachdem ich mir dann die Zahlen oberflächlich angesehen habe. Bei Realty und Main Street stand der monatliche Cash-Flow als zusätzliche regelmäßige Motivationsspritze im Vordergrund.

Bitcoin & Gold halte ich als Anlagegut der alten Welt und als Anlagegut einer neuen Welt. Ein wenig von beidem kann nicht schaden.

1
Jan
Investor
Beta

@denny Sowohl als auch, aber überwiegend thesaurierende ETF. Die Thesaurierer sollen später mal die Speckschicht im Portfolio bilden, die zuerst abschmilzt, sollte ich entnehmen wollen/müssen.

1
Denny
Autor
Plus
Beta

@jan_aus_altona wie viele Positionen hast du in deinem Portfolio?

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Denny
Autor
Plus
Beta

@jan_aus_altona schön übersichtlich. Nachbwelche Kriterien hast du diese ausgewählt? Kann man mal in dein Depot reinschauen? 😊

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Jens L.
Investor

Als Anleger von ETF-Indexfonds entfallen die ToDo's selektive Auswahl und Aufräumen. Struktur und Gewichtungen meines Weltportfolios brauchen keine Anpassung und sind seit Jahren konstant. Abweichungen zur Ziel-Gewichtung gleiche ich (noch) über Sparpläne und monatlichen Cashflow aus. Zum Jahresende freue ich mich lediglich bei Erfüllung meiner Anlageziele und trinke einen drauf.

5
stilgar
Plus
Beta

Sehe ich genauso - reinkommen in mein Depot ist schwer. Normalerweise kaufe ich Aktien/ETF’s zum nachkaufen.

Es kann aber auch vorkommen wie z.B. bei RTL Aktie die habe ich nur gekauft um die kommende Sonderdividenden mitzunehmen und danach wird geschaut ob Top oder Hop.

Parqet macht es als Plus User einfach das zu organisieren da man 5 Portfolios anlegen kann und solche Einmalkäufe landen bei mir wie die Daueraufträge im Allgemeinen (Sammel) Portfolio.

2
Denny
Autor
Plus
Beta

@stilgar wie viele Positionen hast du in deinem Portfolio?

0
p
Plus

Ich habe in den letzten Monaten den Bestand an Tech-Werten nach und nach um ca. 50% reduziert und so eine Cash-Position (und Euro-Overnight-ETF) von 30% aufgebaut. Um die Steuerlast zu reduzieren habe ich parallel diverse Verluste realisiert, die ich aber zum größten Teil durch Nachkäufe kompensiert habe. Im Moment bin ich noch dabei, den Bestand an US-Finanzwerten und aberwitzig hoch bewerteten Rüstungswerten zu reduzieren, so dass ich zum Jahresende auf eine Cashquote von bis zu 35% kommen werde. Gleichzeitig hat sich dadurch der Bestand an US-Werten auf knapp 30 % (ex cash) reduziert, zugunsten von Europa, Japan und China.

Das Verhältnis Aktien zu ETFs in meinem Portfolio beträgt aktuell 84% Aktien zu 16% ETFs (ohne den Overnight-ETF). Mit Ausnahme einiger Verkäufe eines S&P500-Information-Technology-ETFs und ein paar Nachkäufen nach dem US-Zoll-Crash im April habe ich die ETFs dieses Jahr nicht angefasst.

Der Crash kann kommen…

2
stilgar
Plus
Beta

Anleihen-ETF: monatliche Ausschüttung

  • IE00BD8D5H32 - PIMCO Euro Short-Term High Yield Corporate

warum nicht den obigen ETF nehmen - wurde hier im Forum emfohlen und bringt mehr als Geldmarktfonds

2
p
Plus

Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C

1
Hardy
Plus

@denny Aktuell gibt es keinen Vorteil. Auf dem Verrechnungskonto erhältst du 2 %, der ESTR (den der Geldmarkt-ETF abbildet) liefert derzeit nur 1,9 %. Aber noch am Anfang des Jahres lag der Zins dort bei 2,4 %. Hängt halt jeweils vom ESTR ab. Hier findest du den €STR: https://dbx0an.com/de/estr_history

Entscheidend bei so niedrigem Zinssatz ist auch, dass nur marginale Gebühren bei Kauf und Verkauf anfallen dürfen, sonst sind die leichten Zinsgewinne schnell wieder hin.

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Jens L.
Investor

@denny Der Vorteil eines Geldmarktfonds ggü. Bargeld auf dem Bankkonto könnte sein, das man mit dieser Anlageklasse Beträge oberhalb der staatlich garantierten Einlagensicherung von 100TEUR schwankungsarm und sicher aufbewahren kann. Zu mindestens kann damit die lästige Aufteilung auf verschiedene Banken umgangen werden. Rendite ist bei dieser AK als Gegenwert für Stabilität nicht erwünscht.

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stilgar
Plus
Beta

@denny Bei Palmtir bist Du wie Du sagtest zu spät, wenn Du das und Rüstung (Leonardo) weiter als Thema verfolgen möchtest würde ich auf ETF wechseln.

1
Thomas U
Investor
Beta
+2

Da alles bereits gut beantortet wurde, bleibt mir nur noch zu sagen: Dito.

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Das_Lama
Plus

Alles von meinen drei Vorrednern gesagt, alles richtig.

Ergänzen kann ich lediglich noch, dass ich mir die Karten lege, wie viel Geld ich ab 2026 monatlich für Sparpläne zur Verfügung habe (i.e. ob ich erhöhen kann) und wie ich die Sparrate zwischen den einzelnen Produkten verteile. Dazu schaue ich mir zu den Aktien-ETF zwar die frei zugänglichen Kennziffern auf extraETF an, aber ansonsten mache ich da jetzt keine Wissenschaft draus.

Im Einzelaktienportfolio ist 2025 weitgehend Ruhe eingekehrt (2 Aktien neu aufgenommen und nach ein paar Monaten wieder rausgeschmissen, weil doch nicht wohl gefühlt damit). Ziel 2026: im Einzelaktienportfolio keine Aktivitäten außer die Dividenden einzupflegen. Anderes kommt nur in Frage, wenn der Gesamtmarkt oder ein Watchlist-Wert hart korrigiert.

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Denny
Autor
Plus
Beta

Habt ihr Tipps, wie man die Performance des Portfolios und der Holdings am besten analysieren kann und Kriterien, nach welchen man sich entscheiden kann, sich von Holdings zu trennen?

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Hardy
Plus

Du meinst vermutlich Einzelaktien. An ETFs habe nur breit gestreute ETFs, also keine Sektor-ETFs. Die muss ich im Grunde nicht analysieren, die laufen so wie ihr Vergleichsindex. Ab und zu wage ich einen Blick auf andere ETFs auf den selben Index und vergleiche die, das hat meine ETF-Auswahl bislang aber nur bestätigt.

Ich bin auch bei Einzelaktien ein buy-and-hold-Typ. Da ist die Kursentwicklung fast nebensächlich. Die Frage ist da für mich, ob das Geschäftsmodell (weiterhin) gut ist, wie sich das Unternehmen im Vergleich mit seinen Konkurrenten schlägt und welches Potential noch drin steckt. Man sollte sich da weniger an den Kursen orientieren, sondern am Unternehmen selbst. Das ist aufwändig, daher habe ich nie mehr als 10 Einzelaktien (derzeit 8). Für die meisten führt die Suche nach Outperformance des Marktes durch Einzelaktien zu einer Underperformance des Portfolios. Für mich sind die Einzelaktien für die Abwechslung, die Arbeitspferde sind die ETFs.

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