Sal Paradise

Gepostet in Portfolio Roasts

70/20/10 + Krypto: Solide Struktur oder unnötige Spielerei?

Hallo liebe Community,

ich (41, verbeamteter FH-Prof) lese hier schon länger still mit – jetzt siegt die Neugier 😊
Mich würde eure Einschätzung zu meinem Portfolio interessieren: https://app.parqet.com/p/68f8eb6f6a7adf95ef3500a4

Start 2016:
Damals habe ich angefangen zu investieren, nachdem ich gemerkt habe, dass meine frisch abgeschlossene Riester-Rente für mich nicht wirklich sinnvoll ist (nach einem Jahr stillgelegt – perspektivisch Überführung ins Altersvorsorgedepot). Finanzrocker und Finanzwesir haben mich zu ETFs gebracht.

Bisherige Strategie:
Quartalsweise 1.500 €

  • 1.050 € MSCI World (IE00B0M62Q58)
  • 450 € MSCI EM (LU2573966905)

Im April 2025 habe ich zusätzlich liquide Mittel in den FTSE All World (IE00BK5BQT80) gesteckt – mir erschien die Gelegenheit günstig.

Im Herbst kam noch etwas „Spielgeld“ in Bitcoin- und Ether-Zertifikate, weil ich die Kurse für attraktiv hielt. Bewusst spekulativer Anteil.

Wie geht es weiter?

1. Liquidität zuerst:
Dieses Jahr wird primär das Geldmarktkonto wieder aufgefüllt – Nachwuchs ist unterwegs, also höhere Cash-Reserve.

2. Ab 2027 neue Sparstruktur:

  • 500 € MSCI World (kostengünstigere Variante, FIFO im Blick)
  • 100 € MSCI EM
  • 150 € Europa Small Cap Value (IE00BSPLC298)
    → Zielstruktur langfristig: 70 / 20 / 10

3. Altersvorsorgedepot:
150 € monatlich in MSCI ACWI IMI (gefördert)

4. FTSE All World:
Wird separat weiter aufgebaut und soll mit 18 an meinen Sohn gehen.

Ich versuche bewusst:

  • global diversifiziert zu bleiben
  • Faktor-Tilt moderat einzubauen
  • nicht zu komplex zu werden

Mich würde interessieren:

  • Ist die 70/20/10-Struktur aus eurer Sicht sinnvoll oder unnötig komplex?
  • Würdet Ihr Gold dazunehmen?
  • Small Cap Value als 10 %-Beimischung: sinnvoll oder akademischer Luxus?

Ich freue mich auf konstruktiven Input.

42 Kommentare

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HoDler
Investor
Terminal
+1

Hallo,

danke dir fürs teilen und schön das du/ihr Nachwuchs erwartet.

Mein Feedback zu deinem Portfolio:

Man kann die Verteilung so machen wie du es vor hast ich persönlich würde die EM, wenn etwas kleiner halten(10-15%).

Zu Bitcoin ich halte wenig von ETPs Zertifikaten oder ähnliches, wenn dann echte Bitcoin.

Ich empfehle für die langfristige Diversifikation auch über einen Edelmetallanteil nachzudenken (5-10%)

Mein Hauptkritikpunkt:

Gut zugegeben ich kenne jetzt deine Gesamtsituation nicht aber für einen FH-Professor mit einem etwa Nettogehalt von geschätzt 4-5k ist mir die Sparrate/Quote viel zu niedrig. Denke da sollten 1k/Monat oder mehr schon ins Depot fließen.

Zu deinem Punkt 4 der Vanguard Ftse All World + Übertrag an den Sohn kann man machen, aber ich empfehle dir direkt auch ein Kinderdepot zu eröffnen nach Geburt und direkt dort anzusparen und auch den Sparerfreibetrag den auch dein Kind hat zu nutzen.

Viel Erfolg

4
Sal Paradise
Autor

Moin HoDler,

vielen Dank für Deine Antwort.

Die beiden Hauptkritikpunkte sehe ich auch so. Die Sparrate war reltaiv niedrig, weil ich berufsbedingt noch einen Zweitwohnsitz in einer Großstadt habe. Die Situation wird sich aber ändern. Das Kinderdepot werde ich für das kommende Kind einrichten. Der erwähnte Sohn stammt aus erster Ehe und die endete leider im Krach, weshalb ich mich für diese pragmatische Variante entschieden habe.

Viele Grüße!

2
MaximumWarp
Plus

Hallo und schön dass du dein Depot mit uns teilst & Glückwunsch zum Nachwuchs.

Anbei meine 2 Cents:

Was deine Aufteilung (70/20/10) angeht, da spricht imho nichts dagegen, wenn du Smallcaps magst. Ich hab sie selbst auch mit ~5% im Depot, allerdings über den ETF: IE00BF4RFH31 . Frag dich einfach ob du dich da geografisch festlegen willst.

Deine Sparrate 1x pro Quartal würde ich wenn es dein Depot her gibt jedoch anpassen auf den geringstmöglichen Zyklus, so bist du möglichst nah am Kurs. Denn beim Kauf 1x pro Quartal holst du dir unnötiges "Timingrisiko" mit rein. Bei mir z.B. läuft sie 1x pro Woche und dann halt mit kleineren Beträgen.

Was die Auswahl deiner ETFs angeht, würde ich bei dem EM auf die Variante von iShares setzen, da breiter aufgestellt und kein Swapper. Beim Allworld als auch beim MSCI World würde ich dir raten mal einen Blick auf die folgenden ETFs zu werfen: IE0003XJA0J9 & IE0009DRDY20. Insbesondere beim Anlagehorizont für den Nachwuchs macht sich die Kostenquote bemerkbar. Mal aus Vergleich zusammengestellt: https://extraetf.com/de/etf-comparison?products=LU2573966905-etf,IE00BD45KH83-etf,IE00BK5BQT80-etf,IE0003XJA0J9-etf .

Was Bitcoin als auch Gold angeht: Ich nutze beide Assets als Diversifizierung in meinem Portfolio. Gold primär als maxDD-Bremse und Bitcoin als Spekulation.

Den Weg über einen Geldmarktfond für den risikofreien Teil deines Depots kann ich dir übrigens empfehlen. Ich weiß nicht ob es sich lohnt dafür ein extra Konto aufzumachen.

VG

2
MaximumWarp
Plus

Noch ne Idee zum Thema US-Anteil austarieren: IE0006WW1TQ4 - find ich ganz charmant 😉 .

2
user_acfe44
Plus

@maximumwarp , ich meine mal gelesen zu haben, dass ein monatliche Sparrate (direkt nach Eingang des Gehalts) die beste ist, weil

  • Time in the Market: Bei einer monatlichen Anlage zum 1. arbeitet die volle Summe sofort. Beim wöchentlichen Modell ist erst am Ende des Monats der gesamte Betrag investiert. Über Jahrzehnte summiert sich dieser Zeitverzug bei jeder einzelnen Einzahlung.
  • Geringe Volatilitätsvorteile: Der theoretische Vorteil wöchentlicher Käufe ist eine noch glattere Durchschnittskurve. Da Aktienmärkte aber nicht jede Woche massiv schwanken, ist dieser Effekt minimal und wiegt die entgangene Zeit im Markt meist nicht auf.
  • Empirische Tendenz: Historisch gesehen ist es profitabler, Geld so früh wie möglich zu investieren. Da das Gehalt ein monatlicher Block ist, ist die sofortige monatliche Investition mathematisch meist überlegen.
1
MaximumWarp
Plus

@user_acfe44 Ja, die Vergleichsrechnung vom Finanzfluss ist mir auch bekannt. Hier ging es aber glaube ich eher um Safty und aus diesem Grund einem Invest pro Quartal.

1
Sal Paradise
Autor

Vielen Dank, lieber MaximumWarp, für Deine Gedanken.

  • Ich möchte mich geografisch bewusst festlegen, um den US-Anteil im Portfolio auszutarieren.
  • Die Sparrate war 2016 quartalsweise, um Kosten zu sparen. Ich habe es aus Faulheit nicht angepasst, werde es aber 2027 auf einen monatlichen Rhythmus umstellen.
  • Die empfohlenen ETFs werde ich mir ansehen. Du hast einen Punkt, was die TER betrifft.
  • Beim risikofreien Teil bevorzuge ich aus Bequemlichkeit noch ein Geldmarktkonto. In 20 Jahren bekomme ich eine private Rentenversicherung ausgezahlt (noch so eine Altlast), das Geld werde ich dann in einen Geldmarktfonds anlegen.

Viele Grüße!

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Jens L.
Investor

Hallo @Sal Paradise, danke fürs Teilen Deines Portfolios.

Die Struktur des Weltportfolios halte ich für solide. Auch wenn die Überschneidungen der Indizes MSCI World und FTSE All-World keine zusätzliche Diversifizierung bringt. Ausgehend vom FTSE All-World (als Core) ließen sich die benötigten regionalen Zukäufe (Europa vs. Euro-Zone, EM…) einfacher berechnen.

Statt nur auf Gold zu setzen, habe ich meine Rohstoff-Investments ebenfalls diversifiziert und einen ETF auf den breiten Bloomberg Commodity Index ca. 5% im RBT beigemischt. Rendite bringt das Investment nicht. Es senkt die Volatilität. Du könntest über eine Ergänzung von z.B. ebenfalls 5% durch einen globalen Immobilien-Index nachdenken z.B. auf den FTSE EPRA/NAREIT Developed Dividend + Index.

Wenn man sich am Anteil der EM an der weltweiten Wertschöpfung orientiert, sind 20% nicht zu viel. Ich habe mit 35% gewichtet.

Small Caps entfalten im Depot erst ab einer Gewichtung von ca. 18% ihre Wirkung. Ich habe zu allen Regionen auch ein Small Caps ETF von jeweils 50%. So einen Quatsch würde ich heute nicht mehr machen. Durch die hohe Korrelation zwischen Large+Mid Caps und Small Caps (0,7..0,95) trägt die Anlageklasse kaum zur Diversifikation bei. Dazu kommt, das die Faktor-Prämie in den letzten Jahren nahezu verschwunden ist. Da kann man aus Renditesicht auch bei Large+Mid Caps bleiben oder nur in Small Caps investieren und hätte ein einfacheres Depot.

Deine konstanten Sparraten über die Jahre finde ich vorbildlich. Mit den Sparplänen würde ein ‘Rebalancing by Cash’ betreiben. Also nacheinander jeweils das größte Delta zur Ziel-Gewichtung besparen. Das minimiert den Aufwand.

Wo ich mal schauen würde, wären die Kosten. Mit einer Quote von 0,4% bei den Produktkosten kumulieren sich einige Abschläge über die Jahre. Dazu kommen ggf. noch weitere Anlagekosten hinzu, die ich nicht gesehen habe. Überhaupt halte ich die Kostensenkung auf möglichst Null langfristig für den größten Hebel zur Gewinn-Maximierung.

Mit dem Geldmarktfonds ist kein Notgroschen gemeint? Mit einem risikofreien Portfolioteil (RFT) hättest Du ein schönes risikoadjustiertes Misch-Portfolio und könntest mit einem festen MDD planen. Den Notgroschen würde ich nicht bei den Investments betrachten.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg,
Jens

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Jens L.
Investor

@sal_paradise Ich habe auch mal über ein Gold-Investment nachgedacht. Da ich aber keinen Spekulationsanteil im Depot haben wollte, habe ich mich für einen Rohstoff-ETF entschieden. Auch wenn ich beim derzeitigen Goldpreis ziemlich dumm aussehe, ist der Gedanke an Diversifikation von Rohstoffen für mich weiterhin plausibel. Und etwas Edelmetall ist ja enthalten. Durch die geringe Korrelation mit der Anlageklasse Aktien sind Rohstoffe ein guter Diversifikator. Die Rendite ist aber lausig. Mir ist noch eingefallen, das das Rebalancing by Cash mit steigendem Depotwert naturgemäß schwierig wird. Die Erfahrung mache ich gerade. Auch aus diesem Grund beschränke ich meine Sparpläne.

2
Sal Paradise
Autor

Lieber Jens, vielen Dank für Deine ausführliche Kommentierung.

Zum risikofreien Part: Ich habe eine alte, noch steuerfreie Rentenversicherung mit einer Verzinsung von immerhin 2,5 %, diese betrachte ich als meinen Sicherheitsanker. Viel mehr brauche ich als 40-jähriger Beamter nicht.

Mit der Kostensenkung hast Du vollkommen Recht, hatte @maximumwarp auch schon erwähnt. Ich werde bei neuen Produkten noch stärker auf eine möglichst geringe TER achten. Sonst habe ich keine Anlagekosten, das läuft alles über kostenfreie Sparpläne.

Rebalancing werde ich zukünftig mit Ausschüttungen und frischem Cash betreiben. “Buy and hold” ist die Devise.

Rohstoff-ETF klingt spannend, schaue ich mir an. Ich finde aber auch die Steuerfreiheit bei Gold reizvoll. Immobilien werde ich mit dem europäischen Small Cap-ETF genug haben - zumindest für meinen Geschmack 🙂

FTSE All World war, wie gesagt, ein Gelegenheitskauf im letzten April und ist für meinen Sohn gedacht.

Liebe Grüße!

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Hardy
Plus

Hallo,

nur ein paar Gedanken von mir:

1. Ohne ein Ziel lässt sich eine Strategie nicht bewerten. Insofern würde ich mir erst einmal genau klarmachen (und aufschreiben), was du konkret und bis wann erreichen willst. Also beispielsweise:

  • Vorsorgen für den Ruhestand. Beginn Ruhestand wenn möglich im Alter von x Jahren. In Folge müsste die "Renten(oder Pensions-)lücke" berechnet werden. Daraus könnte man berechnen, welches Kapital bis wann erreicht sein muss.
  • Unterstützung der Kinder zum Erreichen des 18. Lebensjahres (wie hier der Fall)

Aus dem Ziel ergibt sich dann auch die erforderliche Sparrate.

2. Wenn der FTSE ALl World für den Sohn sein soll, würde ich den komplett separat vom restlichen Portfolio sehen. Du solltest das Portfolio also so gestalten, dass es ohne den FTSE All World ausgewogen ist, denn irgendwann fliegt der raus.

3. Dein Mix MSCI World/MSCI Emerging Markets entspricht einer Gewichtung von 73 % / 27 %. Früher wurde 70/30 propagiert (basierend auf dem BIP), rein nach (investierbarer) Marktkapitalisierung wäre es eher 87/13. Ich hab die Schwellenländer zu etwa 15 % im Portfolio abgebildet.

3. Zu den Small Caps: MSCI World/MSCI Emerging Markets investieren in 85% des investierbaren Markvolumens. Dieses sind die Large und Medium Caps. Die restlichen 15 % setzen sich auf 14 % Small Caps und 1 % Micro Caps zusammen. Wenn du Small Caps entsprechend ihrer realen Gewichtung am Markt abbilden willst, müsstest du sie mit 14 % gewichten. Früher wurden die Small Caps als Faktorprämie betrachtet, da sie zeitweise besser abschnitten als die großen/mittleren Unternehmen. In der letzten Zeit war das aber nicht zu beobachten. Insofern würde ich persönlich Small Caps nicht übergewichten. In meinem Portfolio machen sie 10 % der ETFs aus.

Hättest du als Basis des FTSE All World, der bereits 90-95 % des investierbaren Marktvolumens abbildet, könntest du dir die Small Caps sparen, da er entsprechend schon einen hohen Anteil kleiner Unternehmen enthält.

4. Ich persönlich bin ein Freund einer leichten Übergewichtung von Europa, auch um den USA-Anteil etwas zu reduzieren. Da du die Schwellenländer recht hoch gewichtet hast, ist dein USA-Anteil relativ niedrig. Wenn ich an deinem Portfolio was ändern würde, wäre es, den Schwellenlänger geringer zu gewichten und stattdessen etwa 10 % Europa (STOXX Europe 600 oder MSCI Europe) beizumischen.

5. Ich habe 2 % Gold im Portfolio, aber ehrlich gesagt, bin ich selbst nicht davon überzeugt. Langfristig entwickelt sich Gold nicht besser als der Aktienmarkt. Da seine Entwicklung manchmal (nicht immer!) antizyklisch zum Aktienmarkt läuft, hat es gelegentlich eine stabilisierende Wirkung. Ich halte es für verzichtbar, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

6. Wenn dir die einzelnen Gewichtungen Kopfzerbrechen bereiten, invstiere doch komplett in einen einzigen Welt-ETF (FTSE All World, MSCI ACWI).

Ansonsten ein "langweiliges Depot" - im positiven Sinne! Ich würde es weiterhin möglichst einfach halten. Du könntest auch komplett auf eine 1-ETF-Lösung (z. B. FTSE All World, MSCI ACWI o. ä.) wechseln, dann brauchst du dir zur Gewichtung keine Gedanken mehr machen.

2
Sal Paradise
Autor

@Moin Hardy,

vielen Dank für Deinen langen Kommentar. Du hast vollkommen Recht, ich habe gar nichts zu meinem Ziel gesagt. Ich stecke gedanklich so tief im langweiligen passiven Investieren für den Ruhestand, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, dass andere Leute andere Dinge mit ihrem Depot vorhaben.

Ich will primär die Lücke zwischen meinen aktuellen Bezügen und dem späteren Ruhegehalt schließen. Wenn was ürbig bleibt, bekommen es die Kinder. Außerdem sollen sie schon ein bisschen was zum 18. erhalten und so an den Kapitalmarkt herangeführt werden.

Kopfzerbrechen bereitet mir die Gewichtung nicht wirklich, 5 % mehr hier oder eine minimal geringere TER da - am Ende wird’s eher auf die Zeit, die Disziplin und die Sparrate ankommen. Da hat der @hodler schon Recht. Aber jeder braucht ein Hobby.

Viele Grüße!

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stilgar
Plus
Beta

Ich würde die Europa Small Caps mit einem Europa Stoxx 600 ersetzen dann hast Du die ganze Bandbreite. Sonst könnte Dir Dividende entgehen wenn Du nur auf Small Caps gehst.

Ich würde auch über einen Dividenden ETF - Van Eck - nachdenken.

https://app.parqet.com/p/overview/h/hld_68c50e44ae297dfba57a7d42

Krypto würde ich lassen, hatte mir auch eine kleine Etherzertifikatspositin aufgebaut die aber bei plus verkauft wird.

Mach es einfach: All-world, stoxx600, EM, Dividende für dich plus den FTSE :-)

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Sal Paradise
Autor

Vielen Dank, lieber Stilgar.

Zu Europa: Die größten eruopäischen Firmen habe ich bereits mit dem MSCI World abgedeckt; es sind ungefähr 350–450 der 600 STOXX-Titel im MSCI World vertreten. Nur 200 Positionen zählen zu den Small Caps. Im SPDR MSCI Europe Small Cap Value sind aber circa 800 Small Caps, die zusätzlich durch einen Value-Filter gegangen sind. Es ist eine bewusste Entscheidung für mehr Diversifikation und die Hoffnung auf ein kleines Faktor-Plus.

Dividenden-ETFs entsprechen nicht meiner Strategie. Ich brauche das Geld erst in 25 Jahren. Ich möchte Wachstum, später wird peu a peu entspart.

Viele Grüße!

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BabyWolf
Plus

Es gäbe ja auch die ganz normalen World, EM, All World, S+P als Ausschütter. Sind die gleichen ETFs, nur das sie die Dividenden nicht wiederanlegen sondern ausschütten und daher ist die Performance auf 10 Jahre nur minimalst schlechter.

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Sal Paradise
Autor

@thewolfofhomeoffice Jup, habe ich.

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Offi
Investor
Terminal
+1

Macht es dann aber nicht Sinn evtl. langsam ein paar wachstumsstarke Divititel (z.B. Visa) ins Portfolio zu bringen um in 20 Jahren richtig Spaß daran zu haben?

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Sal Paradise
Autor

Visa habe ich schon im Portfolio, ist ja im MSCI World und im FTSE All World enthalten. Und ich denke, ich werde sehr viel Spaß daran haben, die Kurse meiner ETFs wachsen zu sehen, um sie dann gaaaanz langsam zu entsparen.

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Sal Paradise
Autor

@jensl , Offi ist hier der Dividenden-Fan. Ich schreibe durchgängig, dass ich breit diversifiziert ansparen und von Kurssteigerungen profitieren möchte, um anschließend systematisch entsparen zu können. Und wie viel ich entnehmen muss, hängt auch von den Ausschüttungen ab, die ich dann mit 67+ haben werde. (Habe Ausschütter gekauft, die bislang automatisiert wieder anlegten, wobei ich zukünftig die Ausschüttungen für’s Rebalancing nutzen möchte.)

1
Sal Paradise
Autor

Vielleicht muss ich gar nicht so viel verkaufen, vielleicht mache ich einfach den Haken bei der automatischen Wiederanlage weg (habe Ausschütter gekauft) und freue mich über die Dividenden der vielen tausend Unternehmen in meinem Portfolio. Das könnten so 20.000 Euro im Jahr werden und mehr brauche ich neben der Pension gar nicht.

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Jens L.
Investor

@sal_paradise Ich habe exakt dieselbe Situation. Jetzt mit 65 Jahren kommen mir die praktischen Fragen zur Bedienbarkeit. 😆

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Hardy
Plus

Natürlich bringt das direkte Dividenden. Die Dividenden, die VISA (oder irgendein sonstiges Unternehmen ausschüttet, das im ETF repräsentiert ist), wird durch den ETF an den Halter weitergegeben. Mit geringem zeitlichen Verzug, aber in voller Höhe und mit insgesamt weniger Risiko. Was will man mehr?

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Julian
Plus

Spannend, Professor 🧑‍🏫 Ich selbst habe an einer Fachhochschule Maschinenbau studiert und beneide bis heute den Professor für Dynamik. Unfassbar spannendes Themengebiet, aber die Mathematik dahinter - damals. Teilweise böhmische Dörfer😅

Ich vermute, dass dein Depot dafür gedacht ist, um später in deiner Pansion/Rente dein monatlich verfügbares Geld aufzubessern. Also ca. 27 Jahre Ansparphase (= 67 Jahre).

Bevor ich auf deine Punkte grob eingehe, möchte ich dir den Gedanken mitgeben:

  • Vermögensübersicht erstellt?
    (Also alles, Depot, Haus, jegliche Rentenversicherung, …)
  • Überblick über die mtl. Ausgaben/Einnahmen (Haushaltsbuch)

Zu deinen Fragen/Punkten:

1) Risikoarme Geldanlage
Geldmarkt-Fond ist eine gute Möglichkeit um liquide Cash-Reserven für den aktuellen Einlagenzins “anzulegen”, anstatt Tagesgeld-Hopping betreiben (zu müssen). Dabei auf jeden Fall auf die Ordergebühren für Kauf/Verkauf achten!
Beim Risikoarmen Teil würde ich u.a. unterscheiden:

  • Notgroschen/Liquide Rücklagen für das tägliche Leben/Anschaffungen/Reparaturen
  • Risikoarme Geldanlage um das Depot “auszuwuchten”

Ich habe bei mir meine Rücklagen/risikoarmen-Anteil nicht mehr prozentual zum Depot gewichtet, sondern in absoluten Zahlen. D.h. der Notgroschen hat z.B. Volumen XY, die Rücklagen für Urlaub/Auto/Haus ebenfalls einen Betrag X.

Von meiner monatlichen Sparrate geht ein Teil auf dieses Konto. Falls ich am Ende des Jahres weniger verbraucht habe, als gespart, wird es wieder auf den Schwellenwert reduziert und in das Depot investiert. Fällt der Betrag aufgrund von Ausgaben unterhalb des Schwellenwertes, dann wird dieses Konto vor dem Depot wieder aufgefüllt.

In meinem Depot gibt es keinen risikoarmen Anteil, um z.B. Volatilität, Drawdown o.ä. abzufedern. Dort bin ich fast ausschließlich in der Assetklasse «Aktien» investiert.

2) FTSE-World — “Kinderdepot”
Super Sache! 🥳

3) Allokation vom Depot
Die Idee Europa über SmallCaps höher zu gewichten, finde ich einen interessanten Ansatz. Beim Stoxx600 hast du wieder die großen Firmen, die sowieso schon im Welt-Index vertreten sind… Zugleich zielst du auf die Faktorprämie von SmallCaps/Value ab. Es kann natürlich sein, dass die SmallCaps schlechter performanen als die LargeCaps, aber du hast noch viele Jahre vor dir, darum. SmallCaps sind allerdings etwas volatiler als Large/Mid-Caps. Ob sich der organisatorische Aufwand (Rebalancing, …) über die Jahre lohnt, musst du für dich entscheiden. Falls du es machst, finde ich eine 70 / 20 / 10 jetzt nicht falsch. Nach Weltwirtschaftsleistung müsstest du glaube EM und SmallCaps höher gewichten, aber das müsstest du genauer recherchieren.

Viele andere Beitragskommentar haben dir ebenfalls soliden, spannenden Input geliefert. Die Börse ist so vielfältig, dass es keinen einen richtigen Weg geben wird. Du kannst dich davon inspirieren lassen, aber bei allem: Ich würde es einfach und übersichtlich halten.
Theoretisch kannst du die “Welt” auch mit 8-10 ETFs, dazu mit Faktoren, Rohstoffen und und und abbilden.

4) FIFO-Prinzip & Sparrate
Ich selbst wechsle nach einiger Zeit, bzw. bei einem Grenzwert von eingezahltem Betrag den ETF. Gleiche Hintergrund wie du, dass ich das FIFO-Prinzip besser “umschiffen” kann, aber auch bei der aktuellen Gesetzeslage wegen Wegzugs-Besteuerung nicht in Konflikte gerate.

Warum quartalsweise Sparrate? Ich bevorzuge monatliche Sparraten:

  • Gehaltseingang » Sparrate/Betrag vom Giro aufs Verrechnungskonto via Dauerauftrag 1-2 Tage später abbuchen lassen » Sparpläne ins Depot ausführen. Du sammelst nicht und könntest in Versuchung geraten die Sparpläne zu ändern, zu stoppen, oder oder…
  • Du bist nicht so sehr von “4 Zeitpunkten” abhängig, sondern investierst in kleineren Tranchen in den Markt. Auf lange Sicht, vermutlich aber kaum ein Unterschied.
  • Verursacht der Sparplan beim Broker kosten oder hast du Depotführungsgebühren? Dann empfiehlt sich ggfs. ein Wechsel vom (Depot-)Anbieter. Ich selbst habe mein Depot von den normalen Bankkonten getrennt — sozusagen 2 Welten.

5) Allgemeines

  • MSCI WORLD — IE00B0M62Q58 — 0,5% TER » da gibt es mittlerweile deutlich günstiger mit einer TER von max. 0,2% (selbst von isahres)
    » Eben ein Vergleich mit einem ETF mit 0,2% TER angestellt. Aufgrund von Steuerereignis, würde es über 25 Jahre dauern bis der neue ETF die ausgelösten/verursachten Steuern + Kosten refinanzieren würde —> den ETF mit 0,5% TER “stillegen” und im Rahmen deines FIFO-Ansatzes einen kostengünstigeren wählen.
  • Wahnsinn wie konsequent du über die Jahre deine Sparpläne durchgezogen hast! Respekt! 🥳 Übersichtliches Depot, diversifiziert.
  • Möchtest du SmallCaps mit dabei haben, aber dich um kein Rebalancing kümmern? Es gibt auch All-in-1-ETFs z.B. den ACWII oder FTSE-All-World.

Gratulation zum Nachwuchs und weiterhin Frohes Investieren! 🥳

0
Sal Paradise
Autor

Lieber Julian,

vielen Dank für Deine Gedanken.

  • Ich verfüge über eine Liquiditätsreserve, die - der Einfachheit halber - auf einem okayen Geldmarktkonto liegt. Eine risikoarme Geldanlage, um das Depot “auszuwuchten”, habe ich (noch) nicht. Aus dem Jahr 2004 habe ich dafür noch eine steuerfreie Rentenversicherung, die mir in knapp 20 Jahren ausgezahlt wird. Diese Versicherung und meine Lebenszeitverbeamtung müssen reichen. Und ja, die RV ist in einer Vermögensübersicht enthalten ;)
  • Den FTSE All World habe ich, wie von anderen bereits vorgeschlagen, in ein eigenes Depot gepackt. In “meinem” Depot werden fortan nur 4 ETFs liegen: 2 x MSCI World (wegen FIFO), 1 x MSCI EM, 1 x SC Europa Value (plus Krypto-Zertifikate für den Nervenkitzel). Das halte ich für ausreichend diversifiziert und gut überschaubar.
  • Die Sparrate war 2016 quartalsweise eingestellt, um Kosten zu sparen. Ich habe es aus Faulheit nicht angepasst, werde es aber 2027 auf einen monatlichen Rhythmus umstellen.
  • Ähnliches gilt für den teuren MSCI World: Der war vor 10 Jahren im Angebot und ich war in der Zwischenzeit zu faul, um ihn zu wechseln. Im Zuge meiner FIFO-Aktion werde ich definitv ein günstigeres Produkt wählen.

Viele Grüße!

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MaximumWarp
Plus

Noch ne Idee als Alternative zu der Variante von HSBC/UBS: IE000QIF5N15

2
Julian
Plus

Danke dir für deine Gedanken! Ich finde es super, dass du es so übersichtlich hast. Ich finde es immer wieder spannend auch andere Gedanken, Vorgehen und Strukturen zu sehen. 👌

Das schönste an dem ganzen finde ich wirklich den FTSE-All-World für dein Kind anzulegen. 🫠

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Julian
Plus

@lacuca Eben nur auf Industrienationen ohne EMs 😉Und der Beitragsersteller möchte die gesamte Welt abdecken, also inklusive Schwellenländer. Für das Kinderdepot ist der FTSE-All-World die einfachste Variante: 1 ETF, 1 Sparplan - automatisches Rebalancing durch den Index/ETF-Anbieter.

Ich habe den HSBC in Kombination mit einem EM-ETF, um 85/15 zu gewichten. Mein erster ETF war allerdings auch der FTSE-All-World.

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lacuca
Plus

@sal_paradise Stark, den kannte ich noch nicht. Sobald mein HSBC MSCI World bei 100k Einzahlung ist, bespare ich den UBS weiter.

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user_acfe44
Plus

Ich meine mal gelesen zu haben, dass monatliche Sparpläne die besten sind (direkt nach dem Gehalt), weil

  • Time in the market: Bei einer monatlichen Anlage zum 1. arbeitet die volle Summe sofort. Beim wöchentlichen Modell ist erst am Ende des Monats der gesamte Betrag investiert. Über Jahrzehnte summiert sich dieser Zeitverzug bei jeder einzelnen Einzahlung.
  • Geringe Volatilitätsvorteile: Der theoretische Vorteil wöchentlicher Käufe ist eine noch glattere Durchschnittskurve. Da Aktienmärkte aber nicht jede Woche massiv schwanken, ist dieser Effekt minimal und wiegt die entgangene Zeit im Markt meist nicht auf.
  • Empirische Tendenz: Historisch gesehen ist es profitabler, Geld so früh wie möglich zu investieren. Da das Gehalt ein monatlicher Block ist, ist die sofortige monatliche Investition mathematisch meist überlegen.
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Jens L.
Investor

@user_acfe44 Was passiert, wenn alle am ersten Tag des Monats kaufen? Ich habe die Beobachtung gemacht, das die Kurse zum Monatsanfang oft etwas höher sind, um zur Mitte hin wieder etwas zu fallen. Ich kaufe ein Aktienpaket am ersten des Monats und ein anderes Paket in der Monatsmitte.

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user_acfe44
Plus

Kann gut sein. Ist dies für ETFs und Aktien der Fall? Da ich mein Gehalt eher zur Mitte des Monats bekomme investiere ich alles sofort am selben Tag.

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Jens L.
Investor

@user_acfe44 Ja, dies betrifft Aktien und deren Verpackung = Aktien-ETF's gleichermaßen. Wenn viele Aktien per Sparplan am 1. oder 15. des Monats gekauft werden, könnte dies den Preis zu diesen Terminen nach oben treiben.

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user_105864

Als Beamter in der Besoldungsstufe W2 oder W3 musst du dir um deine Altersvorsorge beileibe KEINE Gedanken machen und kannst das mit der Vermögensbildung nicht so ganz als Priorität sehen. Dein Ruhestand ist somit auf einem soliden Fundament gebaut und sonst kannst du hier aktiv investieren.. egal was rauskommt.. das Beamtentum gibt dir Sicherheit im Alter.

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