Gepostet in Portfolio Roasts
Geröstet oder doch lieber gegrillt?
Hallo und schönen Sonntag zusammen,
ich bin erst seit kurzem bei Parqet und habe mir mal die Mühe gemacht, alle relevanten Transaktionen aus Portfolio Performance zu exportieren und in Parqet einzupflegen. Die Software finde ich ja schon ganz spannend, aber ich werde wohl für meinen Teil vorerst bei Portfolio Performance bleiben. Habe auch schon andere Sachen ausprobiert, so richtig überzeugen konnte mich bisher aber nur PF.
Kurz zu mir: Ich bin 45 Jahre jung und selbständigiger Softwareentwickler seit gut 25 Jahren. Da ich laut aktuellem Stand gerade einmal eine gesetzliche Rente von knapp 400 EUR bekommen werde, dient mein Depot natürlich der Altersvorsorge. Von der ges. Rente könnte ich aktuell nicht mal meine private Krankenversicherung zahlen.
So richtig angefangen zu investieren habe ich Anfang 2018. Natürlich habe auch ich jede Menge Anfängerfehler gemacht. Zuerst habe ich ziemlich planlos bei meinem ersten Broker Consorsbank (früher DAB) Fonds und Anleihen gekauft ohne wirklich Hintergrundwissen oder gar ein Investionsziel zu haben. Je länger die Sparpläne dann gelaufen sind und je weniger Erträge durch Fest- und Tagesgeld erzielt werden konnten, desto mehr habe ich mich mit der Aktien-Materie beschäftigt. Die wichtigste Lektüre für mich war damals das Buch "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" von Gerd Kommer.
Außerdem war ich in einigen Facebook-Gruppen unterwegs und habe mich (dummerweise) davon anstecken lassen, in verschiedene Einzelaktien zu investieren. Einiges davon lief rückblickend gesehen richtig gut (Procter & Gamble, Microsoft), anderes wiederum grottenschlecht (General Electric -500€, Fresenius -650€).
Ich habe mich bis heute noch nicht dazu durchringen können, mich vom schlechten Zeug zu trennen. Hoffe hier vielmehr, irgendwann meine Einstandskurse wiederzusehen und dann zu verkaufen. Die aktuelle Finanztest-Zeitschrift schreibt aber auch hierzu: "Luschen raus aus dem Depot: ... Es ist ein typischer Anfängerfehler, an Verlustbringern so lange festzuhalten, bis der Einstiegspreis wieder erreicht ist. Das ist keine gute Idee! Lieber verkaufen und das frei gewordene Geld in einen Top-Fonds stecken. So ist man wahrscheinlich schneller wieder bei den schwarzen Zahlen." So gesehen bin ich auch immer noch Anfänger :)
Ich würde gerne ein paar Steuern sparen und z.B. General Electric mit Verlust verkaufen. Aber werden die Dividenden auf ETFs dann automatisch auf den Aktienverlust angerechnet oder geht das immer noch nicht?
Ich habe mich ziemlich am Anfang dazu entschieden, auf ausschüttende ETFs zu setzen. Mir gefällt es einfach, jeden Monat Cashflow auf dem Verrechnungskonto zu haben (Motivation), ohne wirklich dafür arbeiten zu müssen. Langfristig ist das aktuell natürlich auch wieder blöde, weil ich jedes mal Steuern abdrücken muss. Bei den thesaurienden Anlagen zahlt man derzeit ja sogar 0,00 EUR Vorabpauschale.
Ich habe aktuell 6 Depots (^^), davon aber nur 2 wirklich mit größeren Investionen. Das erste und bereits oben genannte bei der Consorsbank, bei dem aktuell auch alle Dividenden auf ETFs, die sparplanfähig sind, wieder angelegt werden. Natürlich wie erwähnt immer mit vorherigem Steuerabzug.
Dann habe ich ein Depot bei der DKB. Dort habe ich im Corona-Crash einiges an Cash in ETFs investiert, rückblickend leider viel zu wenig (aber man wußte ja nicht, wie tief es noch geht). Zwei weitere Mini-Depots habe ich bei Comdirekt und bei Onvista. Außerdem habe ich ein Depot bei Weltsparen eingerichtet mit einem 100%-Aktienanteil. Spannend finde ich hier das jährliche automatische Rebalancing, sowie die Möglichkeit im Alter einfach beliebige Beträge zu entnehmen (ohne Kosten zu erzeugen oder umschichten zu müssen, was hoffentlich so bleibt). Mein Hauptdepot habe ich jetzt bei Scalable mit aktuell 10 (kostenfreien) Sparplänen auf ETF.
Dabei verfolge ich 2 verschiedene Strategien. Zum einen eine Basis-Strategie in den World (67%), Emerging Markets (20%), World Small Caps (10%) und Reits (3%). Die andere Strategie ist eine Dividenden-Strategie mit dem Fokus, jeden Monat Ausschüttungen zu generieren. Ich möchte möglichst langfristig in Aktien bleiben (wenig im Alter verkaufen müssen) und von den Dividenden leben können. Ist aber noch ein langer Weg...
Von Kryptos halte ich nichts, weil ich (selbst als ITler) davon auch nicht wirklich etwas verstehe. Ich sehe bisher keinen Praxisnutzen, außer für illegale Geschäfte und Geldwäsche. Für mich ist es derzeit eine der größten Umweltsünden im Hinblick auf den Ressourcenverbrauch, die die IT-Welt bisher vorgebracht hat.
Aktuell habe ich für meine Verhältnisse ein ganz ordentliches Depot, allerdings bin ich auch etwas verunsichert, ob ich meine aktuell hohen Sparpläne so weiterlaufen lassen soll oder lieber auf einen größeren Rücksetzer warten soll. Bisher ging es fast immer bergauf, aber mit Blick auf die Inflation und der aktuell drohende Ost-West-Konflikt in der Ukraine... da kommt man schon mehr ins grübeln. Mein größter Buchverlust betrug übrigens bisher knapp 15TEUR (Corona-Dip), der größte Buchgewinn lag bei knapp 70TEUR (aktuell nur noch 50TEUR).
Ich freue mich über Anregungen und Kommentare zu meinem Depot. Die weiteren Entwicklungen von Parqet werde ich mit Interesse weiterverfolgen. Ich wünsche eine schöne Woche und weiterhin freudiges Investieren.
Liebe Grüße,
Stefan
Achso und noch vergessen zu sagen, dass ich die Unternehmens-Bonds und Staatsanleihen ETFs raushauen würde. Hat eh kein Gewicht und ist m.M.n. für Privatanleger vollkommen uninteressant, dann lieber was aufm Tagesgeld etc. parken oder eben in ETFs/Aktien hauen.
Adieu! :D
@dennis_60eebc
Done. Stand schon lange auf er Todo-List :)