Gepostet in Portfolio Roasts
Offen für konstruktive Kritik
Hallo zusammen,
ich bin gespannt auf eure konstruktive Kritik, Anregungen und verschiedene Perspektiven zu meinem Portfolio:
https://app.parqet.com/p/62874b2a4a8558ed2a9a7af5
Grundsätzliche Hintergrundinfos:
Ich bin Ende 20, berufstätig, nicht verschuldet, seit Dezember 2021 an der Börse und plane einen Anlagehorizont >25 Jahre. Das Depot bildet nur die risikoreiche Anlageklasse und nicht die risikoarmen Anlageklassen und daher nur einen Teil meines Gesamtvermögens ab.
Phasen, Aufbau & Entwicklung des bisherigen Depots in chronologischer Abfolge:
Anfang-Mitte 2022 - Phase der ersten Erfahrungen, des "Ausprobierens" und der Fehler:
- ich war unerfahren, hatte damals noch keine klare Strategie/Intention/Motivation/Vision
- der Zeitpunkt meines Beginns an der Börse war rückblickend alles andere als ideal (ich habe Ende Dezember 2021 bei Allzeithochs begonnen mit meinen ersten Investitionen, dann mehr und mehr ins fallende Messer gegriffen und den darauffolgenden Bärenmarkt mitgenommen - meine Anleihen, die ich damals noch hatte, haben mir natürlich ebenso wenig geholfen, siehe /community/p/01a19e1b-5843-7322-a9c7-65ee39dc8ce7)
- zu impulsive, spekulative, Käufe (vor allem inspiriert von Podcasts) und teils zu schnelle, irrationale Verkäufe
- ohne bzw. nur sehr oberflächliche Recherche, eher "auf Gut Glück"-Strategie
- Kauf von zu vielen Einzelaktien und ETFs in zu kleinen Positionen (vor allem unverhältnismäßig zu den Ordergebühren der ING)
Einige der Unternehmen/ETFs und insbesondere die Art meiner Käufe/Verkäufe aus dieser Phase bewerte ich rückblickend als Anfänger-Fehler - ich werde sie im Depot liegen lassen und ggf. irgendwann vereinzelt bei Gelegenheit mit Gewinn verkaufen (sollte es je dazu kommen). Die meisten der damaligen Fehlkäufe habe ich "zum Glück" nur in kleinen Mengen gekauft, weshalb sie jeweils <1% Allokation im aktuellen Depot ausmachen und nicht allzu schwer ins Gewicht fallen.
Mitte-Ende 2022 - ernsthaftere Beschäftigung mit verschiedenen Strategien:
Ende 2022 habe ich mich für folgende passive Buy & Hold-ETF-Strategie entschieden, die ich seitdem als 2-monatlichen Sparplan laufen lasse:
80% Vanguard FTSE All-World ( IE00BK5BQT80 )
20% Xtrackers MSCI World Consumer Staples ( IE00BM67HN09 )
Für Details und Diskussion siehe den damaligen Post hier auf Parqet:
/community/p/01a19e1b-5843-7f04-b3dc-88603e17e7d3
Anfang-Mitte 2023 - Umsetzung der Strategie & Kauf von Einzelaktien:
Parallel zu den beiden ETF-Sparplänen konnte ich dem Reiz nicht widerstehen, ein paar weitere Einzelaktien zu kaufen - diesmal in größeren Positionen (jeweils >1% Allokation im aktuellen Depot) und mit etwas mehr Recherche. Diese plane ich langfristig zu halten und im Idealfall nicht zu verkaufen.
Ausblick & langfristige Ziele/Strategie:
- Fokus auf den Ausbau der ETF-Sparplan-Strategie mit Zielallokation von insgesamt ca. 70% als Kern des Depots
- bestehende Einzelaktien langfristig halten mit Zielallokation von insgesamt ca. 30% als Satelliten im Depot
- bei guten Einstiegsmöglichkeiten ggf. ein paar weitere Einzelaktien als Satelliten kaufen, siehe Watchlist: https://app.parqet.com/watchlists/6321d8531b63ae18a3a1d77b
Fragen an euch:
1. Wenn ihr nur 3 Aktien aus der verlinkten Watchlist meinem Depot beimischen könntet - welche wären das und warum?
2. Was haltet ihr vom Depot und meiner Strategie?
Ich bin gespannt auf eure Perspektiven, Anregungen, Inspirationen und konstruktive Kritik! Danke vorab :-)
PS: Dividenden-Titel/Ausschüttungen spielen in meinem Portfolio keine Hauptrolle und betrachte ich in schwierigen Zeiten als netten psychologischen Nebeneffekt, die ich dann mit den beiden ETF-Sparplänen wieder reinvestiere.
@world Irgendwie ist es schade. Du hattest aus meiner Sicht mit deiner 80/20-Verteilung zwischen All World und Consumer Staples eine sehr einfache, nachvollziehbare und quasi idiotensichere Basis.
Was du nun gemacht hast ist ja nicht, etwas beizumischen, sondern du hast deine eigentlichen Hauptinvestents so weit in die Defensive gedrückt, dass sie nur noch 10 bzw. 3 % deines Portfolios ausmachen. Unabhängig von den von dir gewählten Einzelwerten (die nach meiner Einschätzung von super bis superschlecht reichen) hat dein Portfolio damit jede Richtung verloren.
Nicht Fisch, nicht Fleisch. Auch kein Grünkernpatty.
Da du schreibst, die beiden ETF als Kern beibehalten bzw. wieder stärken zu wollen möchte ich dir nahelegen, anhand der Höhe deiner Sparrate nachzurechnen, wie lange über Sparpläne benötigst, um den beiden wieder ein höheres/relevantes Gewicht zu geben. Wenn das in absehbarer Zeit ist, kannst du diesen Zeitraum als "Transformationsphase" sehen. Falls es diverse Jahre dauert, müsstest du dich m.E. entscheiden, ob du eine sol lange Richtungslosigkeit akzeptierst oder ob du einen Teil der Einzeltitel wieder abstößt, um den Kern zu stärken.
Positiv ist aus meiner Sicht, dass du dir deiner Lernphasen bewusst bist. Gleichwohl ist es aus meiner Sicht - obwohl der Lernprozess immer weiter geht - schon in Ordnung, wenn man nach 1,5 Jahren so langsam seine Richtung findet und nur noch korrigiert anstatt das Rad neu zu erfinden.