Marcus
Investor
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Gepostet in Schnack

China ins Depot

Hallo zusammen,

ich würde gerne langfristig eine China / Asien Position im Depot aufbauen. Welche Titel / ETFs habt ihr die ich mir anschauen kann? Vorab lieben dank

17 Kommentare

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Wenn du ein China-Exposure aufbauen möchtest, rate ich persönlich davon ab, pauschal in breit gestreute China-ETFs wie den MSCI China oder CSI 300 zu investieren. Der Grund: Diese Indizes enthalten viele ineffiziente, staatlich kontrollierte Unternehmen (SOEs), die häufig nicht im Sinne der Aktionäre, sondern politischer Zielvorgaben agieren. Schlechte Kapitalallokation, schwache Governance und mangelnde Transparenz sind hier keine Ausnahme, sondern eher die Regel.

Ich setze stattdessen auf gezielt ausgewählte Einzelwerte mit skalierbarem Geschäftsmodell und möglichst begrenztem staatlichen Einfluss. Aktuell halte ich z. B. Tencent, das mit WeChat, Gaming und Cloud ein stark vernetztes digitales Ökosystem betreibt, das tief im Alltag der chinesischen Bevölkerung verankert ist. Früher war ich auch bei JD.com investiert, überzeugt haben mich hier die operative Effizienz und die vertikal integrierte Logistik. Inzwischen habe ich die Position aber wieder aufgelöst.

Weitere Titel, die ich mir angesehen habe: Ping An Insurance, aufgrund des innovativen Ansatzes an der Schnittstelle von Finanzen und Digitalisierung, sowie Baidu, wobei mich weniger das Suchmaschinengeschäft als vielmehr der Fokus auf AI und autonomes Fahren interessiert hat.

Ein besonders wichtiger Aspekt: Die meisten chinesischen Tech-Unternehmen sind über ADRs und sogenannte VIE-Strukturen (Variable Interest Entities) an US-Börsen gelistet. Diese Konstruktionen erlauben dir zwar, wirtschaftlich zu partizipieren, aber du erwirbst aber kein echtes Eigentum an der operativen Firma. Sollte Peking die regulatorische Grauzone schließen, besteht das Risiko, dass solche Konstrukte massiv an Wert verlieren oder ganz entfallen.

Auch bei Direktinvestments über Hongkong (HKEX) bleibt das politische Risiko bestehen: Kapitalverkehrskontrollen, Antitrust-Vorgaben, plötzliche Marktinterventionen oder geopolitische Spannungen sind systemische Faktoren, die du nicht ignorieren darfst.

China kann ein spannender Satellit im Portfolio sein, sollte aber aufgrund der Risiken nicht als Core-Investment betrachtet werden.

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Marcus
Autor
Investor
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+1

@patrick_c2ce33 Danke für die ausführliche Antwort.

  1. Möchte ich um die 7%-10% China im Portfolio aufbauen und setze dabei auf ein langfristiges Wachstum
  2. Gibt es einen ETF der die überwiegend staatlich kontrollierten Unternehmen umschifft?
  3. Sollte ich Einzeltitel kaufen dann würde ich die China Position mit ca. 10 Unternehmen aufbauen
  4. Welche Einzeltitel hast Du im Depot und wie hoch ist dein China Anteil?
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@marcus_26d82f

Zu 1)
Kann man machen, ein China-Anteil von 7–10 % im Gesamtportfolio ist grundsätzlich vertretbar. Aber wie sich dieses Exposure genau zusammensetzt, hängt stark von der Struktur deines restlichen Portfolios ab. Wenn du z. B. schon stark in US-Tech oder globale Konsumgüter investiert bist, brauchst du keine redundanten Geschäftsmodelle aus China. Wichtig ist: China als Region ist nicht gleichbedeutend mit "Emerging Markets" – die Märkte dort funktionieren nach eigenen Regeln, was bei der Allokation berücksichtigt werden sollte.

Zu 2)
Mir ist bislang kein ETF bekannt, der wirklich konsequent staatlich kontrollierte Unternehmen vermeidet und gleichzeitig liquide, breit genug diversifiziert und UCITS-konform ist. Die meisten ESG- oder Quality-Varianten filtern SOEs zum Teil raus, aber eben nicht vollständig. Aktive Fonds sind da oft gezielter, aber auch teurer.

Zu 3)
Warum eigentlich auf eine fixe Anzahl festlegen? Aus meiner Sicht ergibt sich die Anzahl der Titel aus dem, was du analysierst, verstehst und für qualitativ hochwertig hältst. Ich würde also eher sagen: Kaufe nur, was du gut verstehst, was profitabel ist, was Zukunftspotenzial hat – oder wo du irgendeine Art von Edge hast. Es gibt keinen Kapitalmarktpreis für "Diversifikation um jeden Preis". Im Gegenteil: Überdiversifikation kann auch Performance und Fokus kosten. Qualität schlägt Quantität, gerade in einem so politischen und selektiven Markt wie China.

Zu 4)
Aktuell halte ich ausschließlich Tencent im Depot. Für mich ist Tencent nach wie vor eines der überzeugendsten Geschäftsmodelle in China. Das Unternehmen betreibt mit WeChat die wichtigste Kommunikations- und Alltagsplattform im chinesischen Raum – ein digitales Ökosystem, das weit über Messaging hinausgeht und Bereiche wie Payments, Mini-Programme, Werbung und zunehmend auch E-Commerce abdeckt. Parallel dazu ist Tencent der führende Player im Gaming-Sektor mit Beteiligungen an global erfolgreichen Studios wie Riot Games (League of Legends), Supercell (Clash of Clans) sowie einer nennenswerten Beteiligung an Epic Games. Auch im Bereich Cloud-Services und Fintech ist Tencent aktiv und baut diese Geschäftsfelder kontinuierlich aus.

Besonders spannend ist aus meiner Sicht auch das Beteiligungsportfolio von Tencent, das einem Venture-Capital-Fonds gleicht: Darin finden sich strategische Beteiligungen an Unternehmen wie Meituan, Pinduoduo (PDD), JD.com, Sea Ltd, NIO, Kuaishou, Bilibili, Snap, Spotify und weiteren. Der geschätzte Wert dieser Beteiligungen liegt bei rund 100 Milliarden US-Dollar, während die Marktkapitalisierung von Tencent selbst bei etwa 370 Milliarden US-Dollar liegt – was aus Bewertungs- und Substanzsicht eine zusätzliche Absicherung bzw. Hebelwirkung bietet.

Natürlich sind auch bei Tencent politische Risiken nicht zu vernachlässigen. Staatliche Eingriffe, etwa bei der Regulierung von Online-Gaming, Werbeformaten oder der Datennutzung sind reale Faktoren, die regelmäßig Einfluss auf die Geschäftsentwicklung nehmen können. Dennoch sehe ich Tencent als das strategisch breiteste und resilienteste Big-Tech-Unternehmen Chinas, mit einem Geschäftsmodell, das tief in den Alltag integriert ist und über verschiedene Säulen abgesichert wird.

Insgesamt liegt mein China-Anteil aktuell bei rund 6 % des Gesamtportfolios, was ich als eine bewusste, aber kontrollierte Gewichtung betrachte. So kann ich gezielt am strukturellen Wachstumspotenzial partizipieren, ohne das politische Risiko überzubewerten.

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Ralf
Investor
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@marcus_26d82f Ich habe Xiaomi, Tencent, BYD, Alibaba als Einzeltitel. Will jetzt noch Bytedance hinzufügen. Meine Portfoliogewichtung ist derzeit sehr klein bei 1%. Ich will jetzt aber ein bisschen mehr investieren.
Die letzten Jahre war China eher etwas schwächer. Das hat sich jetzt verbessert. Natürlich gibt es grössere Volatilität durch die Trade-Tensions. Generell wird das m.E. aber die technische Entwicklung in China eher beschleunigen, wie wir auch schon zur ersten Amtszeit von Trump erlebt haben. Die technische Entwicklung in China fusst auch gerade auf dem eigenen grossen Markt.

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@thewolfofhomeoffice Niemand hat behauptet, dass staatliche Einflussnahme auf Unternehmen nur in China existiert. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Systematik und Tiefe der Eingriffe.
In den USA erfolgt politische Einflussnahme punktuell, meist sektorbezogen und innerhalb eines transparenten Rahmens. Unternehmen haben grundsätzlich Rechtsmittel und können sich auf die Gewaltenteilung berufen, auch wenn in der Praxis politische Erwägungen natürlich eine Rolle spielen.

In China hingegen ist die Verflechtung von Partei und Wirtschaft strukturell und systemimmanent. Staatliche Eingriffe können dort jederzeit, umfassend und ohne klare rechtliche Grundlage erfolgen. Rechte von Aktionären und Unternehmen sind im Zweifel nachrangig gegenüber politischen Zielen wie nationaler Sicherheit, sozialer Stabilität oder industriepolitischen Vorgaben.

Deshalb sehe ich das Risiko bei Investments in China nicht darin, dass staatliche Eingriffe stattfinden (das ist weltweit der Fall), sondern darin, dass diese Eingriffe in China umfassender, weniger kalkulierbar und schwerer rechtlich abzusichern sind. Dieses andere Risikoprofil sollte man aus meiner Sicht bei der Portfolioallokation bewusst berücksichtigen.

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@thewolfofhomeoffice Ich sehe hier ganz viele Bulletpoints, allerdings werden aus meiner Sicht unterschiedliche Ebenen vermischt.

Natürlich können auch in westlichen Demokratien wie den USA politische Eingriffe stattfinden, und insbesondere unter der aktuellen Regierung gab es Maßnahmen wie Strafzölle, selektive Förderprogramme oder stärkeren politischen Druck auf einzelne Unternehmen. Diese Einzelfälle innerhalb eines demokratischen Systems ändern jedoch nichts an der grundlegenden Struktur!

In den USA existieren unabhängige Gerichte, freie Medien und ein funktionierender demokratischer Machtwechsel. Diese Institutionen sind die tragenden Säulen einer liberalen Demokratie und ermöglichen eine Selbstkorrektur, auch wenn sie zeitweise unter Druck geraten können.

In autoritären Staaten wie China hingegen fehlt diese institutionelle Balance grundsätzlich. Die politische Steuerung der Wirtschaft ist dort kein temporäres Phänomen, sondern ein fester Bestandteil der Staatsarchitektur. Unternehmen stehen direkt unter staatlicher Einflussnahme, Eigentumsrechte sind der Staatsraison nachgeordnet, und rechtliche Anfechtungsmöglichkeiten existieren de facto nicht.

Genau hier liegt der fundamentale Unterschied zwischen beiden Systemen.
Temporäre politische Fehlentwicklungen in einer Demokratie sind nicht vergleichbar mit einer dauerhaft autoritären Struktur ohne institutionelle Korrekturmechanismen.
In Demokratien können politische Exzesse durch Wahlen, Gerichte oder öffentliche Kontrolle wieder eingefangen werden. In autoritären Systemen fehlt diese Möglichkeit strukturell.

Deshalb halte ich es für wichtig, zwischen punktuellen politischen Eingriffen und grundlegend unterschiedlichen Staats- und Wirtschaftssystemen klar zu unterscheiden.
Auch wenn politische Einflussnahme weltweit vorkommt, unterscheiden sich Ausmaß, Dauerhaftigkeit und rechtliche Absicherbarkeit fundamental.
Wer diese Unterschiede verwischt, vergleicht Einzelfallentwicklungen mit systemischen Gegebenheiten und verkennt damit einen wesentlichen Aspekt für die Risikoabwägung bei Investments. 🤷‍♂️

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Ralf
Investor
Beta
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  1. Da ich in Singapur lebe, habe ich relative viel dort investiert. Der Markt war die letzten Jahre unterbewertet und entwickelt sich jetzt gut. Die unternehmen sind eher konservativ.
    Es gibt hier auch eine m.E. sehr interessantes Segment, REITs (real estate investment trusts). Diese geben zwischen 4-8% Dividende.
    Auch die drei lokalen Banken, DBS, OCBC, UOB geben 5%+ Dividende und gute Kurssteigerungen.
  2. Wer China Aktien kaufen will, kann dies ausser in USA auch in Hong Kong tun. Die grossen Tech unternehmen waren die letzten Jahre sehr zurückgegangen und erholen sich jetzt langsam.
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Oliver Seiwert
Plus

BYD

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Picrat
Investor
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Franklin Templeton Dragon Fund (US88018T1016)

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user_bcdd82

HSBC HANG SENG TECH ETF (WKN: A2QHV0)

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XYZ123

Im Bereich Asien würde ich auf jedenfall nach Japan rüber schauen. Die Japaner haben im Unternehmens Sektor oft einen kleinen Tick zur sicheren Seite um es mal so auszudrücken. Sehr viele Unternehmen dort haben Eigenkapitalquoten von teilweise 80-90% fast immer, aber zwischen 40 und 60%. Auch sind sehr viele Japanische Firmen breit Diversifiziert und somit sehr zukunfts tauglich.

Was sie in der Kombination natürlich auch öfters, zu einem etwas trägeren “Flugzeugkreuzer” macht und nicht gerade zum “Wachstumsjet”, aber wenn man damit leben kann gibt es dort sehr viele gute Unternehmen die auch eine gemäßigte, aber solide Dividendenpolitik verfolgen wie z.B.

Mitsubishi, Nintendo, Itochu

um nur ein paar zu nennen.

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Jens
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China finde ich auch spannend. Allerdings hat mich hier u.a. bisher abgeschreckt, dass viele Anteile nur per ADR erhältlich sind, d.h. nur an US-amerikanischen Handelsplätzen verkauft werden können. Das war schon unter der Biden-Regierung des Öfteren der Fall, dass ausgewählte chinesische ADRs einfach mal gesperrt wurden, also nicht verkauft werden konnten. Es ist nicht anzunehmen, dass sich die Beziehungen zw. den USA und China bessern werden. Ich würde wenn, schauen, dass ich Aktien kaufe, die an der Börse Hongkong oder in China handelbar sind

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Jens
Plus

Ansonsten Einzelaktien- Singapur und Japan finde ich interessant. Hier habe ich mir die Länder-ETFs angeschaut und bin dann über Parqet in den Aktienfinder eingestiegen.

DBS, Grab

Hitachi, Itochu

Kaspi

Samsung (m.E. seit langem unterbewertet, allerdings „zündets“ nicht, und nicht ich, sondern der Markt hat immer Recht…)

Indien ETF IE00BHZRQZ17

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Thorsten Engler
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HSBC MSCI Emerging Markets ETF - USD DIS (A1JCMZ) finde ich ganz gut, gesplittet mit 26% China, rund 45% auf Indien, Taiwan und Korea…dazu Dividendenzahlungen

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Florian
Investor
Terminal
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Ich halte seit etwa einem halben Jahr die chinesischen Titel BYD und Xiaomi und bin mit Xiaomi 97% und mit BYD 80% im Plus. Ich denke, dass da noch einiges nach kommt. Zudem befindet sich noch für den japanischen Markt Mitsubishi im Portfolio.

Gerade BYD scheint demnächst noch attraktiver zu werden, da “Aktiengeschenke” und sonstige Zusatzzahlungen im Gespräch sind, um weitere Aktionäre zu gewinnen.

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Thorsten Engler
Plus

👍

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Parqet Nutzer
Plus

Spontan bin ich mit einer kleinen Einzelposition hier in diesen ETF: DBX0P8. Ich probiere den mal, um Dividendenauszahlung und Performance „in echt“ zu beobachten. Der ETF ist bereits uralt und immer noch sehr klein. In China zu investieren ist halt immer noch nischig und teurer (TER 0,6). Eigentlich verrückt, wenn man sich den wachsenden Einfluss der großen Unternehmen im ETF auf dem Weltmarkt ansieht.

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