Ralf
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Gepostet in Schnack

Commerzbank

Ich starte mal einen Testballon, um zu sehen, ob sich einige Diskussion entwickelt.

Was haltet ihr von Commerzbank. Ich habe da lange nicht hingeschaut und nun ging die ja schon im letzten Jahr gut hoch. Ist es noch gut, einzusteigen?

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3 Kommentare

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Nico

Du musst auch wissen, wieso der Kurs so stark anstieg. Nicht weil die gute Arbeit machen, sondern weil die UniCredit sie gern aufkaufen möchte und inzwischen ca 10% der Anteile besitzt. Wenn die Übernahme scheitern sollte, kann es meiner Meinung nach schnell nach unten gehen.

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Das_Lama
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Moin Ralf,

vorab ein paar kleine Disclaimer: ich bin relativ stark in Versicherungen investiert, so dass ich bereits ein kleines Übergewicht im Finanzsektor habe. Deshalb habe ich mich nie so richtig intensiv mit Bankaktien befasst, von daher eher eine Amateurmeinung von mir. Darüber hinaus habe ich Anfang April eine kleine Position in JP Morgan aufgemacht. Und drittens war ich mal in ING investiert und ärgere mich bis heute, dass ich das nur als Trade mitgenommen habe, weil sich die Aktie seit meinem Verkauf wahnsinnig gut entwickelt hat. So weit vorab.

Was aus meiner Sicht gegen ein Investment in die Commerzbank spricht:

  • In der Regel fahren Privatanleger besser damit, in Blue Chips zu investieren. Die Commerzbank ist zwar die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Bank nach der Deutschen, im internationalen Vergleich ist sie aber eher unbedeutend. Je nachdem, welche Liste ich mir da so ergoogele, liegt sie ca. auf Platz 80. Wäre also eher mit einem Nebenwerte-Gedanken verbunden, dass diese gegenüber den Large Caps ab und an outperformen – genau das würde ich aber nach dem massiven Anstieg seit 2020 schon als erfüllt ansehen.
  • Deutschland hält nach wie vor ca. 12 % der Commerzbank-Aktien. Einerseits „kann“ der Staat nicht verkaufen, da eine Übernahme durch UniCredit politisch nicht gewollt zu sein scheint. Andererseits könnte Deutschland durch einen Verkauf zum derzeitigen Kurs auch die eine oder andere Milliarde einnehmen und das Geld für andere Zwecke verwenden – das dürfte der eine oder andere Politiker angesichts der geplanten Ausgaben durchaus reizvoll finden. Also m.E. ein politisches Risiko.
  • Stark gelaufen mag sein. Allerdings auch nach einem jahre-/jahrzehntelangen Kursdebakel. Wirft für mich die Frage auf, ob man überhaupt Banken als Dauerinvestments braucht.
  • Die CoBa hat zwar schon viel hinsichtlich der Ausdünnung des Filialnetzes getan, hat aber natürlich durch die verbleibenden Filialen immer noch eine andere Kostenstruktur als z.B. die Direktbanken.

Was aus meiner Sicht für ein Investment in die Commerzbank spricht:

  • Die Commerzbank ist scheinbar nach wie vor vergleichsweise günstig bewertet. Wiederum durch Suchmaschine, nicht durch Kenntnis: KBV von 0,92, KGV 7,4. Dagegen weist iShares als im Stoxx Europe 600 Banks ein durchschnittliches KBV von 1,11 und ein durchschnittliches KGV von 9,33 aus. Gemessen daran könnte also noch was gehen.
  • Aus Gründen, die mir unbekannt sind, scheint die CoBa stark im Deutschen Mittelstand bzw. der Mittelstandsfinanzierung verankert zu sein. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die „Sondervermögen“ und deren Verteilung auch dazu führen, dass damit Investitionen angereizt werden, die die CoBa wiederum (teilweise) für den Mittelstand finanziert. Würde dann dazu führen, dass entsprechende Gewinne entstehen.

Für mich völlig offen:

  • Die weitere Entwicklung der Leitzinsen und damit des Zinsdifferenzgeschäfts. Da die CoBa wirklich keine guten Zinsangebote hat, vereinnahmt sie mit den Zinsdifferenzgeschäften sehr gutes Geld. Sollte der Leitzins sinken, schlägt das 1:1 auf den Gewinn durch. Dürfte dem Kurs dann nicht zuträglich sein.

Im Ergebnis würde/werde ich persönlich nicht in die Commerzbank investieren. Am ehesten würde ich mich, wenn ich eine Bankaktie wollte, für die Banco Santander entscheiden. In Europa unterliegen die grundsätzlich den selben Regularien wie die deutschen Institute, sind aber in Südamerika bärenstark. Da kann man also ein Emerging-Markets-Investment mit europäischer (Schein-?)Sicherheit umsetzen.

Wie gesagt nur eine Amateurmeinung, aber vielleicht ja trotzdem interessantes Feedback für dich.

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Ralf
Autor
Founders Pass
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@daslama , vielen Dank fuer die ausfuehrlich Analyse.

Ja, Mittelstandsfinanzierungen sind stark, da die Deutsche Bank das vernachlässigt und die kleineren Banken und Sparkassen nicht so grosse Limite haben.

Ich werde erstmal weiter beobachten. Banken haben mich seit der Finanzkriese nicht mehr so angesprochen. (Ausser die Banken hier in Singapore.)

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