Matthias
Plus

Gepostet in Schnack

Never lose money - oder "Wie sichert ihr eure Gewinne ab"

Hallo zusammen,

ich habe gerade das Buch von Heiko Thieme gelesen. Er plediert ja dafür, seine Gewinne mit einem “Traling Stop Loss” abzusichern.

Ich bin ganz ehrlich. Aktuell sichere ich noch keine meiner Positionen mit einem Automatismus ab. Jetzt denke ich darüber nach und dabei kommen mir viele Fragen auf wo ich eure Tipps und Ansichten gerne hören/lesen würde. Vielen Dank vorab.

Ich werde mal einige Beispiel geben und wie ich es machen würde. Das macht vermutlich Sinn, da eine Gewinnabsicherung ja auch immer Situationsbedingt ist.

Fall 1: Ich habe die NVIDIA Aktie mit 750% plus

Soll ich hier die gesamte Position mit einem Trailing Stop Loss absichern? 30% wäre hier meine Idee, da die Tec Werte ja sehr volatil sind und ich nicht möchte, dass ich bei einer Schwankung gleich alles verkaufe.
Allerdings wäre ich bei 30% komplett aus dem Rennen. Ich würde meine Gewinne versteuern müssen. Sollte ich also weiter an NVIDIA glauben und nach dem “Crach” wieder einsteigen wollen, fehlt mir schon die bezahlte Steuer für den Wiedereinstieg. Sinnvoll frage ich mich?

Oder könnte ich auch einen TSL bei 30% setzen, aber nur für den Wert meines Ursprungsinvests? Sprich ich behalte den Gewinnteil investiert um nicht komplett aus dem Rennen geworfen zu werden.

Macht vermutlich nur Sinn wenn ich weiter an das Invest glaube.

Fall 2:

Ich habe Tesla mit 200% Gewinn. Ich glaube nicht mehr an die Investementidee, aber die Aktie läuft gut. Hier könnte ich einen TSL bei 10% setzen auf die gesamte Position.

Das wäre vermutlich unstrittig

Fall 3:

Ich habe Cloudflare bei 30% Gewinn. Ich sichere mit einem TSL von 5% bis 10% ab. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Aktie wie diese mal 10% schwankt. Die Gafehr ist groß, dass ich aus dem Rennen bin bevor die Aktie eventuell in 3 Jahren oder mehr Gas gibt…

Ihr müsst auch gar nicht auf die einzelnen Fälle eingehen wenn ihr wollt. Mich würde interessieren wie ihr euch absichert? Oder bleibt ihr einfach investiert und entscheidet selber?

Vielen Dank für euren Input

Gruß

Matthias

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7 Kommentare

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Jens
Plus

Ich bin überhaupt nicht überzeugt von Stopp Loss.

Das mag für kurzfristige Spekulation interessant sein, ich versuche allerdings eher eine „Qualitätsaktie“ zu kaufen und diese langfristig zu halten.

Stopp Loss ist für mich ein Instrument auf die Spitze getrieben, um den Markt zu timen …

Was mache ich, wenn ich „kalte Füße bekomme“, dass mir die Felle wegschwimmen könnten? Im Falle NVIDIA habe ich aktuell 3x verkauft, jeweils immer die Hälfte meines Bestandes. D.h. Ich besitze nunmehr nur noch 12,5% meiner ursprünglichen Aktien. (Hätte ich mal besser alle behalten 😉)

Wenn ich von einer Aktie überhaupt nicht mehr überzeugt bin, kommt die weg, komplett. Ohne lange rumzufackeln. Dein Beispiel Tesla gehört für mich dazu. Die habe ich vor 1,5 Jahren dann sogar mit Verlust verkauft.

Mein Rat wäre: kaufe dir Aktien, von denen du überzeugt bist und bei denen du dann auch bereit wärst eine 5jährige Durststrecke auszuhalten. Sollten die dann extrem gut laufen, kannst du ja einen Teilverkauf tätigen. Ärgere dich dann aber nicht, wenn der Kurs dann deinem Vorgehen zum Trotz weiter steigen sollte 😉

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Jens L.
Investor

Hängt von der Diversifizierung des Gesamtportfolios ab, wenn global diversifiziert: voll investiert bleiben, keine Verkäufe, Kosten vermeiden, Nachkaufen

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Matthias
Autor
Plus

@jensl Danke für deine Meinung

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HoDler
Investor
Terminal
+1

Volatilität NVIDIA

Ein Stop Loss hätte dich wenn er im April ausgelöst worden wäre viel Geld vernichtet.

Bei mir schlugen STOP Losses auch oft dann rein, wenn es eh starke Kurslücken gab. Gerade gerne Montags morgens, wenn in Europa Panik ist und wenn die US Börsen öffnen ist alles wieder anders.

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XYZ123

Am Ende des Tages muss man sich doch nur 1 Fragen stellen.

Und zwar: Würde ich ohne eine Aktie zu besitzen bei dem aktuellen Preis einsteigen oder sogar zur Sicherheit verkaufen. Und das Ergebnis sagt dir was du wirklich von der Aktie hälst, und dementsprechend entscheidest du dann

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Jens
Plus

… Nachtrag: die Kurse sind m.E. zu 80% Psychologiegetrieben, also nicht berechenbar. Ist ein exakt agierendes Instrument wie ein Stopp Loss dann ein geeignetes Mittel?

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Eva
Investor
Beta
+2

Der Großteil meines Depots ist auf Dividendenwachstum ausgelegt. Daher nutze ich den Trailing-Stop-Loss (TSL) selektiv, wenn:

  1. eine Aktie stark überbewertet ist – dann reduziere ich die Position um den Einsatz und lasse den Rest laufen;
  2. eine Position zu groß wird – dann tätige ich Teilverkäufe, um die Position zu verkleinern.

Bei meinen Swing-Trading-Positionen setzte ich immer eine TSL-Order auf die gesamte Position.

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