Bilal

Gepostet in Schnack

Austausch zu Makro Investition

Hallo zusammen,

es würde mich sehr interessieren, was ihr zu meiner Strategie denkt. Die Performance für das Jahr spricht für sich (>20%). Allerdings sind die weiteren Jahre viel spannender..

Ich hatte im All Time High alle meine S&P 500 Anteile verkauft gehabt, weil ich der Ansicht bin, dass die nächsten Jahre turbulent werden und die kurzfristigen Erwartungen beim AI, früher oder später nicht mehr standhalten werden.

Meine Grundannahme: Die massive US-Verschuldung, gepaart mit geopolitisch getriebener Inflation (Ukraine, Nahost, China-Zölle), zwingt die US-Notenbank Fed in eine Zwickmühle. Sie steckt zwischen der Notwendigkeit, die Inflation zu bekämpfen (was das fragile Banken-/Kreditsystem brechen könnte) und dem Druck, das System (und den Staatshaushalt) durch eine zu lockere Geldpolitik zu stützen.

Die Kernszenarien, auf die ich setze: Mein Portfolio ist primär auf zwei aus meiner Sicht wahrscheinlichste Szenarien ausgerichtet:

  1. "Crash & Pivot" (ca. 25% Wahrscheinlichkeit): Die Fed bleibt zu lange restriktiv, etwas im US-System bricht (Bankenkrise durch CRE-Ausfälle / KI-Blasen-Crash). Es folgt eine kurze, heftige Panik ("Dash for Cash"), worauf die Fed mit massivem QE und Zinssenkungen auf 0% reagiert, um das System zu retten. -> Ergebnis: Inflationärer Schock nach deflationärem Crash.
  2. "Schleichende Kapitulation" (ca. 55% Wahrscheinlichkeit): Die Fed sieht den Crash kommen und will ihn verhindern. Sie opfert leise ihr 2%-Inflationsziel, lässt die Inflation bei ca. 3% laufen und senkt die Zinsen langsam, um die Wirtschaft zu stützen. -> Ergebnis: Geordnete Flucht aus Cash, Realzinsen werden langsam negativ, kein Crash.

Das "Goldlöckchen"-Szenario (Soft Landing, Inflation besiegt ohne Crash), das aktuell viele zu preisen scheinen, halte ich angesichts der geopolitischen Lage und der (noch?) fehlenden KI-Produktivitätsgewinne für weniger wahrscheinlich (ca. 20%). Eine kontrollierte, tiefe Rezession ("Volcker-Lösung") ohne QE scheint mir wegen der Systemfragilität ebenfalls riskant und weniger wahrscheinlich (ca. 15%).

Mein Portfolio-Ansatz: Entsprechend setze ich stark auf Real Assets (Gold, Energie, Kupfer, Uran, Infra), habe einen signifikanten EM-Anteil (Wette auf schwachen Dollar), nutze dosierte Hebel (Gold Miners, Silber) und halte einen größeren Puffer (ca. 25% in kurzl. Euro-Anleihen) als "Munition" für den potenziellen Crash. Ergänzt wird das durch Wetten auf eine relative Stärke Europas (breiter Markt, Finanztitel, Verteidigung).

Meine Frage an euch: Wie schätzt ihr diese Makro-Sicht und die Wahrscheinlichkeiten der Szenarien ein? Ist die Wette auf einen "Crash & Pivot" oder eine "Schleichende Kapitulation" zu pessimistisch/optimistisch? Übersehe ich entscheidende Risiken oder Treiber für das "Goldlöckchen"-Szenario?

Ich halte das Szenario “Schleichende Kapitulation" für sehr wahrscheinlich und glaube nicht, dass die Tech Stocks die nächsten 2-4 Jahre gut performen werden.

Freue mich auf eure kritischen Einschätzungen und eine spannende Diskussion.

35 Kommentare

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MaiTai

Uff, okay also direkt raus:

Ich lese bei dir nicht einfach nur „ich sehe gerade ein Risiko in den Märkten und gewichte das ein bisschen anders“. Ich lese eher: das aktuelle System ist strukturell schief, Schulden zu hoch, Zentralbanken werden am Ende sowieso eingreifen, die kleinen Leute zahlen die Rechnung, ein Reset ist gut möglich. Du sagst ja selbst, du bist seit über zwölf Jahren in Bitcoin, du traust der aktuellen Geldarchitektur nicht wirklich. Das ist kein taktischer Blick mehr auf Zinsen und Tech-Bewertungen, das ist inzwischen fast ein Grundverständnis davon, wie die Welt funktioniert.

Das ist erstmal nicht dumm. Viele Leute landen da, wenn sie sich tiefer mit Makro, Verschuldung, Fed, Währungsseite beschäftigen. Gerade, wenn sie Leute wie Lyn Alden lesen. Und ich meine das nicht abwertend. Die erklärt das alles sehr gut: Staatsverschuldung, Zentralbank-Mechanik, finanzielle Repression, wer am Ende die Zeche zahlt. Das gibt einem das Gefühl, man versteht jetzt wirklich, was da unter der Oberfläche läuft. Das holt viele genau in diese Denkrichtung rein.

Das Problem ist ein anderes. Sobald man an diesem Punkt ist, wird es schwer, sich selbst noch zu widersprechen. Egal was passiert, man findet immer eine Bestätigung für das eigene Bild. Wenn Inflation runtergeht, dann ist das nur die Ruhe vor dem eigentlichen Problem. Wenn sie hoch bleibt, ist es der Beweis. Wenn die Fed senkt, ist es die Bazooka. Wenn die Fed nicht senkt, ist es nur „noch nicht“. Irgendwann wird jede Entwicklung passend gemacht. Von außen wirkt das dann wie ein Horoskop für Investoren: Es klingt individuell und tief, aber es ist praktisch nicht mehr falsifizierbar.

Und genau da wird’s gefährlich fürs Depot. Nicht wegen „Fiat schlecht“ oder „Tech teuer“, sondern weil man innerlich keinen klaren Punkt mehr hat, an dem man sagt: Okay, ich lag daneben, ich drehe um.

Hardy hat dir im Prinzip eine einfache Frage gestellt: Wenn du dem Fiat-System wirklich so wenig traust, warum bist du dann überhaupt noch an Märkten investiert, die komplett in Fiat gepreist sind, und hoffst darauf, später wieder günstige Tech-Werte einzusammeln. Das ist eine faire Frage. Ich habe das Gefühl, du bist ihr ausgewichen.

Ich würde das mal anders formulieren, sehr konkret, ohne Ironie: Was müsste real passieren, damit du sagst „mein Bild war falsch, ich nehme das Rohstoff/Gold/EM-Übergewicht wieder runter und gehe wieder stärker Richtung US-Tech, Growth, USA allgemein“?

Zum Beispiel: Inflation kommt stabil runter Richtung zwei bis drei Prozent, ohne dass das System reißt. Die Fed senkt nicht brutal, sondern gemächlich. Der Dollar bleibt halbwegs stabil. Die großen US-Tech-Unternehmen drucken weiter Cash und halten ihre Margen. Emerging Markets laufen nicht klar besser als die USA.

Wäre das für dich der Punkt, an dem du sagst „okay, mein Reset-Szenario hat so nicht gespielt, ich adjustiere mein Portfolio wieder“, oder würdest du dann trotzdem sagen „mein Case gilt im Prinzip weiter, dauert nur länger“?

Ich frage das nicht zynisch. Ich frage das, weil das für mich der Unterschied ist zwischen „ich habe eine These und manage Risiko“ und „ich glaube an ein Narrativ und bleibe drin, egal was kommt“.

Wenn du für dich vorher klar hast, bei welcher Realität du wieder umschichtest, dann hast du eine Strategie. Dann bist du nicht der Doom-Typ, sondern jemand, der ein Szenario spielt, aber bereit ist, wieder rauszugehen. Wenn es diesen Punkt nicht gibt, dann bist du faktisch all-in auf deine Sicht. Und all-in auf die eigene Sicht ist für Privatanleger meistens der Moment, wo es teuer wird.

Ich will damit gar nicht sagen „nimm einfach ETFs und vergiss das alles“, so wie Hardy. Für viele ist das die beste Lösung, ja. Aber du bist offensichtlich schon an dem Punkt, wo du tiefer drin bist. Dann ist für mich die entscheidende Frage nicht mehr „wer hat recht?“, sondern „wer hat einen klar definierten Ausstieg aus seiner eigenen Überzeugung?“.

Das ist das Einzige, was am Ende zählt. 😉

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Marcus
Investor
Beta
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@user_df7d48

Mir stehen die Haare zu Berge bei:

„wöchentlich (…) passe ich mein komplettes Portfolio an“

Egal auf welcher Grundlage.

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Hardy
Plus

@bilal Die Frage, die ich mir stelle ist, was eigentlich dein Ziel ist. Ich gehe immer davon aus, dass die meisten an der Börse investieren, um ihr hart verdientes Geld zu vermehren, um sich davon später was leisten zu können, früher in den Ruhestand gehen zu können oder die Rentenlücke zu schließen. Aber vielleicht sehe ich das ja falsch.

Ich habe bei dir den Eindruck, dass es dir eher darum geht, ein Portfolio zu haben, dass zu deinen makroökonomischen und geopolitischen Ansichten passt. Und vielleicht verlierst du dabei das eigentlich Ziel - zuverlässige Geldvermehrung - aus dem Fokus? Du reitest eine Welle, die es so vielleicht gar nicht gibt, und fühlst dich damit am wohlsten. Aber führt das wirklich zu effektiver Geldvermehrung?

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Bilal
Autor

@mai 1A Kommentar! You made my day. Es ist so: bezüglich „Wäre das für dich der Punkt, an dem du sagst „okay, mein Reset-Szenario hat so nicht gespielt, ich adjustiere mein Portfolio wieder“, oder würdest du dann trotzdem sagen „mein Case gilt im Prinzip weiter, dauert nur länger“?“

—> Mein LLM Agent macht wöchentlich Makro Analysen, sobald es ein „Soft Landing“ gibt oder die AI Produktivität sich in den Balance Sheets der Unternehmen zeigt, passe ich mein komplettes Portfolio an. Ich halte nur die Wahrscheinlichkeit für eine massive Korrektur in der kurzfristigen Phase nicht für unwahrscheinlich. Ich hoffe natürlich die tritt nicht ein. Nur muss man irgendwie diese verrückte Welle irgendwie reiten.

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Bilal
Autor

@marcus_26d82f Keine Soge, ich passe nicht wöchentlich das Portfolio an, sondern eben nur bei Indikatoren, die die Strategie nachhaltig brechen.

@user_df7d48 Ich überprüfe es selbstverständlich nochmal und nutze auch nur seriöse Makro Analyse Häuser.

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MSSTDF
Investor

Ich analysiere und passe ein Portfolio in P. zweimal täglich zum Spaß an, unterstützt von KI. Es ist nicht besser als eine 30-jährige Buy-and-Hold-Strategie, aber ich muss liquide bleiben und will bei den aktuellen Umwälzungen am Puls der Zeit bleiben, wie in den letzten 30 Jahren.

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Marcus
Investor
Beta
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Moin,

alle Eure Argumente kann ich nachvollziehen. Jedes Szenario kann ich nachvollziehen.

Daher gehe ich von Essensmarken und Straßenkämpfen aus und schichte alles in Gold und Bitcoin um. Gold natürlich physisch in kleinen Stückelungen.

Wann denkt man in solchen Szenarien? Wenn es an der Börse gut läuft. Unterbewußt denkt man im ATH, höher können die Kurse nicht steigen - ergo kann es nur noch bergab gehen. Wenn dann noch China der Sack Reis umfällt ist alles vorbei 😂

Und jetzt ernsthaft:

Mit Blick in parqet hatte ich noch nie soviel Vermögen wie gestern. Sowohl insgesamt als auch in Wertpapieren. Das löst unterbewußt schnell Verlustängste aus und man lässt sich von Crashszenarien leiten.

Wie gesagt, ich finde alle Argumente plausibel und nicht ein Szenario kann ich widerlegen. Aber das ist nunmal das der Ding mit den Prognosen. Eine Prognose ist nunmal nur eine Prognose.

Fazit für mich und meine Strategie:

Weiterhin laufend nachkaufen, keep rolling.

Sollte eines der Szenarien eintreten, weiter nachkaufen, abwarten und aussitzen.

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MSSTDF
Investor

@marcus_26d82f du hast keine Suess?🥴

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Marcus
Investor
Beta
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Ergänzung:

Gerade nochmal nachgeschaut, 0,1% weniger als gestern. Mist! 🤨

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Wurstsuppe
Plus

Was ich am ehesten in den USA sehe, ist eine breite Kreditkrise, bei der verschiedene Kreditmarktblasen implodieren. Große Blasen wären bspw. 1. Studienkredite, 2. private Konsumkredite, zudem führt die massive Inflation in den USA dazu, dass die Lebenserhaltungekosten (Essen und Miete) soweit steigen, dass andere große laufende Kredite hinten angestellt werden (Autos, Häuser usw.), zudem dürften tatsächlich die US-Gewerbeimmobilien unter dieser Entwicklung leiden (eine meiner Reit-Aktien zeigt mir das aktuell -_-), kann mir durchaus vorstellen, das diese Entwicklung für signifikante Bevölkerungsteile existenszgefähredend wird. Zudem kommen Rezessionsfolgen durch die Zölle für viele Gewerbe- und Industriebereiche, die wiederrum bei Kreditgebern die Ausfallwahrscheinlichkeit für Kredite erhöhen (BDCs, spezifische CEFs und je nach Vernetzung und Absicherung auch Banken.)

Hinzu kommen die eskalierenden Konflikte mit ehemals Verbündeten (Kanada, Mexiko, EU, Südkorea, Japan usw) die durch die absurden Geldforderungen brüskiert werden, durch die spontanen Zölle verunsichert und ihre Handelsströme langsam um die USA herumbauen (ähnlich bei bei GB nach dem Brexit) das wird irgendwie Auswirkungen auf die exportierenden Teile der US-Wirtschaft haben.

Und KI steht unter dem Druck in den nächsten 1-3 Jahren eine sichtbare Zunahme von Profiten generieren zu müssen, auf der anderen Seite haben die Chinesen schon vor eingen Monaten gezeigt, dass KI auch billiger geht, wenn ein größerer Marktkonkurrent von Nvidia vergleichbare Hardware auf den Markt wirft oder finanzielle Erfolge bei den Käufern ausbleiben, könnte da sicherlich eine Kursbereinigung stattfinden, das ist allerding Glaskugellei.

Ich denke, wenn du sicher gehen willst, halte dich die nächsten 2-3 Jahre von Finanzwerten fern und fokosiere stärker auf globale Valuetitel bzw. Europa und EM breit. Auf der anderen Seite, werden die US-Aktienmärkte massiv als Altersabsicherungssystem genutzt, weshalb da keine gigantischen Abverkäufe von Privaten passieren werden.

Eine Blase halte ich nebenbei auch für die europäischen Verteidigungswerte nicht für unwahrscheinlich und auch Gold hat erst kürzlich eine Ausbremsung erfahren, ich bin kein Bergbauprofi, aber ich verstehe nicht, warum die Unternhmen nicht einfach ihre Förderung hochfahren sollten.

Generell solltest du dir einen MSCI-100-Jahre-Chart nehmen und einfach weiter globalgestreut long gehen.

Deine kurzlaufenden €Anleihen halte ich für eine gute Beimischung .

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Bilal
Autor

@wurstsuppe Ja, das ist ein Szenario, was ich auch für wahrscheinlich halte. Der Repomarkt ist ja schon länger angespannt.. Also vieles spricht für ein weicheres “QE“, deshalb sind real assets gold, btc usw wirklich wichtig für die nächsten Jahre gepaart mit produktiven Unternehmen, die nicht zu hoch bewertet sind EM & Europa.

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stilgar
Plus
Beta

Sehe es ähnlich, hatte vor meinem Brokerwechsel In KI/Nvidia etc ETF als dann der Hype anfang habe ich verkauft (ja zu früh) aber ich hatte mich umorientiert mehr zu Dividenden.

#Hallo (mein Roastpost) bin aus dem US Tech “Klumpen” raus da auch ich EM ohne China kommen sehe.

Ich denke es wird ein Gemisch aus 1 und 2 geben. Die FED wird langsam Donni nachgeben was Ihm aber nicht schnell genug geht.

Was viel bedenkenswerter ist von den Auswirkung ist Seltene Erden/Nexperis hier sehe viel Gefahr für die Weltwirtschft.

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Tom S.
Plus

Ich teile Deine Einschätzung, dass manche Teilmärkte (KI, Tech, usw.) heiss gelaufen sind, und eine Korrektur eigentlich überfällig ist. Auch mit Deiner makroökonomischen Analyse gehe ich mit, wenngleich das alles ja nichts Neues ist. Die US-Staatsverschuldung steigt, seit Bill Clinton Präsident war (BIll who?).

Bei den Auswirkungen sehe ich aber ein anderes Szenario dominant: Die Flucht aus den US-Dollar, angetrieben von China, Japan und anderen Staaten, die beide ihre Bestände an US-Staatsanleihen reduzieren, wird die Währung schwächen, was ja durch aus im Sinne der US-Regierung sein dürfte. Das würde bedeuten: Die US-Staatsschulden würden weginflationiert, die Nominalgewinne der US-Unternehmen steigen auf US$-Basis und damit bei konstantem KGV auch die Kurse. Der Nicht-US Anleger hat aber nichts davon, weil die Basiswährung immer weiter einbricht. Gold wird auf US$ Basis immer wertvoller, aber nicht weil das Metall selbst wertvoller wird, sondern weil die Währung, gegen die der Goldwert gemessen wird, immer wertloser wird.

Das Ganze kann durchaus noch eine Weile weitergehen. Irgendwie wird sich die FED schon durchwursteln.

Ein mögliches black svan Szenario wäre eine Taiwan-Invasion durch China, was die USA zum Kriegseintritt bewegen dürfte. Dann wären natürlich auch Rüstungsgüter gefragt.

Ein Finanzschock (debt-crisis) würde wahrscheinlich durch ein entsprechendes QE der FED abgemildert, da teile ich Deine Einschätzung: crash - V-förmige Erholung, nachfolgend Absturz des US$. Die EZB hat ähnliche Programme scharf geschaltet (OMT und TPI).

Ich setze daher stärker auf Europa und habe meine Länderallokation auf ca. 40% USA, 40% EU und 20% RdW eingestellt. Ausserdem bin ich ich(wie oben zu sehen ist) nur zu 50% in Aktien investiert. Ob ich im Falle eines crashes nachkaufen werde? Ein wenig sicherlich. Aber ich würde keinesfalls all-in gehen.

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Bilal
Autor

@toms Spannend, gehe ich voll mit was du beschreibst. Ich halte auch relativ viel Cash, um im Zweifel günstige Tech Aktien nachzukaufen. Seit dem März bin ich aber da raus. Wann schätzt du, wird eine Konsolidierung kommen? Ich meine die Inflation wird erstmal nicht auf die 2% zurückkehren und die FED wird die Zinsen senken, was erhebliche Risiken mit sich bringt. Was haltest du von meiner Allokation? Ich gehe auch von einer guten Performance bei den Emerging Markets aus.

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Bilal
Autor

@msstdf Bin ich bei dir, deshalb ist es bei mir nicht anderes als Szenarien + Zusammenfassung der Analysen aus Makrodaten + Sparring. Entscheidung treffe natürlich ich mit vollem Risiko.

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MSSTDF
Investor

@bilal Du kannst natürlich eine Hypothese aufstellen, was Du tust. Eine genaue Prognose ist allerdings schwierig, da es die einfach nicht gibt. Niemand kann und konnte das je.  Bleiben wir bei Deiner KI. Die macht das relativ selbstsicher und bestimmt. Meiner vertraue ich nicht ganz und handle manchmal auch dagegen. Als Sparringspartner, Denkansatzbeschleuniger und Zusammenfasser ist sie super, aber mehr nicht.

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Tom S.
Plus

Mein worst case Szenario wäre: Dass die US-Techkonzerne sich wieder privatisieren. Dass die Tech-Billionäre Stück für Stück die Konzerne delisten und in ihr Privatvermögen verschieben. Und wir Kleinaktionäre sind draussen. Man sieht das ein bißchen schon heute: Der Anteil der US-Bürger, die tatsächlich an dem jetzigen Börsenboom mitverdienen wird immer kleiner. 80% der US-Bürger verdienen einfach nicht genug, um neben gestiegenen Lebenshaltungskosten noch signifikant Geld am Aktienmarkt anzulegen und somit mitzuverdienen. Die Party geht zwar weiter, aber die Gäste werden immer weniger. Das Geld zirkuliert in immer engeren Bahnen. Das Endresultat ist dann der Anfang dieses posts.

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stilgar
Plus
Beta

@toms siehe das Darlehen von Nvidia an Open AI damit die bei Nvidia einkaufen

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Tom S.
Plus

Wenn ich das seriös schätzen könnte… Tesla ist imho seit Jahren massiv überbewertet, verkauft sogar weniger Autos wie früher und notiert trotzdem in der 400$ Range. Es kann sein, dass die Konsolidierung nie kommt.

Ich sehe den Ursprung des ganzen in der US-Staatsverschuldung. Solange die US-Regierung neue Schulden machen kann - und das kann sie, solange die FED mitspielt - ist genügend Geld da, um die Party weiterlaufen zu lassen. Das Geld kommt irgendwann, irgendwie zu den Leuten, die wiederum die Aktienblase weiter aufpumpen. Die Folge ist halt der Kursverfall des Dollars, der amerikanische Produkte in RdW billiger erscheinen lässt, und in der Folge die Gewinne der US-Konzerne erhöht. Das gibt dann auch fundamental einen Grund US-Aktien zu kaufen (das KGV bleibt konstant). Es werden mit den Konzerngewinnen ja auch massiv Aktien zurückgekauft, ein Faktor der auch nicht unterschätzt werden darf.

Es ist ja auch nicht so, dass alle S&P500 Werte so exorbitante Bewertungen aufweisen. Nein, es sind nur die üblichen Bekannten. Der Rest des S&P500 hat ein KGV von ca 16, was nicht billig, aber auch nicht astronomisch teuer ist.

Ok zu Deiner Allokation: Vieles von dem, was Du hast, habe ich in ähnlicher Weise (Insurance, Europe, Infrastructure…) Ich denke Du hast Deine Strategie gut umgesetzt. Jetzt muss sie nur noch aufgehen. Bei Nuklear wäre ich vorsichtig, der Fortschritt bei den renewables ist so groß, dass es im Grunde unumkehrbar ist. Kernkraftwerke werden zunehmend unrentabel werden. Ich würde da tatsächlich renewables nehmen (kann sein, dass das in dem global infrstructures ESG drin ist). Consumer staples, Tobacco + Pharma wären auch noch Branchen, die man sich anschauen könnte.

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MSSTDF
Investor

Ach, PP, das Teil hat mich echt einiges an Lebenszeit gekostet. Aber die Export- und Importfunktion in Parqet war echt super! Nostradamus habe ich auch schon lange hinter mir gelassen. Crash-Propheten haben halt auch einmal recht, aber die anderen Male verdiene ich wieder Geld. Deine Tech-Aktien aus dem Frühjahr waren bei mir gut aufgehoben. Danke dafür! Ich konnte die $ Delle gut ausbügeln. Es kommt eben immer auf den Blickwinkel an.

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HoDler
Investor
Terminal
+1

Sein Portfolio auf extrem Szenarien auszurichten bringt meiner Meinung nach nichts.

Denn entscheidend dafür sind ob und vor allem wann ein solches Szenario passiert und ob der Markt dann auch so reagiert wie man es erwartet hätte.

Also müssen schon 3 Dinge zusammen kommen/passen.

Ein Beispiel:

Gängig heißt/hieß es niedrige Zinsen = gut für Gold / Hohe Zinsen = schlecht für Gold

Die letzten 15 Jahre widerlegen das.

Im Prinzip gehst du mit deiner Depotausrichtung sozusagen in gewisser Weise short und verzichtest auf die übliche Markrendite was Opportunitätskosten verursacht.

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HoDler
Investor
Terminal
+1

@bilal du unterschätzt deine Opportunitätskosten die umso höher werden je länger keines deiner Szenarien und die passende Reaktion darauf eintritt denn mit diesem Portfolio wirst du viel der Rendite des breiten Marktes verpassen.

Du unterschätzt auch massiv die allgemeine Anpassungsfähigkeit von Unternehmen an neues Makroumfeld.

Das Makroumfeld war doch seit dem 2 WK selten schlechter als die letzten 5 Jahre.

Covid, Ukraine-Krieg,GAZA-Krieg, Zoll/Handelskrieg.

Wieviele ATH haben wir in dieser Zeit gesehen?

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MSSTDF
Investor

@hodler Mein aktuelles Beispiel: Porsche oder Gerresheimer oder oder oder

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Bilal
Autor

@hodler Das Makro Umfeld & Geopolitk werden sehr oft vernachlässigt, nicht mit dem Portfolio oben.

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stilgar
Plus
Beta

würde eher auf Anfang 26 tippen. Sagt Dir der Begriff “Windowdressing” etwas. Wenn Fonds nachkaufen um im Jahresbericht zu zeigen “wir waren dabei”.

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Bilal
Autor

@stilgar Jaein, erläutere gerne was du meinst.

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Hardy
Plus

Hallo!

Ganz ehrlich: Du machtst dir zu viel Gedanken 😎 Jedenfalls über Dinge, an denen selbst professionelle Analysten kontinuierlich scheitern. Ich bin weitestgehend überzeugter "passiver Anleger". Gut 80% meines Depots bestehen aus breit gestreuten ETFs, dazu ein paar Einzelaktien weil`s Spaß macht. Dabei buy and hold. Schiet egal wie sich der Markt bewegt. Das hat bislang funktioniert und wird es vermutlich auch künftig.

In deinem Portfolio gibt es genau zwei Positionen, mit denen ich mitgehen würde: der STOXX Europe 600 sowie der MSCI Emerging Markets. Dann sieben Sektor-/Branchenwetten, wenn ich richtig gezählt habe (Bank, Insurance, Gold Miners, Nuclear Technologies, Infrastruktur, Energy, Defence). Wer auf so viele Dinge wettet, der kann auch gleich einen weltweit gestreuten ETF nehmen. Da sind die alle drin vertreten. Und auch der Rest.

Ich sehe die USA auch kritisch und habe deren Anteil daher, u. a. durch Europa-Beimischung, auf ca. 45% in meinem Portfolio reduziert (soweit zum "passiven Anleger" ...). Aber das was du vorhast, sieht wie eine massive Wette gegen die USA und insbesondere gegen deren Tech-Werte aus. Ich glaube nicht, dass das der Performance deines Portfolios gut tut.

Auf Bonds in diesem Umfang (25 %) würde ich erst erst kurz vor der Entnahmephase wechseln. Mit 61 Jahren fühle ich mich dafür noch zu jung

Ich mag mich irren, aber ich habe den Eindruck, dein Portfolio ist "overengineered" ohne am Ende dadurch besser zu performen.

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Hardy
Plus

@bilal Wenn ich den Kollaps unseres Geld-/Finanzsystems erwarten würde, würde ich nicht an der Börse investieren, wo die Werte letztendlich in FIAT-Währungen gehandelt werden. Dann würde ich wohl oder übel doch Gold unters Kopfkissen legen und in Bitcoin investieren. Kein Vertrauen in das Finanzwesen der Welt und Investment an der Börse passen irgendwie nicht zusammen.

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Bilal
Autor

@hardy_42b58e Das mag sein. Ich habe mich mich in vieles eingelesen und es muss immer noch nichts bedeuten. Allerdings halte ich nicht viel von unserem Finanzsystem und früher oder später, ist die Party in der jetzigen Form vorbei. Ich halte für einen “Reset“ der Finanzwirtschaft nicht für unwahrscheinlich. Die Zentralbanken holen die Bazooka raus und die kleinsten müssen es bezahlen. Ich kann Lyn Alden und “Broken Money” nur empfehlen.

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Bilal
Autor

@hardy_42b58e Ich erwarte und erhoffe mir keinen Kollaps. In BTC bin ich schon seit 12+Jahren investiert. Die Dinge sind nicht schwarz & weiß. Ich bin definitiv nicht überzeugt, wie die Fiskalpolitik weltweit aussieht, die hat nicht zu mehr Wohlstand innerhalb der Gesellschaft gehört außer bei Menschen, wie wir hier vielleicht..aber das ist ein anderes Thema.

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stilgar
Plus
Beta

Also zusammengefasst :

When shit is going to happen - shit will happen.

:-)

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MSSTDF
Investor

@stilgar das genau ist die selbsterfüllende Prophezeihung oder anbei ein teaser für alle, die sich mit dem Orakel von Delphi beschäftigen möchten, aus Wikipedia

…Bevor das Orakel sprach, bedurfte es eines Omens: Ein Oberpriester besprengte eine junge Ziege mit eiskaltem Wasser. Blieb sie ruhig, fiel das Orakel für diesen Tag aus, und die Ratsuchenden mussten einen Monat später wiederkommen. Zuckte die Ziege zusammen, wurde sie als Opfertier geschlachtet und auf dem Altar verbrannt……

Mache sich jeder einen Reim drauf😀

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stilgar
Plus
Beta

Da muss ein Schreibfehler vorliegen der LLM ist in Wirklichkeit ein LMA Agent :-)

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Marcus
Investor
Beta
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@stilgar Du meinst LMAA?

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