Peter Andres
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Gepostet in Schnack

Fiktiver Berkshire-Letter an meinen Freund und reale Renditen

Seit nunmehr zwei Jahren pflegen ein guter Freund und ich eine besondere Tradition: Wir schicken uns gegenseitig einen fiktiven „Shareholder Letter“ zu – so, als wären wir beide Manager eines Hedgefonds. Meine fiktive Firma trägt den Namen ISHIZUE RISK ASSET MANAGEMENT (IRAM).

In diesen Briefen reflektieren wir über die Performance des vergangenen Jahres, unsere Anlagestrategie und vor allem darüber, was wir aus unseren Fehlern gelernt haben. Aktuell führe ich zwei Portfolios – eines mit Fokus auf Dividenden und eines mit einer konzentrierteren Strategie. Das Erfreuliche: Mit beiden konnte ich den Markt bisher schlagen.

Für alle, die heute ein wenig Zeit und Lust auf etwas Fachsimpelei haben, und nichts besseres zu tun haben, teile ich das Ergebnis hier zum Spaß. Hier unten und auf der letzten Seite findet ihr die Performance-Zahlen. Und ja: Ich habe das Format von Warren Buffetts Shareholder Letter eins zu eins „geklaut“. Da ich seine Briefe seit Jahren verschlinge, ist mir dieser Stil einfach in Fleisch und Blut übergegangen.

Wer sich für das Compounder-Portfolio interessiert: Anbei findet ihr eine Zusammenstellung mit Stand von Mitte Dezember. Das Portfolio weist zwar eine leichte Bewertungsprämie gegenüber dem Gesamtmarkt auf (hier der S&P 500 da es hauptsächlich

US-Firmen sind), doch diese wird durch die außergewöhnliche Qualität der Unternehmen mehr als gerechtfertigt. Ich halte hier konsequent Firmen mit überdurchschnittlichen Margen und einem weit überlegenen ROIC (Return on Invested Capital).

Ich freue mich auf euer Feedback oder Fragen zur Strategie! Oder ihr könnt mir auch ehrlich sagen, dass ich/wir einen an der Waffel habe/haben.

Gruß

2025_Letter.pdf

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12 Kommentare

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Danny1988
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Hat Spass gemacht zu lesen finde die Idee sehr gut. Danke fürs teilen. Ich denke nicht das du ein an der Waffel hast, ich denke du machst es genau richtig. Dein Dividendenportfolio konnte man ja auch schon mal in einem anderen Post verfolgen, ist aber wieder auf Privat gestellt hat das einen Grund ? Dein Compounderportfolio kann man ja immer noch verfolgen. Fragen hab ich eigentlich sonst keine, nur habe ich gesehen, das du dich von deiner ASML Position getrennt hast vollständig, geht man alleine danach was eine High Compounder Strategie so ausmacht bzw. welcher Werte da so in Frage kommen, wäre ja ASML eig ein klarer Pick (bis auf das zyklische Verhalten), da würden mich deine Beweggründe interessieren, weil mich der Verkauf wundert. Grüße.

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Peter Andres
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@danny_2e70ec

Vielen Dank! Es steckt zwar einiges an Arbeit drin, aber aktuell ist Analysieren und Lesen fast mein größtes Hobby.

Zu ASML: Es fiel mir nicht leicht, mich zu trennen, da das Unternehmen einfach einzigartig ist. Mein ursprünglicher Investmentcase basierte jedoch primär auf dem Service-Geschäft und den damit verbundenen wiederkehrenden Cashflows, die die Zyklik abmildern sollten. Leider wächst dieser Bereich langsamer als ich erwartet habe. Dadurch hat sich mein Fair Value in der DCF-Analyse von ursprünglich fast 1.000 $auf nun ca. 600$ korrigiert. Daher habe ich die Reißleine gezogen und das Kapital in Mastercard umgeschichtet, dort überzeugt mich aktuell besonders das Consulting-Segment mit über 20 % Wachstum. Das Große Risiko beim ASML Verkauf war, falls die Adaption von High-NA EUV an Fahrt gewinnt, könnte ASML natürlich stark davon profitieren und den Aktienkurs deutlich nach oben treiben und ich verpasse einen lockeren 2x in kurzer Zeit….aber so ist es halt. Mastercard war für mich einfach vorhersehbarer. Aber siehst du es anders?

Zum Dividendenportfolio: Das ist momentan privat, da ich es gerade strukturell umbaue. Aktuell sind noch 20% in Anleihen/Gold und ca. 10% in Positionen, die ich heute so nicht mehr kaufen würde. Sobald die Allocation wieder meinen Vorstellungen entspricht, stelle ich es in den nächsten Monaten gerne wieder auf öffentlich! :)

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Danny1988
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Deine Argumentation ist schlüssig, man muss ja auch nicht überall dabei sein. Ich halte weiterhin 5% in ASML und sehe die Technologie als Systemkritisch an und denke es schadet nicht sie zu besitzen. Aber wenn es für dich in bestimmten Bereichen fundamental nicht passt, dann ist es natürlich absolut nachvollziehbar und dadurch das du das Geld sofort wieder in Mastercard gesteckt hast ist es ja im Markt und arbeitet weiter. Es hat mich nur interessiert. Aktuell kaufe ich da auch nicht weiter nach, Preisalarm steht auf 850€ da würde ich es in Erwägung ziehen nochmal nachzukaufen. Ich verfolge auf jedenfalls deinen Ansatz weiter, er ähnelt meinem ein wenig und bin gespannt was noch so kommt. Leider gibt auf Parqet ja keine Personal Message Möglichkeit sonst hätte man sich ja mal austauschen können. Man lernt nie aus. 7 deiner Compounder Werte halte ich selber daher find Ichs spannend.

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Peter Andres
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@danny_2e70ec ich werde es wahrscheinlich irgendwann bereuen, ASML verkauft zu haben, aber das gehört wohl dazu. Eigentlich ist die Aktie für mich auch kein klassischer Verkaufskandidat, da das Chancen-Risiko-Verhältnis eigentlich stimmt. Ich habe nur für mein persönliches Depot eine noch bessere Chance gewittert. Als Analyst würde ich die Aktie auf ‚Hold‘ setzen, definitiv nicht auf ‚Verkauf‘.

Richtig gut, dass du einen ähnlichen Investment-Stil hast! Falls du interessante Insights hast immer her damit. Ich verfolge intensiv Leute wie Howard Marks, Dev Kantesaria, Chris Hohn oder Chuck Akre, allesamt Investoren mit ähnlichen Ansätzen. Ihre Interviews erwarte ich immer gespannt und die quaterly 13F-Filings sind für mich Pflichttermine.

Den Austausch finde ich extrem wichtig, da man diesen Weg oft alleine geht. Ich schleiche z. B. schon länger um Moody’s und S&P Global herum, weil die nächsten 2–3 Jahre ergebnistechnisch top werden könnten. Aber man muss eben aufpassen, dass man sich nicht in die eigene Tasche lügt oder Bestätigungsfehler begeht. Ich habe noch knapp 15k beiseitegelegt für das Portfolio, aber es ist schwer diese richtig zu allokieren.

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Peter Andres
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@danny_2e70ec Spannend, bei mir hat es vor einigen Jahren mit Terry Smith angefangen. Ich bin damals über die Fundsmith-Jahreskonferenz auf YouTube gestolpert. Als er sein Portfolio grafisch mit dem Markt verglichen hat, gab es bei mir diesen typischen aha-Moment. Daher stammt auch meine Vorliebe für den Vergleich von KGVs, Margen und dem ROIC zum Markt, diese Tabellen-Logik habe ich quasi von ihm übernommen.

Zu Amphenol: Die Zahlen sehen auf den ersten Blick tatsächlich genau nach meinem Geschmack aus. Ich werde mich die Tage mal tiefer einlesen. Bei der aktuellen Bewertung muss das zukünftige Wachstum natürlich weiter stabil sein :)

In den letzten Monaten habe ich mir viel Inspiration von diesen Jungs geholt. Die Folgen zu S&P Global (einer der Hosts hat dort früher gearbeitet), Mastercard, Visa oder MSCI sind extrem gut um einen ersten Blick für ein Unternehmen zu bekommen. Aber auch Analysen zu Salesforce, Berkshire oder spezielleren Titeln wie Ferrari und FICO sind dort klasse aufbereitet. So eine Folge geht über eine Stunde, man spart sich aber gefühlt Tage an research.

https://www.youtube.com/@TheInvestorsPodcastNetwork/videos

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Danny1988
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Danke fürs teilen schaue ich mir mal an und du kannst mir ja nach dem Recherchieren deine Meinung zu Amphenol sagen. Schönen Tag dir noch.

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Danny1988
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Ach was heisst bereuen, woher du deine Performance holst ist im Grund genommen ja egal, das Geld hast du ja nicht aus dem Markt gezogen und liegt jetzt rum. Wo es arbeitet ist ja egal. Aber ja gerade was den EU-Raum betrifft plus die Quellensteuereinfachheit mit NL ist ASML schon einer der wenigen Diamanten der Eurozone. S&P Global habe ich bei 413€ eingesammelt, Moodys ignoriere ich, weil ich auch die Berkshire habe. Groß interessante Insights habe ich auch nicht, denke da bin ich auch deinem Erfahrungsschatz unterlegen, mach mir auch nur meine eigenen Gedanken und verfolge die selben Verdächtigen Großinvestoren wie du, Bill Ackmann würd ich noch dazu nehmen. Ab und an auch mal was von Terry Smith. Da ich mein Portfolio nicht in verschiedenen Strategien trenne, sowie du das machst, sondern das Gesamtportfolio auch einfach als meine eigene Holding sehe, habe ich zum Bsp. eine Amphenol noch im Portfolio nicht ganz so ein High Compounder wie wie Mastercard oder Visa, bzw. ASML. Aber hat zuletzt sehr vom Rechenzentren-Bau profitiert und selbst ohne den Hype der KI und Rechenzentren ein zuverlässiges Geschäftsmodell. Sollten die Prognosen nur ansatzweise stimmen ist dort auch noch lange nicht Schluss. Alles meine eigene Meinung versteht sich. Normalerweise bin ich auch nur stiller Leser, aber deine Posts haben mich dazu bewegt auch mal was zu schreiben.

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Peter Andres
Autor
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@danny_2e70ec Ich habe mir Amphenol heute in Ruhe angesehen aber nicht super Deep wie sonst. Auf den ersten Blick hätte ich die Aktie im Bereich von 60–70 US-Dollar kaufen können, würde ich damit heute sehr ruhig schlafen. Zum aktuellen Kurs ist sie mir jedoch etwas zu teuer, weil ich schwer einschätzen kann, wie lange die AI-Investitionen noch anhalten. Wenn ich wüsste, dass dieser Geldfluss in den nächsten zehn Jahren so weiterläuft und die übrigen Geschäftsbereiche sich normal entwickeln (sagen wir 20% Total Revenue CAGR über 10 Jahre was sicher realistisch sein könnte in einem Bull-Case), würde ich die Aktie sogar als leicht unterbewertet bezeichnen. Glückwünsch wenn du so bei dem Preis gekauft hast. Aber ich bin in dem Thema und dem Markt nicht so drinnen. Vlt sagst du mir das die das Wachstum locker machen 🙂

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Simon
Investor
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Find ich ne mega coole Idee! Danke fürs teilen. 🙂

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Dome
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Was hältst du von Vinci? Schöner Toll Bridge Stil - eher für dein Dividenden Portfolio.

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Peter Andres
Autor
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@domenic_merten 😍 höre ich zum ersten Mal. Der Cashflow sieht schon stark aus bei der Bewertung und dem Wachstum. In die Schulden muss ich mich mal einlesen. Aber finde solche Unternehmen Bombenstark. Habe etwas ähnliches aus Indonesien in meinem Dividendenportfolio. Schaue ich mir die Tag mal an und gebe dir Bescheid! Danke

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