Portfolioanalyse und fehlende Features im Vgl. zur Konkurrenz von Finanzfluss
Grüezi!
Nachdem vor zwei Wochen hier bereits in einem anderen Thread der Vergleich zwischen Parquet und Finanzfluss Co-Pilot angestrengt wurde, erweckt sich bei mir der Eindruck, dass diese Entwicklung doch zu leichtsinnig genommen wird.
Parqets Kerngeschäft ist das Portfoliotracking und dessen Analyse, ist offensichtlich hierauf spezialisiert.
Finanzfluss hingegen bedient deutlich mehr Geschäftsfelder (Bildung, Budgetanalyse, Rechner-Tools, Versicherungen etc.) - die jetzt hinzugekommene Portfolioanalyse via Copilot ist nur ein Aspekt von vielen.
Was aber deshalb aus Parqets Sicht (und meiner als Kunde) nicht sein kann und sein darf, ist, dass euch Finanzfluss in eurer Domäne, eurem Kerngeschäft der Portfolioanalyse schlägt und abhängt!
Ich meine dabei natürlich nicht den automatischen Import (sinnlose ohne Steuern/Gebühren) von Copilot.
Aber was mir doch übel (und neidvoll) aufstösst, ist, dass ich beim Copilot ohne Zahlungen mehrere Portfolios tracken kann. Ein klarer Vorteil.
Noch schwerwiegender ist, dass ich beim Copilot eine Analyse hinsichtlich Volatilität-Ranking und Renditekategorie meiner Assets in der Analyse sehen kann. Natürlich bin ich mir dieser Parameter selbst grob bewusst, aber genau dafür bezahle ich doch einen Dienstleister wie Parqet, um mir diese Informationen eben präzise aufzuschlüsseln. Bei steigender Assetanzahl verliert man sonst irgendwann die Übersicht.
Diese beiden Features müssen aus Parqet und Kundensicht unbedingt und baldig nachgereicht werden. Copy Cat funktioniert in beide Richtungen.
Ebenso zu nennen wäre, dass der Copilot die Dividendenerwartung für 2 Jahre im voraus prognostiziert, Parqet nur für 1 Jahr.
Und dies alles für einen Euro weniger.
Mir ist bewusst, dass Parqet das kleinere Unternehmen mit im Vergleich vermutlich geringeren Möglichkeiten ist. Dennoch seid ihr spezialisiert auf diese Nische (anders als Finanzfluss) und daher sollte und muss man erwarten, dass ihr mehr Features anbietet als andersrum, dass ihr der Primus bei Portfolioanalyse seid. Das ist euer USP (unique selling point).
Was für mich unverständlich ist, was hier teilweise für Argumente aufgefahren werden, warum bei uns hier alles besser sei.
Bugs bei Copilot? Parquet wurde auch nicht ohne Geburtsfehler geboren, mit genügend Entwicklern ist das schnell behoben.
Die Schriftgrösse sei hier besser? Wirklich…? Browser haben seit 20 Jahren eine Zoom Funktion.
Die Farbe und das Aussehen wirken im Vergleich hier schöner? Auch das lässt sich schnell beheben. Ausserdem ist es doch nicht so, als käme der Copilot mit einem Windows 98 Design daher. Zählen solche subjektiven Wahrnehmungen wirklich mehr als harte Fakten wie fehlende Features und teurere Kosten?
Ihr kauft doch auch nicht das Pesto von Barilla und nicht das von DeCecco weil euch das Etikett hübscher gefällt, sondern weil es euch deutlich besser schmeckt, bessere Zutaten hat und vielleicht sogar noch preiswerter ist. Wir kaufen doch auch keinen Nike Aktien statt Adidas, weil uns deren Logo besser zusagt. Come on.
Und ja, das Team ist hier nett, kundennah und sympatisch. Aber Finanzfluss sind doch auch keine Unmenschen, die nur euer schlechtestes wollen, oder schaut ihr nicht ab und an deren Beiträge?
Ausserdem zählt das im Vergleich zu den Nachteilen final in meinen Augen einfach weniger. Mit dem Argument hätte ich auch statt Online Broker bei den Hausbanken bleiben können, deren Berater ich teilweise Jahrzehnte kenne und teilweise ein sehr gutes Verhältnis habe. Hier zählen “harte” Vorteile einfach mehr.
Mein Abo ist noch 11 Monate gebunden, also müsste man sich hier um keinen Verlust akut sorgen. Aber wenn das Jahresabo sich dem Ende neigt wird man sicherlich nochmals beide Dienstleister genauer unter die Lupe nehmen und detailliert hinsehen, wer dann zur aktuellen Momentaufnahme mit Ausblick auf das nächste Jahre der bessere Dienstleister ist.
Konkurrenz ist auch immer eine Chance, also seht dies als “Margin Call” und nutzt das bitte, mit Copilot zeitnah bei allen (sinnvollen) Features mindestens gleichzuziehen, im Idealfall sogar mehr anzubieten.
Auf dauerhafte Loyalität kann man nicht bauen, wenn die Diskrepanz in der Leistung zu gross ist oder wird.
Hi, erst einmal - vielen Dank für deine Meinung. Wie du ja schon richtig geschrieben hast, arbeiten wir sehr nah an unseren Nutzern und entsprechend möchte ich auch gerne ein paar Punkte davon aufgreifen.
Aber was mir doch übel (und neidvoll) aufstösst, ist, dass ich beim Copilot ohne Zahlungen mehrere Portfolios tracken kann. Ein klarer Vorteil. (…) Und dies alles für einen Euro weniger.
Portfolio Performance ist völlig kostenlos und hat extrem viele Features. Warum nutzt du das Programm nicht? Dabei existiert es schon ein Jahrzehnt und ist dazu noch Open Source.
Oder um es mit anderen Worten zu sagen: Jeder möchte irgendwas immer so billig nutzen wie es geht. Wenn es nach den Nutzern ginge, müsste Parqet alle Services kostenfrei anbieten. Nur leider kann man davon weder Mitarbeiter bezahlen, noch Finanzdaten kaufen, noch Weiterentwicklungen vorantreiben. Wo ziehst du die Grenze? Ein Preiskrieg hilft niemandem in dem Sektor.
Noch schwerwiegender ist, dass ich beim Copilot eine Analyse hinsichtlich Volatilität-Ranking und Renditekategorie meiner Assets in der Analyse sehen kann. Natürlich bin ich mir dieser Parameter selbst grob bewusst, aber genau dafür bezahle ich doch einen Dienstleister wie Parqet, um mir diese Informationen eben präzise aufzuschlüsseln.
Du hast möglicherweise ganz andere Anforderungen als der Großteil unserer Nutzer. Als einen Indikator nutzen wir zum Beispiel das Feature Voting unter app.parqet.com/feedback. Wie du siehst, sind wir an den großen Wünschen der Community dran, erst letzte Woche haben wir zwei vielgewünschte Features gebracht und noch weitere in der Pipeline. Was Amazon damals so erfolgreich gemacht hatte war nicht, dass sie möglichst gut im Kopieren von anderen waren, sondern auf ihre eigenen Kunden gehört haben.
Und das machen wir auch. Wir hören zwar auch dich, aber manchmal weicht die Einzelmeinung von der, der Gesamtheit ab. So ist es bei mir auch. Ich muss auch an eigenen Sachen, die ich mir selbst wünschen würde, im Rahmen der Nutzer zurückstecken. Und das ist auch gut so, sonst baut man kein erfolgreiches Produkt auf.
Ebenso zu nennen wäre, dass der Copilot die Dividendenerwartung für 2 Jahre im voraus prognostiziert, Parqet nur für 1 Jahr.
Ist nicht richtig. Schau nochmal in deinen Dividendenkalender. Aktuell siehst du die Dividenden für 2024 (aktuelles Jahr) und das Folgejahr (2025). Sind in diesem Fall tatsächlich auch 2 Jahre. Aber davon abgesehen, könnten wir die Dividenden auch 50 Jahre im Voraus prognostizieren. Das ist keine Frage der Machbarkeit, sondern der Sinnhaftigkeit. Unternehmen können Dividenden streichen, Erhöhen, Senken und Währungskurse ändern sich auch ständig. Im Rahmen von Parqet Wrapped haben wir Dividendeneinkommen schon mal auf 10 Jahre hochgerechnet. Selbst da kommen dann oft irrwitzige Beträge raus. Ist zwar ganz witzig gewesen, aber wirklich “sinnvoll” als dauerhafte Metrik im Dashboard meiner Meinung nach nicht.
Dennoch seid ihr spezialisiert auf diese Nische (anders als Finanzfluss) und daher sollte und muss man erwarten, dass ihr mehr Features anbietet als andersrum, dass ihr der Primus bei Portfolioanalyse seid.
Spezialisiertheit ≠ mehr Features. Wir lösen jeden Tag spezifische Probleme, die der ein oder andere Wettbewerber ggf. noch vor sich hat. Das äußert sich jedoch nicht nur in Features.
Ihr kauft doch auch nicht das Pesto von Barilla und nicht das von DeCecco weil euch das Etikett hübscher gefällt, sondern weil es euch deutlich besser schmeckt, bessere Zutaten hat und vielleicht sogar noch preiswerter ist. Wir kaufen doch auch keinen Nike Aktien statt Adidas, weil uns deren Logo besser zusagt. Come on.
Dann Frag mal meine Freundin wenn sie Wein kauft, lol. Kleiner Spaß. Aber ne, so funktioniert der Konsum bei Menschen nicht. Konsumverhalten ist generell durch verschiedene Motivationsgründe motiviert. Warum kaufen Menschen überhaupt z.B. Nudeln von Barilla? Die stellen doch auch die Eigenmarke “Combino” von LIDL her. Und der Bananenjoghurt von ALDI ist vom Markenhersteller Müller. Dabei sind die No Name Produkte günstiger, trotzdem schwören einige auf die Eigenmarke. Wie erklärst du dir die Absätze von Luxusfirmen? Warum zahlen Leute hunderte Euro Aufpreis wegen eines Markenlogos wie Gucci? Also ne, in dem Punkt stimme ich dir nicht zu.
Manch einer ist preissensibel. Manch einer feiert die Qualität. Manch einer ist Fan einer Marke, weil er Fan der Hersteller ist (Beispiel: Influencer-Drinks). Es gibt da wirklich viele Einflussfaktoren.
Ausserdem zählt das im Vergleich zu den Nachteilen final in meinen Augen einfach weniger. Mit dem Argument hätte ich auch statt Online Broker bei den Hausbanken bleiben können, deren Berater ich teilweise Jahrzehnte kenne und teilweise ein sehr gutes Verhältnis habe. Hier zählen “harte” Vorteile einfach mehr.
Es ist ja auch in Ordnung, dass du es so siehst, aber du bist nicht das Maß aller Dinge. Viele “schätzen” ihre Produktverkäufer aka. Berater. Auch wenn ich selbst darin keinen Vorteil sehe, heißt das nicht, dass das für jemand anderen wichtig ist. Der, der keine Ahnung von Fonds hat und sich auch nicht damit beschäftigen will, ist unter umständen bei der Hausbank sogar besser dran als beim Neobroker. Der Opa, für den das Internet Neuland ist, nimmt die Kosten ggf. gerne in Kauf, damit er in der Filiale Geld abheben kann.
Oder zusammenfassend: Ich verstehe deine Sorge und es ist auch völlig in Ordnung, dass du dich nach Alternativen erkundigst. Egal ob Excel, Google Sheets, GetQuin, Portfolio Performance, Extra Etf, Rentablo, Hollistic Capital, Assetsquare, Tiny Wallet, DivvyDiary, MyDividends24.. (ich könnte den Ganzen Tag so weitermachen). Schlussendlich muss dich der Mehrwert von Parqet und dessen Paket überzeugen. Und daran arbeiten wir. Zusammen mit unseren Nutzern und unserer tollen Community, die uns die Entwicklung ermöglichen.
Wegen eines neuen Wettbewerbers auszurasten halte ich jedoch nicht für eine gute Strategie. Ganz im Gegenteil, wir werden weiter das Entwickeln, was wir (und auch im Rahmen der Community) für richtig halten. Und dass sich in diesem Fall Finanzfluss eher an uns orientiert hat, als an den Wettbewerbern die ich oben nur exemplarisch aufgezählt hatte, kann man auch als Kompliment für unsere vorhandene Marktposition sehen. :-)
Wir geben weiter Gas für euch und ruhen uns ganz bestimmt nicht aus, dafür haben wir noch viel zu viel vor! Wie schon erwähnt: deine Meinung ist valide! Aber Panik a la “wir machen jetzt das was Mitbewerber XY macht” hilft uns hier nicht weiter. In 2024 ist jedoch die Featuredichte wahrscheinlich nochmal deutlich erhöht, da wir im November die Entwicklungskapazitäten verdoppelt haben. Wir sind also bereit, für alles was noch kommt!
Bester Gruß
@bjoern Danke für deine ausführliche Stellungnahme.
Ich bin seit Tresor one dabei und bereue keinen Tag. Es liegt mir daran ein Team aus kompetenten und kreativen Menschen zu unterstützen. Für diese Leistungen soll auch ein gerechter Lohn verdient werden. Ich lege mehr Wert auf langsames Wachstum, auch wenn dadurch manches länger dauert. Dafür bekommen wir funktionierende Tools, die von der Community nach einem Ranging abgearbeitet werden und von dieser Community vorher gecheckt und bei Bedarf geändert werden. Durch die Community-Fragen, Parqet Friday Fireside, “Über Geld spricht man nicht” habe ich eine Menge an Finanzbildung erfahren.
Auch den Support und insbesondere dein Engagement möchte ich loben. Da werden Probleme gemeldet und in kurzer Zeit , erhält man eine kompetente Antwort!
Macht weiter mit den Entwicklungen die die Community sich wünscht, und bleibt bei der akribischen Vorgehensweise!
Vielen Dank dafür, Wolfgang