Gepostet in Portfolio Roasts
Portfolio Update und Ausrichtungswechsel
Hallo zusammen, ich hatte vor einigen Monaten schon einmal ein Portfolio geteilt, das zum Ziel hatte, bei langfristiger Ausrichtung möglichst stetige Dividendenzahlen zu generieren. Der Hintergrund ist, und das ist leider im Laufe des Jahres akut geworden, dass ein Familienmitglied in der Pflege unterstützt werden muss und mittelfristig hohe vierstellige Jahreszahlungen erwartbar sind, die inflationsbedingt weiter ansteigen werden. Die aktuelle Zuzahlung liegt bei gut 860€ im Monat(!) und wir reden hier von einem Standardpflegeheim auf auf dem Land das ziemlich genau den Durchschnittskosten in dem Bundesland (NRW) entspricht. Die aktuelle Pflege”reform” ist ein Witz und bereits in den überbordenden Kostenanstiegen der stationären Pflege verpufft. Ich gehe davon aus, dass von staatlicher Seite zeitnah keine konstruktiven Vorschläge erfolgen und mindestens die Hälfte der Menschen in den Pflegeheimen in den kommenden Jahren in die Sozialhilfe abrutschen werden (sofern sie es nicht schon sind).
Vor diesem Hintergrund muss ich nun ein Portfolio aus Familiengeldern verwalten, dass diese Person stützt. Das Ziel ist auf der einen Seite ausreichend hohe Dividendenzahlungen zu generieren, aber der anderen Seite aber auch Wachstum, sodass langfristig die Anteile wieder an die Familienmitglieder zurückgehen. Steuerlich ist das alles mit dem Steuerberater abgeklärt und soll nicht weiter interessieren.
Erstmal der Link zum Portfolio:
https://app.parqet.com/p/63e6835f9570118e5183b6bd
Die kommenden zwei Jahre sind noch durch Ersparnisse bzw. Festgeldanlagen abgedeckt. Nichtsdestotrotz möchte ich gerne in den kommenden Monaten weitere Titel aufnehmen, sodass die Dividenenzahlungen zügig auf gut 7000-8000€ anwachsen. Es wird noch weiteres Kapital diesem Portfolio hinzugeführt und einige Titel, die nicht aus Dividenden ausgerichtet sind werde ausgetauscht. Dazu gehören die thesaurierenden ETFs und mittelfristig auch die Amazon und Alphabet, Samsung und Tencent Position. Diese laufen als kleine Wachstumskomponente noch mit zu. Das ist aktuelle in Risiko, dass ich in Kauf nehme, da ich glaube, dass die Märkte noch bis Anfang kommenden Jahres weiter steigen werden.
Ich plane aktuell noch ca. 10 Titel in das Depot aufzunehmen und die aktuell enthaltenen Positiondn auf jeweils ca. 5000€ aufzustocken, sodass ca. 45 Titel im Portfolio sind. Eine Schlüsselrolle soll der SPDR US Dividend Aristocrats einnehmen der mir den US Markt abdeckt und dazu dient den Anteil der USA am Porfolio direkt zu balancen. Nebenbei betrachtet halte ich diesen für einen der besten Dividenden-ETFs überhaupt. Danach wird es allerdings schwierig, sodass ich gerne auf Einzeltitel gehen möchte. Ich kenne die anderen, großen Div-ETFs alle und sie gefallen mir einfach nicht.
Ich suche daher noch stetige Dividendenzahler aus dem Euroraum (gerne NL, UK oder AT, wegen Quellensteuer) und evtl. auch Asien (Japan?) die man mit hinzunehmen könnte. Der Finanzsektor ist tatsächlich aktuell ein wenig unterrepräsentiert aber die Auswahl dort ist nicht so einfach. Falls jemand Empfehlungen hat, immer her damit! :)
Servus,
also mal Butter bei die Fische. Für mich ist die Story nicht rund.
1.) Wenn es das Geld der Verwandschaft ist, mit prognostiziertem (Teil-) Rückfluss an die Geldgeber, dann ist ein Investment in Einzelaktien eigentlich unverantwortlich.
2.) Was bedeutet: „…ich werfe dadurch schlicht Rendite weg, die anderen Leute zugute kommen würden…“? Der Verwandschaft das eingezahlte Kapital zurückgeben, aber den Kursgewinn behalten?
3.) Warum überhaupt thesaurierende ETFs bei diesem Ansatz?
4.) Der SPDR US Dividend Aristocrats ist als Beimischung OK, aber nicht besonders breit aufgestellt und diversifiziert. Auch wenn Du sagst, dass Du bereits alle kennst: Fidelity Global Quality, VanEck Developed Markets Dividend Leaders oder Wisdomtree Global Dividend Growth sind sinnvolle Ergänzungen dazu.
5.) Auch wenn Du den Vanguard High Dividend ablehnst, bezweifle ich, dass Du bei den angestrebten ca. 4% Dividende mit Einzelaktien eine bessere Gesamtperformance als dieser ETF erreichen kannst.
6.) Der von Dir wegthematisierte Steueraspekt ist ein wesentlicher Aspekt, der für wirkliche Empfehlungen der Erläuterung bedarf. Insbesondere, wenn Punkt 2 zutreffen sollte.
Greetz Sven
@marian wenn du das im Griff hast und alle aus der Familie dahinter stehen, freut es mich für dich. Geld und Familie sind nur immer ein schwieriges Thema mit Streitpotenzial - und bei deiner Geschichte dahinter auch sicher emotional recht aufgeladen.
Ich habe schon verstanden, dass da auch dein Geld drin liegt und du dazu noch die Verantwortung für die Verwaltung und Aktienauswahl übernimmst. Respekt von mir dazu und viel Glück & Erfolg!
Trotzdem hast du den Post hier im Forum unter “Portfolio Roast” und nicht in “Communityhilfe” (oder ähnlichem) gesetzt… und zum Roasten gehört auch, dass Vorgehensweise, Strategie, Auswahl, etc. in der gemütlichen Runde hier gechallenged werden. 😉
Ich will dir aber gerne noch eine Aktie vorschlagen:
Schau dir mal die DHL Group an. Ist sehr solide, zahlt >4,7% Dividende, hat einen Burggraben, ist derzeit fair bewertet und die Branche hast du auch noch nicht im Portfolio. 😎
LG Domi
Hi @marian ,
wir kennen weder dich noch deine Verwandtschaft, daher weiß niemand von uns wie eure finanzielle Bildung ist. Du wärst nicht der erste der sich, nach den Kurssteigerungen der letzten 2 Jahre, für einen guten Investor hält und dabei alles verzockt.
Das soll kein Vorwurf sein aber, wenn es um eine solch Verantwortungsvolle Aufgabe geht, finde ich es mehr als richtig das das Forum kritisch hinterfragt, speziell wenn es (zumindest teilweise) um das Kapital von Dritten geht. Und ja, ich muss zugeben bei Einzeltiteln bekomme auch ich durchaus Bauchschmerzen.
Was sagt denn deine Verwandtschaft zu den Einzeltiteln? Habt ihr auch mal über Tages- und Festgeld gesprochen? Anleihen oder Anleihen-ETF? Die letzteren beiden Punkte bieten zwar eine geringere Performance, haben dafür aber auch eine geringere Volatilität. Je nachdem wann und in welcher Höhe Kosten anfallen, könnte es sein das diese nicht von den Dividenden gedeckt werden und ein Verkauf, je nach Marktlage, auch zu einem Verlust führen kann. Einen Teil in sichere Invests zu schieben würde dem vorbeugen.
Viele Grüße
@marian
Ruhig Brauner, meine Anmerkungen waren keineswegs despektierlich gemeint.
1.) domi erklärt es vielleicht besser als ich und ausführlicher - s.o.
2.) nein, habe ich nicht unterstellt – hypothetisch nicht illegitim, denn du hast den Aufwand und die Andern keinen Nachteil. Anmerkung zielt auf Punkt eins ab und insbesondere auf die Gefahr, dass es sich ins Gegenteil umkehren kann.
3.) die Passage habe ich leider nicht gefunden. Du schreibst lediglich, dass du neben den Dividenden auch Wachstum haben willst. Genau für diesen Ansatz sind ausschüttende ETFs gemacht.
4.) vielleicht noch mal lesen, ich schrieb Ergänzungen, nicht Ersatz. Jeder dieser drei von mir genannten ETF ist breiter diversifiziert als der Kauf einer Einzelaktie.
5.) wir sprechen von 8.000 EUR netto Ausschüttungen? Dafür bräuchtest du fast das doppelte Kapital, als von dir angegeben. Ansonsten: Gehörst du zu den glücklichen 5 %, die den Index schlagen. Glückwunsch für deine erfolgreiche Vergangenheit, die du dennoch nicht so ohne weiteres in die Zukunft projizieren solltest. (siehe Geld der Verwandtschaft, Punkt eins, etc.)
6.) stimmt – allerdings dachte ich, es hatte einen Grund, warum du so ausschweifend die Situation dargelegt hast. Vielleicht das nächste Mal auf das schmücken Beiwerk verzichten, dann kommen die Leute nicht in Versuchung, dazu Stellung zu nehmen.
Viel Erfolg im Family Office
@sven_bambey volle Zustimmung bei Punkt 1!!!
Da bürdet große Verantwortung auf einem, die richtigen Unternehmen zu picken… und das in einem familiären Teilnehmerkreis, der sich höchst wahrscheinlich nicht mit Aktien & ETFs beschäftigt.
Ich hab da schon Sätze im Ohr wie “XYZ hätten wir nehmen sollen, das wäre viel besser gelaufen” oder “Warum haben wir nicht mehr von ABC, wenn das so gut läuft”, usw….
Bei einer Ein-ETF-Strategie holt man sich einmal das Commitment aller ein und hat dann weniger/keine Diskussion und vor allem keine Arbeit.
@sven_bambey Entschuldigung angenommen! 😊