Gepostet in Portfolio Roasts
Depot mit Digital-Schwerpunkt – Zeit für frischen Wind?
Vor 15 Jahren habe ich (heute 48 Jahre) mein erstes Geld an der Börse investiert. Damals war ich fasziniert davon, wie das Internet unser Leben verändert. Online-Shops, digitale Plattformen, soziale Netzwerke – für mich war klar: Das ist die Zukunft. Also habe ich in genau solche Unternehmen investiert und leider zu früh wieder verkauft.
Über die Jahre ist trotzdem ein Portfolio entstanden, das stark auf E-Commerce- und Internet-Aktien setzt. Manche dieser Werte sind durch die Decke gegangen, andere kämpfen seit Jahren mit steigender Konkurrenz oder neuen Geschäftsmodellen.
Beim Corona habe ich viel verkauft und erst spät wieder investiert.
Heute habe ich ein sehr gutes Einkommen und keinen finanziellen Druck. Trotzdem frage ich mich, ob mein Depot zu einseitig geworden ist. Fehlen mir weitere defensivere Werte oder andere Branchen, um langfristig stabil zu bleiben?
Seit meiner Kindheit war ich oft in Norwegen im Urlaub, ich liebe dieses Land. Die unerwartete Ressouce Tax auf MOWI hat aber viel Rendite gekostet, genauso wie andere Einzelinvestitionen.
Ich wünsche mir eine ehrliche Analyse, ob ich mein digitales Schwergewicht ausbalancieren sollte – ohne meine Begeisterung für das Internetzeitalter zu verlieren. Vielleicht kann mein Beispiel auch andere inspirieren, die anfangs aus Überzeugung in eine Branche investieren und dann merken: Einseitigkeit kann Chancen, aber auch Risiken bergen.
Die Gebühren für den ETF Anteil (250 Teuro) beliefen sich auf 400 Euro im letzten Jahr, daher wollte ich den ETF Anteil nicht mehr massiv erhöhen, sondern direkt in Einzelaktien investieren.
Die Renditen in Parqet stimmen bestimmt nicht, da ich kein Verrechnungskonto angegeben habe.
Servus, mir gefallen die Emojis 😎. Erstmal Glückwunsch zur brachialen Leistung - bin im gleichen Alter und bei gerade mal der Hälfte… Dass Du die Gebühren der ETFs direkt in den Namen ergänzt hast, zeigt, wie sensibel Du in der Hinsicht bist. Dennoch glaube ich, dass Dir ein höherer ETF Anteil (oder Alternativ noch mehr Einzelaktien) gut tun würde. Die Allokation zeigt sich regional erstaunlich differenziert, bei den Einzelwerten hast Du aber doch spürbare Klumpenrisiken. (Amazon und Microsoft alleine zusammen 100.000 EUR). Die Themen ETFs halte ich auch für ungesund. Auch hast Du manche Index ETFs doppelt von verschiedenen Anbietern (FTSE All World).
Mein Vorschlag an Dich wäre, einen Core aus Welt ETFs deutlich stärker herauszubilden und auf die Themen ETFs zu verzichten und bei den Einzelaktien stärker zu diversifizieren (also tatsächlich mehr Werte).
Insgesamt aber eine beeindruckende Leistung!
Da ich im gleichen Alter bin, würde mich mal Dein Plan für den Umgang im Alter mit dem Portfolio interessieren. Ich persönlich bin z.B. deutlich konservativer und dividendenlastiger aufgestellt, weil ich nicht so viel entsparen will, damit noch was für mein Bübchen übrig bleibt. Wie ist Dein Plan?
LG Sven
@sven_bambey Danke dir für deine Anregungen und Analyse. 😎
Amazon baue ich jetzt seit zwei Jahren Stück für Stück ab und hat sich schon halbiert – leicht war das nicht und ist es aktuell auch nicht.
Zu den Themen ETF, da sprichst du einen Wunden Punkt an.
Der US Health-ETF ist für mich eine bequeme Möglichkeit, einen ganzen Bereich abzudecken, den ich nicht einzeln im Depot habe. Dann kommt Trump und will die Preise um 500 Prozent senken und gleichzeitig bricht UH ein.
Genauso der E-Commerce-ETF, der hat eine tolle Zusammensetzung aber startet seit Jahren nicht richtig durch.
Den Europe ESG habe ich vor allem, weil der einfach günstiger als ein Stoxx 600 Europa-ETF war. Und den FTSE All World habe ich damals zusätzlich genommen, weil er zu dem Zeitpunkt ebenfalls etwas günstiger war als der MSCI World.
Zur Entnahmephase habe ich ehrlich gesagt aktuell noch keine konkreten Pläne – dafür ist mir die steuerliche Lage in Zukunft auch einfach zu unsicher.