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Road to Rente: Vermögensaufbau als Expat
Hallo zusammen,
https://app.parqet.com/v/v_01a11498ad4772408b5d9e7ba2772073
ich bin Darius, 31 Jahre alt, und befinde mich aktuell in einer ziemlich privilegierten Situation: Seit drei Jahren darf ich für meinen deutschen Arbeitgeber als Berater in Südostasien arbeiten. Durch Auslandszulagen und Bonuszahlungen komme ich auf ein monatliches Nettoeinkommen von rund 8.000 €. Mir ist absolut bewusst, wie viel Geld das ist – insbesondere in der Region, in der ich lebe und arbeite. Geerbt habe ich (glücklicherweise bisher) nichts.
Ich mache meinen Job gerne und genieße auch mein Leben: Ich reise viel, gehe gerne essen und verzichte nicht auf Dinge, die mir Freude bereiten. Gleichzeitig kann ich monatlich rund 5.000–6.000 € sparen und investieren.
Mein übergeordnetes Ziel: Die finanziell attraktiven Jahre im Ausland nutzen, um mir ein solides Vermögen aufzubauen, das langfristig einen verlässlichen und möglichst stetig steigenden Cashflow generiert. Dabei verfolge ich mehrere Strategien parallel.
1. Dividendenwachstum – mein langfristiger Kern
Ich baue ein breit gestreutes Portfolio aus rund 40 Dividendenwachstumsaktien auf. Mein Ziel sind jeweils etwa 5.000 € investiertes Kapital pro Unternehmen, also insgesamt rund 200.000 €.
Der Aufbau dürfte innerhalb der nächsten zwölf Monate abgeschlossen sein. Anschließend möchte ich die Positionen möglichst langfristig halten, Dividenden reinvestieren und über die Jahre von steigenden Ausschüttungen profitieren.
Mir geht es dabei weniger um eine möglichst hohe Anfangsdividende, sondern um Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen, nachhaltigem Dividendenwachstum und langfristiger Perspektive.
2. ETFs – künftig deutlich mehr Gewicht
In den vergangenen Jahren habe ich an der Börse viel ausprobiert, verschiedene Strategien verfolgt und dabei auch Fehler gemacht. Unterm Strich habe ich mit meinen Einzelaktien zeitweise schlechter als der breite Markt abgeschnitten. Manche Erfahrungen muss man wohl einfach selbst machen, um daraus zu lernen.
Deshalb fließt inzwischen ein immer größerer Teil meiner monatlichen Sparrate in ETFs. Mittelfristig sollen diese rund 50 % meines Gesamtportfolios ausmachen.
Damit möchte ich zuverlässig an der breiten Marktrendite partizipieren, das Einzelaktienrisiko reduzieren und insgesamt deutlich mehr Ruhe ins Depot bringen.
3. Optionshandel – mein aktiver Cashflow-Baustein
Weil es mir trotz langfristiger Strategie gelegentlich in den Fingern juckt, beschäftige ich mich seit rund zwei Jahren intensiver mit dem Optionshandel.
Ich setze vor allem auf Cash Secured Puts und Covered Calls. Damit generiere ich derzeit durchschnittlich etwa 1.000–1.500 USD Optionsprämien monatlich. Das deckt bereits einen großen Teil meiner alltäglichen Ausgaben.
Natürlich ist dieser Cashflow nicht risikofrei oder garantiert. Ich habe mir dafür aber eine Strategie mit klaren Regeln erarbeitet und bin mir der Risiken bewusst.
Wichtig für die Darstellung bei Parqet: Die vereinnahmten Optionsprämien habe ich abzüglich der Kosten separat als Zinserträge erfasst. Das erklärt die vergleichsweise hohen Zinszahlungen in meiner Portfolioübersicht. Es handelt sich also nicht ausschließlich um klassische Zinsen.
4. P2P und Kryptowährungen – ergänzende Bausteine
Zusätzlich habe ich rund 30.000 € auf verschiedenen P2P-Plattformen investiert, die mir ebenfalls regelmäßige Zinseinnahmen liefern. Die damit verbundenen Risiken sind mir bewusst.
Meine Kryptowährungen stammen überwiegend aus Käufen vor einigen Jahren. Hier plane ich keine weiteren Einzahlungen. Ich lasse die bestehenden Positionen einfach langfristig liegen.
Warum das Ganze so kompliziert?
Mir ist bewusst, dass sich meine Strategie auch mit zwei oder drei breit gestreuten ETFs wesentlich einfacher umsetzen ließe.
Allerdings macht es mir aktuell wirklich Spaß, mich mit Unternehmen zu beschäftigen, verschiedene Strategien miteinander zu kombinieren und unterschiedliche Cashflow-Quellen aufzubauen. Das Investieren ist für mich eben auch ein Hobby.
Gleichzeitig möchte ich nicht dauerhaft auf ein komplexes Depot angewiesen sein. Sollte mir die aktive Beschäftigung irgendwann keinen Spaß mehr machen, kann ich einen Großteil meines Vermögens in wenige ETFs überführen und den Verwaltungsaufwand nahezu auf null reduzieren.
Mein langfristiges Ziel ist deshalb kein möglichst kompliziertes Depot, sondern finanzielle Freiheit und Flexibilität. Die aktuelle hohe Sparquote möchte ich nutzen, solange meine berufliche Situation das ermöglicht.
Meine Fragen an die Community
- Dividendenwachstum vs. ETFs: Ist mein Ansatz mit rund 40 Dividendenwachstumsaktien und langfristig 50 % ETF-Anteil sinnvoll? Oder seht ihr zu viele Überschneidungen, unnötige Komplexität oder Schwächen bei der Diversifikation?
- Cashflow vs. Gesamtrendite: Ich möchte langfristig steigende Dividenden und zusätzliche Einnahmen aus Optionen und P2P erzielen. Besteht dabei die Gefahr, dass ich mich zu stark auf laufende Ausschüttungen konzentriere und dafür eine schlechtere Gesamtrendite in Kauf nehme?
- Risikomanagement und langfristige Perspektive: Wie bewertet ihr die Kombination aus Einzelaktien, ETFs, Optionshandel, P2P und Kryptowährungen? Wo seht ihr die größten Risiken oder Verbesserungsmöglichkeiten – insbesondere mit Blick auf einen späteren Wechsel zu einer deutlich passiveren Strategie?
Ich freue mich über ehrliches, gerne auch kritisches Feedback. Schließlich habe ich in den letzten Jahren vor allem eines gelernt: Nur weil eine Strategie Spaß macht, muss sie noch lange nicht die beste sein. Viele Grüße aus Singapur.
Du verdienst 8k ….. das ist krass ,Mach weiter so und du musst dir über die Zukunft keine Gedanken machen da wir sogar deine komplizierte aber interessante Strategie irgendwann überflüssig. Dein Depot wird zum Zugpferd
@benjamin_gaisreiter nichts ist für die Ewigkeit, und das Gehalt hier an die Umstände vor Ort gekoppelt. In Deutschland sieht das mit Steuern und Abgaben schnell anders aus. Daher die Idee, in jungen Jahren einiges an die Seite zu legen, damit sich das Depot dann selbst trägt.
Ich mag deinen Ansatz mit dem großen ETF-Anteil, ergänzt um den ein oder anderen sorgfältig ausgewählten Einzeltitel, die bei der entsprechenden Haltedauer eine schöne Performance mitbringen. Eine vergleichbare Aufteilung strebe ich mittelfristig auch an. Für welchen ETF-Kern hast du dich entschieden?
@privatierausp Ja, und nein. Meine Staatsbürgerschaft verliere ich durch die Tätigkeit im Ausland nicht. Einen steuerlichen Wohnsitz habe ich in D. gegenwärtig nicht (= beschränkt steuerpflichtig), da ich mich überwiegend im aussereuropäischen Ausland aufhalte - hier greift das Steuerrecht des Einsatzlandes. Vereinfacht gesagt unterliegt mein Bruttogehalt der dt. Einkommenssteuer, während Teile meines Einkommens als Zulagen steuerfrei sind. Quellensteuer fällt natürlich weiterhin im jeweiligen Land an.
@darius_gaziantep - Zitat: “Auslandszulagen” Zitat Ende .. und Zitat: “In Deutschland sieht das mit Steuern und Abgaben schnell anders aus” Zitat Ende.
Warum bekomme ich hier den Eindruck du bist also nach wie vor deutscher Steuerbürger ..hmm - zumindest sieht der Arbeitgeber es also als zeitweilige Tätigkeit im Ausland an, unter Beibehalt von Staatsangehörigkeit und Steuerwohnsitz?