Gepostet in Portfolio Roasts
Bitte um Meinungen
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Hallo zusammen,
ich würde mich sehr über euer Feedback zu meinem Portfolio freuen.
Kurz zu mir:
Ich bin 21 Jahre alt, Student und habe im April 2025 während des „Trump-Crashs“ angefangen zu investieren. Eine feste monatliche Sparrate habe ich nicht, da mein Einkommen schwankt – ich investiere unregelmäßig, wenn Geld übrig ist. Mein Fokus liegt klar auf langfristigem Vermögensaufbau (10 Jahre+, eher länger).
In den letzten Monaten habe ich mir einen relativ klaren Plan für mein Depot aufgebaut und würde gerne hören, ob ihr die Struktur sinnvoll findet oder etwas grundlegend anders machen würdet.
Allgemeine Portfolio-Struktur
- Core – ca. 50 %
Aktuell besteht er aus:
- ca. 90 % FTSE All-World (Acc)
- ca. 10 % Asia Emerging Markets ETF (Asia da es anfangs bei meinem Broker keinen Standard EM gab, aber habe jetzt überlegt zu wechseln)
Hinweis: Ich halte noch ältere World-ETFs aus der Anfangszeit, die ich nicht mehr bespare. Ich habe sie bisher nicht verkauft – bin aber offen für Meinungen, ob Umschichten sinnvoller wäre.
- Satellite – ca. 40 % (Einzelaktien)
Ziel ist es, diese Aktien langfristig zu halten, welche hoffentlich langfristig den Markt outperformen, und bei Korrekturen nachzukaufen.
Aktuell habe ich 11 Positionen, teilweise als halbe Positionen, um Risiko oder Überschneidungen zu steuern.
Aktuelle Satelliten:
- Schneider Electric
- Airbus
- Novo Nordisk
- ASML & TSMC (je halbe Position)
- Wise & Uber (je halbe Position)
- Alphabet
- Microsoft & NVIDIA (je halbe Position)
- AMD
- Palo Alto & CrowdStrike (je halbe Position)
- ServiceNow
- Cloudflare & Atlassian (je halbe Position)
Zusätzlich habe ich noch ein paar ältere Positionen:
- Verkaufskandidaten: Pinterest, Partners Group
Nicht mehr aktiv nachgekauft: Apple, Amazon, Meta, Adobe
(kein akuter Verkaufsgrund – teilweise gutes Rebound-Potenzial oder sehr gute Einstiegspreise)
- Krypto – ca. 10 %
ist grundsätzlich auch langfristig gedacht, aber deutlich aktiver als bei Aktien.
Ziel ist es, im Bullrun Gewinne zu realisieren und im Bärenmarkt wieder aufzubauen.
Zielaufteilung:
- Bitcoin 50 %
- Ethereum 25 %
- Solana 10 %
- Chainlink 10 %
- Render 5 %
Rückblickend sehe ich hier auch meinen größten Fehler bis jetzt:
Ich habe keine Gewinne realisiert, obwohl einzelne Positionen zeitweise deutlich im Plus waren. Daraus habe ich gelernt und mir inzwischen klare Kauf- und Verkaufsregeln gesetzt, um es im nächsten Zyklus besser zu machen.
Offene Fragen an euch:
- Natürlich eure generelle Meinung und Tipps zum Portfolio :)
- Habe ich zu viele Einzelaktien im Satelliten oder denkt ihr so 3-4% vom Portfolio pro Position macht Sinn?
- Würdet ihr die alten ETFs verkaufen und alles in einen World-ETF bündeln oder einfach liegen lassen?
- Was würdet ihr mit der Apple, Meta und Amazon Aktie machen? Verkaufen um aufzuräumen oder einfach behalten da eigentlich gute Kaufzeitpunkte?
Mir ist bewusst, dass mein Portfolio aktuell noch kein großes Volumen hat. Mir geht es aber auch darum, jetzt zu lernen, Fehler früh zu machen und langfristig bessere Entscheidungen zu treffen, wenn die Beträge größer werden.
Danke fürs Lesen und für eure Meinungen!
Hallo!
Toll, dass du dich so früh schon mit langfristigem Vermögensaufbau beschäftigst und den Weg an die Börse gefunden hast! Mir fehlt in dem Depot und bei deinem Vorgehen jedoch noch eine dazu passende Struktur. Ein Core aus einem weltweit gestreuten ETF ist eine guter Ansatz, aber deine Satelliten in mikroskopischer Größe machen so wenig Sinn. Im Einzelnen:
1. Der FTSE All World umfasst die ganze Welt, enthält auch einen gewissen Anteil an Small Caps. Da braucht man nicht weiter diversifizieren. Was ist dein Gedanke bei der Beimischung eines MSCI EM Asia? Willst du diesen Teil der Welt übergewichten?
2. Ob du deine Alt-ETFs verkaufst oder behältst wird finanziell keinen Unterschied machen. Mich würde die Optik stören und dementsprechend aufräumen.
3. Ich würde mich mit Einzelaktien nicht auseinandersetzen, bis du in der Lage bist, je Position mindestens 1000,- CHF darin zu investieren. Selbst wenn jetzt eines dieser Unternehmen seinen Wert verdoppelt, reicht der Kursgewinn mal gerade für ein Abendessen mit der Freundin. Eine Beschäftigung mit Einzelaktien in mikroskopischer Größe ist meines Erachtens Zeitverschwendung.
4. Wenn du auf langfristigen Vermögensaufbau aus bist, würde ich das Depot mit ruhiger Hand führen, d. h. weniger Postionen, weniger Käufe und Verkäufe. Verabschiede dich von der Idee, dass man gute Kauf- und Verkaufzeitpunkte identifizieren kann. Trading oder Market Timing führt die wenigsten zum Erfolg. Ich weiß, dass mir überzeugte Trader da widersprechen werden. Ich persönlich halte Traden und langfristigen Vermögensaufbau für zwei völlig unterschiedliche Dinge.