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SRI/ESG Portfolio durch Dividenden Satelliten ergänzen?
Moin in die Runde,
ich bespare seit ein paar Jahren in einem (jetzt) ESG/SRI Portfolio und möchte dieses in den nächsten Jahren um einige Dividenden-Satelliten (Einzelaktien oder ETF) ergänzen. Mit Dividenden hätte ich die Möglichkeit zu entscheiden, ob diese mein Gehalt ergänzen oder eben wieder investiert werden. Kurzbio: 36 Jahre alt, EU-Ausländer, vollzeitbeschäftigt.
Hintergrund:
Angefangen habe ich wie viele 2020 - allerdings mit ganz wenig Ahnung, wie man das schlau macht. Viele Gebühren (damals bei DKB) und leider viel "hin und her". Seit Anfang 2022 bin ich endlich zu einem Portfolio gekommen, mit dem ich zufrieden bin und das ich weiter besparen möchte. Das heißt auch, der Freibetrag wird voraussichtlich nicht mehr ausgeschöpft, da eben keine Verkäufe mehr vorgesehen sind. Die anvisierte Allokation orientiert sich an am ACWI IMI und sollte so aussehen:
75% World SRI
12,5% World Small Caps SR
12,5% EM IMI ESG (günstiger, etwas weniger volatil als SRI, Kompromiss halt).
https://app.parqet.com/p/61308436f6276f00422c1bbe
Die Frage:
Ließe sich Eurer Meinung nach das Portfolio durch gewisse ausschüttenden Aktien(typen) besonders schlau ergänzen? Ziel wäre dabei nicht, außerordentlich profitable Aktien zu identifizieren (habe weder die Zeit noch das Wissen dafür), sondern wenige gute, "langweilige" Dividendenaktien zu sammeln für etwa 15% des Portfolio. Meine bisherige Kriterien sind:
1 - Zu den ESG bzw. SRI Kriterien passen. Dabei sind mir ethische Fragen wichtiger als Co2.
2 - Verdopplungen bzw. Klumpen vermeiden oder mindestens nicht erhöhen (keine Microsoft oder Tesla)
3 - Eventuell eine niedrige bzw. anderslaufende Volatilität als das Portfolio selbst (hier äußert sich vielleicht mein Unwissen).
Wie schätzt ihr das ganze Vorhaben ein? Hättet ihr Ratschäge (auch nur Suchbegriffe), welche meiner Suche helfen könnten?
Euch vielen Dank!
Hi.
Langweilige gute Dividendenaktien - wer hat denn bitte sowas *inseigenePortfolioschau* - achja ich 🙂
Puh, das ganze klingt im ersten Anlauf nach easy peasy - locker dahin, um nichts kümmern und gut ist. Leider ist das nur die halbe Wahrheit.
Ich kann dir folgende Vorgehensweise empfehlen, was du daraus machst ist dann natürlich deine Sache. Wichtig ist, dass du damit im reinen bist, wenn dein Bauch/Gehirn/linkes Fuß/rechter Zeh was anderes signalisiert, dann mach es nicht.
Falls du bis jetzt sagst "klingt easy" - das war der leichte Teil ;-)
Der schwierigere Teil
Was Aktien angeht, gibt es eine Hülle und Fülle von langweiligen Dividendenausschüttende Unternehmen: Pepsico, Coca Cola, Starbucks, Union Pacific, Walmart, Procter & Gamble etc.
Da gibt es genug.
Das einordnen und "am Ball bleiben" ist dann schon etwas mehr Arbeit.
Damit ist nicht gemeint Berichte zu lesen oder in die Glaskugel zu blicken; einfach schauen wie ist meine Depotstruktur und das mit aktuellen Werten. Sprich hat eine McDonald's plötzlich 10% Depotanteil? Oder habe ich 50% Microsoft und den Rest? Hier muss wirklich monatlich geschaut werden und du musst Excel mögen, weil es dir die Arbeit erleichtert. Das ist die eigentliche Arbeit. Viele denken, dass man stundenlang durch das Internet wuseln muss, um gute Unternehmen zu finden. Aber es ist eher das pflegen des Depots (was will ich dazu kaufen, wie entwickelt sich das Depot, wo muss ich aufpassen, weil eine Branche mehr als 25% vom Depot hat etc.)
Ratschläge bekommst du von uns Tonnenweise, aber wie schon gesagt du musst wissen, ob du dir das antun willst ODER ob du mit ein paar ETFs und deutlich weniger Arbeit besser bedient bist.
:-)
@johnny Vielen vielen Dank für die Vorschläge und für die Mühe! Ich haben direkt in den Leitfaden gelesen (online), mir eine liste von ca. 20 Dividenden-Kandidaten erstellt und diese nach ESG Kriterien gefiltert. Gerade das Einsortieren in Branchen ist tatsächlich nicht so leicht. Ich frage mich halt, ob ich doch die 0,30 TER für einen ESG Dividend bezahlen soll 😀 Aber ich schlafe da ein paar Nächte drüber.
Eine Frage hätte ich noch zum "schwierigen Teil" (Diversifikation). Also wenn ich mein ETF-Portfolio als eine Sammlung von einzelnen Aktien betrachte, habe ich bereits jetzt eine gewisse Diversifikation (nach Bereichen, Regionen, usw.). Daraus würde ich schlussfolgern, dass ich z.B. auch nur eine einzige Aktie aus bspw. jedem der top-10 Sektoren hinzufügen könnte, da die Diversifikation ergibt sich ja aus der "Summe" der bereits vorhandenen Aktien (ETFs) + die Neue. Oder habe ich da ein Denkfehler? Ich beziehe mich auf deinen Vorschlag, zwei bis drei Aktien pro Sektor zu nehmen.
Insgesamt sollen die Einzelwerte ca. 15% des gesamten Portfoliowertes ausmachen, vermutlich wird es nicht mehr als 10 Aktien.
Dir danke nochmals. Allein diese kleine "Übung" hat mir vor Augen geführt, welcher Aufwand da notwendig ist (und ich habe nicht mal eine richtige Analyse versucht, von der Verwaltung ganz zu schweigen).
Saludos
@andrea_v ola amigo 😄
Die Branche ist etwas tricky: Ich empfehle dir EINEN Dienst zu nehmen (Broker, Finazportal, etc.) und deren Kategorisierung zu nutzen.
Ich selber nutze boerse.de - gebe z.B. Blackrock ein und schwupps steht da Finanzen. Manche Unternehmen muss man sich genau anschauen, viele vermuten bei Amazon Logistik, ist aber Tech. Besonders lustig ist Disney, weil eine Mischung aus Vergnügen und Tech. Ist aber Sonstiges 😆 genau wie Berkshire Hatthaway.
Zu deiner Frage, nehmen wir den MSCI World mit ca. 1600 Unternehmen aus der halben Welt. Da wird eine Microsoft nicht gerade 10% Anteil haben, sondern 0,x%. Hast du ein Klumpenrisiko wenn du jetzt eine Microsoft Aktie kaufst? Sicherlich nicht, außer du kaufst für 100.000 Euro ein.
Jetzt nimmst du den fiktiven Django US Tech ETF mit 15 Unternehmen aus dem Techbereich USA, da hat Microsoft garantiert seine 7-8%.
Du kaufst jetzt die Microsoft Aktie.
Und schon hast du ein Klumpenrisiko in Microsoft.
Vor allem bei Tech musst du aufpassen, weil die stecken überall drin (aufgrund ihrer guten Performance). Es kann also sein, daß du in vier von fünf ETFs eine Microsoft hast... wenn du also jetzt noch die Microsoft Aktie kaufst, hast du ein Klumpenrisiko.
Klar wenn du 10 ETFs hast, besteht schon eine Diversifikation, aber wenn Microsoft überall mit 2% vertreten ist, musst du eben aufpassen das du nicht zuviel in MS bist, falls du noch Microsoft Aktien dazukaufst.
So rechnest du das am einfachsten aus, wenn du es genau wissen willst:
Betrag ETF1 x Anteil Aktie A + Betrag ETF2 x Anteil Aktie A + ...
Daher ist es das einfachste dir die Top 10 von jedem ETF aufzuschreiben, eventuell siehst du auch das der KI 2100 ETF (fiktiver Name) und der Battery ETF (fiktiver Name) die gleiche Top 10 haben, also kannst du dir einen ETF sparen.
Die üblichen Verdächtigen sind meist Alphabet, nVidia, Amazon, Meta, Microsoft, Tesla, ... eben wegen der guten Performance. Das sind die, auf die du besonders aufpassen musst.
Aufwand
Mit ETFs hast du weniger Aufwand, aber ich empfinde das als langweilig.
Bei Aktien ist mehr Spaß drin, jetzt nicht 3 Stunden am Tag aber so 20 Minuten am Tag sicherlich schon. Damit meine ich nur das Monitoren, kein Handel oder so. Einfach nur kurz schauen, wie die Entwicklung ist. So hat man auch ein Gefühl, wo dernächste Kauf sein könnte. Wie gesagt, bei mir ist es ein Hobby....