FiftyFire
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Gepostet in Portfolio Roasts

1 Jahr später: Vom "Kann ich FIRE?" zum konkreten Fahrplan (Kassensturz mit 51)

Hallo zusammen,
vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mich hier der öffentlichen Röstung gestellt (Fire-Kandidat) – die Resonanz und das Feedback waren für mich überwältigend+lehrreich! Deshalb wird es Zeit für ein Update und einen Kassensturz:

https://app.parqet.com/p/604cf1d2864d9d002f5a4237

Kurz zu mir (für alle, die den ersten Post nicht kennen): Ich bin mittlerweile 51, weiterhin als Unternehmensberater in NRW tätig, verheiratet, zwei Kinder. Das Eigenheim ist abbezahlt und erst seit Corona investiere ich hochstrukturiert. Mein Jugendtraum war immer: Mit 50 finanziell frei sein (daher FiftyFire 😉).

Was ist in den letzten 12 Monaten im Depot passiert? Ich habe das Feedback aus der Community und meine Risikoanalyse abgeglichen und angefangen, das Depot von einer reinen Wachstums-Wette in ein FIRE-Fundament umzubauen.

Die wesentlichen Veränderungen:

  1. Der große „Apple-Shift“: Meine historische Apple-Position war auf ein massives Übergewicht (>40 %) angewachsen. Ich habe 1.400 Stück verkauft sowie einige Anteile von NVIDIA sowie Palantir veräußert!
  2. Der Cashflow-Fokus: Das freigewordene Kapital floss gezielt ins Einkommens-Fundament:
  • Vanguard FTSE All-World High Dividend
  • Realty Income
  • Main Street Capital
  • VDIV
  1. Portfolio-Hygiene & Qualitäts-Fokus: Ich habe mich von Werten getrennt, bei denen die Überzeugung für meine Einkommensstrategie fehlte (z.B. Crowdstrike, Hims & Hers, Universal). Dafür wurden Dividendenwerte neu aufgenommen bzw. aufgestockt:
  • BlackRock
  • CME Group,
  • UnitedHealth,
  • PepsiCo
  • McDonald's
  • Deutsche Telekom
  1. Steuerfreie „Dividende“ auf dem Hausdach: Im Sommer habe ich meine Ausgabenseite weiter „frisiert“: statt in Aktien habe ich direkt in eine PV-Anlage investiert – das drückt die monatlichen Fixkosten nun dauerhaft auf erfreuliche Weise.

Wo stehe ich heute?

  • Portfolio-Entwicklung: Der Depotwert ist in einem Jahr von 1,39 Mio. Euro auf 1,61 Mio. Euro angewachsen (+ ca. 220.000 Euro)
  • Strategie: weiterhin Buy & Hold (Nvidia, Alphabet, Amazon und Apple laufen weiter; frisches Kapital geht in Cashflow & Dividendenwachstum).
  • Sparrate: Weiterhin ca. 4.000 € / Monat + Reinvestition der laufenden Erträge.
  • Ausschüttungen: aktuelles Jahr ca. 47.000, 2027 werden es ca. 54.000 € Brutto-Dividende.

Ach ja: Ein paar historische „Depot-Leichen“ wie AMC oder alte Hongkong-Werte liegen noch als Mahnmal bzw. steuerfreie Altbestände im Keller – die ignoriere ich gekonnt.

Was meint Ihr? Wie seht ihr die Entwicklung nach dem großen Umbau? Würdet ihr etwas anders einordnen auf den letzten Metern vor dem Exit? Was würdet Ihr ändern?

Ich bin wieder sehr gespannt auf euer Feedback und eure Röstung!

Danke & allen ein gutes Händchen!
FiftyFire

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33 Kommentare

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zero
Investor

Wenn du in die freiwillige GKV gehst/bleibst, könnte es hilfreich sein, vor dem Exit alles zu verkaufen, was Dividende zahlt (d.h. als Einkommen dann 100% beitragspflichtig wäre) und die Cashflows für Ausgaben ausschließlich durch Entnahmen aus thesaurierenden ETFs (d.h. nur Kursgewinne beitragspflichtig, Teilfreistellung, Vermeidung von Überschuss etc.) zu generieren.
Zumindest in meiner Situation wäre das Szenario, als Privatier von automatisch rein sprudelnden Dividenden zu leben, ein großer Nachteil gewesen, während ich in der anderen Variante nah am Mindestbeitrag bleiben kann.
Kann bei anderer Familiengröße und Kombination mit anderen Cashflows natürlich anders aussehen, aber es lohnt sich zumindest, das mal durch zu rechnen.

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user_5e4962
Plus
Beta

@zero Absolut. Ich verstehe diese Dividendenfixierung nicht. Wie du sagst bei einem Teilverkauf wird nur den Gewinn versteuert. Bei der Depotgrösse sagen wir mal 4% Entnahme pro Jahr vs. 4% Dividendenrendite also 64k.

Bei vereinfacht gerechnet 50% Kursgewinn bedeutet das:

32k Besteuerungsgrundlage bei Teilverkauf 9600 Euro Steuer p.a.

64k Besteuerungsgrundlage bei Dividende 19200 Euro Steuer p.a.

Dazu verschenkt man die Kursteigerungen von Growth Titeln wie das besagte Crowdstrike mit 118% bisher YTD

Warum Sankeys zu Kosten erstellen um dann 10k p.a. an Steuern zu verschenken und das Growth Potenzial abzugeben?

Dazu kommt die Dividende kommt ob man sie gerade braucht oder nicht. Die Steuer fällt aber immer an.

Ich persönlich hätte zudem keine Lust ein so hochkomplexes Depot in der Rente zu verwalten. Peace of Mind ist was unschätzbares. Daher habe ich persönlich den Anspruch nichts unter 1% im Depot zu haben und vielleicht 10-20 Positionen maximal.

Cash Puffer für die ersten FIRE Jahre ist mir nicht klar was man damit abdecken will. Mehrere Jahre Miete? Reichen da nicht 3-6 Monate Kosten um sich nur quartalsweise drum zu kümmern?

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user_5e4962
Plus
Beta

Die Vorabpauschale gilt ja auch für Kapitalgewinne. 2026 wird der Zins 2.2% sein, die persönliche Dividendenrendite in diesem Portfolio ist jetzt schon 3.5%.

Krankenkasse hatte ich weggelassen aber in der Tat das ist bei GKV noch on Top. Da lohnt es sich mal nach anderen Orten für die Rente zu sehen.

Was kann man über die Steuerjahre optimieren? Aus meiner Sicht sollte man frühestens den Cash Puffer aufbauen im Steuerjahr nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Wenn ich dann aber schon Aktien in Cash für 2 Jahre verkaufe komme ich doch schön in die Progression. Mit der Krankenkasse kann ich dann aber im 2. Jahr praktisch in den niedrigsten Satz da “kein Einkommen”, hat aber verpasste Gewinne. Müsste man modellieren was sich mehr lohnt.

Bei der Grösse des Portfolios wäre es auch gut zu wissen wie hoch die geschätzten Kosten sind, die können ja durchaus schon über der Beitragsbemessungsgrenze sein.

3
zero
Investor

@user_5e4962 Am steuerlichen Unterschied zwischen Ausschüttung und Thesaurierung ändert sich durch den FIRE-Exit ja erstmal nicht viel, und nach Berücksichtigung von Vorabpauschale etc. ist der ja auch halb so wild, so lang man nicht zu sehr auf high yield setzt.
Aber wenn man als gesetzlich Krankenversicherter aus dem SV-pflichtigen Beschäftigungsverhältnis raus geht, kann man ja bei allen steuerpflichtigen Transaktionen ganz grob nochmal das gleiche für die Versicherungen drauf legen.
Da ist der Nettoertrag aus dem Depot plötzlich viel geringer, als wo man sich vorher nur über die theoretische finanzielle Freiheit mit 50k Dividenden gefreut hat und die Optimierung der Geldflüsse wird erst so richtig spannend.

Ein Cash-Puffer für mehr als ein Jahr ist dann u.a. auch sehr hilfreich, um über die Steuerjahre hinweg optimieren zu können, was in der Praxis auch mehr Unterschied machen kann als die verpasste Rendite uninvestierter Reserven.

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zero
Investor

@user_5e4962 Bei der Optimierung über die Jahre meinte ich Szenarien wie z.B. dass ich normalerweise weit unter der Bemessungsgrenze liege, aber dann in einem Jahr mal zusätzlich für eine Renovierung o.ä. einen großen Betrag realisieren muss. Da kann es schon zu Relationen kommen, wo es sich lohnt, noch zusätzlich Cash raus zu holen, um im nächsten Jahr Abgaben zu sparen.
Der Unterschied zwischen minimalem und maximalem Jahresbeitrag ist bei meinem Satz immerhin ca. 11k. Das mit dem Gegenwert meiner jährlichen Ausgaben stattdessen als Rendite zu machen, wird schwer.

Das Argument “frühestens den Cash Puffer aufbauen im Steuerjahr nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses” versteh ich gerade nicht. Ich hab ja dann kein Einkommen außer der Entnahme und müsste über meine Verhältnisse entnehmen, um den Puffer aufzubauen, den ich komplett weg investiert hab, als ich noch Überschuss durchs feste Einkommen hatte? Oder wie meinst du das?

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user_5e4962
Plus
Beta

@fiftyfire Mit dem Ehegattensplitting hast du recht, das habe ich nicht berücksichtigt. Wobei du bei so langen Zeiträumen dich auch nicht unbedingt drauf verlassen kannst dass es für immer weiterbesteht. Auch können sich Lebensumstände ändern.

Ich hab spontan jetzt nur die Splitting Tabelle 2025 gefunden, 3% Steuern wären wenn ich es richtig sehe ca. 29,5k EUR p.a. zVe und was dir nach Krankenkasse übrigbleibt zum Leben. Das wäre auf dein Kapitalvermögen bezogen ca. 1.85%. Das wäre mir persönlich absolut und relativ zu wenig.

Zumal ich am Anfang auch immer noch mehr ausgeben würde weil es danach immer schwieriger wird. Ich hab direkt nach der Uni ein paar Gruppenreisen gemacht wo viele Rentner 65-80 dabei waren. Manche sind dann 5x im Jahr auf Teufel komm raus auf Fernreise (natürlich Eco) um das nachzuholen auf was sie vorher verzichtet haben. Besonders glücklich hab ich sie nicht empfunden, dafür mehr die Leute die dabei waren und schon vor der Rente viel gereist sind und es beibehalten haben.

Mein Punkt war dass du dein Portfolio graduell weg von Growth Richtung Dividenden shiftest. Dabei bringen dir Dividenden zwar ein schönes Gefühl dass was auf dem Konto ankommt, am Ende entscheidet aber ja immer die Gesamtrendite. Mein Punkt ist auch nicht dass du alles umschichten sollst, sondern mein Vorschlag wäre die Buchverluste die du hast zu nutzen um Buchgewinne in Einzelaktien zu saldieren und dann das ganze in einen breiten ETF zu investieren. Dann hast du Growth und Value und wenn du magst einen ausschüttenden ETF. Wenn ichs grob überschlage hast du gut 20 Aktien mit mehr als 10k investiert, wär mir zu viel Arbeit immer am Ball zu bleiben was die Entwicklungen sind, warum die Dividende vielleicht weniger oder mehr wird etc. Ich würde mir eine Grenze setzten wie 0.5% oder 1% des Gesamtportfolios sollte das Minimum Invest sein.

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Wurstsuppe
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Sieht gut aus, aber da du nach Vorschlägen gefragt hast:

Ich würde noch weiter aus dem US-Markt herausdiversifizieren.

Also den bereits vorhandenen VanEck weiter ausbauen, überlegen ob der L&G Global Quality Dividends UCITS ETF USD Dist (ISIN IE0005AJA0P1) mit seinem Quality-Faktor (und der monatlichen Ausschüttung) nicht noch eine weitere nette Alternative zum Value-Faktor-Ansatz des VanEck ist.

Und ich würde, auch wenn Sumit und Jonathan, den im letzten Video völlig sinnfrei mit einem FTSE-All-World verglichen haben, diesen hier WisdomTree Emerging Markets High Dividend UCITS ETF Dist - ISIN (IE00BQQ3Q067) für die Diversifikation in die Emerging Markets mit aufnehmen. Der ist bei justetf sowohl im Vergleich der 5 Jahresrendite, als auch der jährlichen Dividende immer in der Top 3 der Emerging Markets ETF (aller, nicht nur der mit Dividenden-Faktor). Aber ja, die EM laufen bisher/nachwievor schlechter als Industrieländer!

Das Growth liegt in den USA, aber stabile Value Werte und Dividendenzahler sind eher global verteilt und eher außerhalb der USA. Wäre ein Ansatz, wenn du perspektivisch nicht Growth verkaufen willst.

Ich würde Zukäufe von Aktien nicht mehr vornehmen und kommendes Geld in ETF only investieren, außer die vorhandenen Incomevehikel.

Ich würde noch einen Notgroschen in einen Geldmarkt-ETF halten (6-12 Monate + eine große Reparatur Support der Familie) und eventuell das ganze auch nochmal in Gold (Zukauf wenn es mal einen stärkeren Rücksetzer gibt)

Ne Wärmepumpe wäre vielleicht auch noch ein Addon fürs Häusle ;)

Alles Gute, aber nix Beratung

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FiftyFire
Autor
Beta

Hi @wurstsuppe , vielen Dank für den super konstruktiven Input!

Den im Januar 2026 aufgelegten L&G-Quality-ETF habe ich mir im Frühjahr tatsächlich schon genau angeschaut und mich zunächst dagegen entschieden – vielleicht sollte ich das irgendwann nochmal überprüfen. Wenn ich das noch richtig zusammenbringe, war die Ausschüttungsrendite mit < 2 % für meinen unmittelbaren Cashflow-Fokus etwas mager + er war vom Volumen und der Historie her noch recht frisch dimensioniert.

Beim WisdomTree EM und dem Ausbau außerhalb der USA finde ich die Grundidee, das US-Growth-Gewicht einfach laufen zu lassen und den neuen Cashflow stärker global zu ziehen, richtig gut – unterschreibe ich sofort! Einen Teil davon decke ich bereits über den Vanguard All-World High Dividend, den VanEck und ein paar Direktwerte ab, werde mir den WisdomTree aber mal näher ansehen. Auch dein Punkt, frisches Kapital primär über ETFs zu bündeln, behalte ich bei, auch wenn ich nach wie vor (ausgeglichen) auch auf Einzelwerte setze.

Ein kleiner Cash-Puffer (6–8 Monatsausgaben inkl. Reparatur-/Steuer-Puffer) wird im zweiten Halbjahr 2027 vor dem Exit aus den letzten Monats-Sparraten fest aufgebaut. Aktivitäten in Gold tracke ich hier in Parqet gar nicht, das ist als absoluter Notfall „ausgelagert“.

Haha, sehr guter Punkt mit der Wärmepumpe, allerdings sind wir hier mit investitions- u. wartungsarmer Fernwärme fein außen vor :)

Danke dir nochmal für die klasse Anregungen und ebenfalls alles Gute für deinen Weg! 👍

1
basti
Investor
Terminal
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Ja das mit Sumit und Jonathan hab ich auch nicht ganz nachvollziehen können..

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Tom S.
Plus

(es wurde schon alles gesagt, nur nicht von mir…)

Am Depot würde ich wenig ändern, lediglich AAPL würde ich auf ca. 6-10% einkürzen und in den A1T8FV schieben. AAPL ist halt auch von den Dividenden nicht so stark. Dann wäre auch die US-lastige Aufteilung etwas gemildert. ALV wäre mir persönlich zwar auch zu groß, aber hinsichtlich KE-Steuern würde ich sie halten.

Alles andere würde ich so lassen.

Für full-fire bei einer 4-köpfigen Familie ist das Depot allerdings eher knapp bemessen. Es sein denn, du planst “DWZ”. Plane lieber mal mit 70k n. St. (6000€ / Monat). Davon geht GKV mit ca. 1200€ noch weg; bleiben 4800€ zum Leben. Dafür wären etwa 100k Dividendenertrag brutto nötig. Oder Du verbrauchst eben Dein Vermögen. (Was auch keine Katastrophe wäre).

Zu überlegen wäre auch, die Erbschaftssteuerfreibeträge (400k alle zehn Jahre) zu nutzen und Vermögen auf die Kinder zu übertragen (falls nicht schon geschehen).

Die Idee mit dem cash-Puffer finde ich sehr gut. BTW: der Apple-Trade ist schon geil. Kurz mal fast 300.000€; würde sagen, alles richtig gemacht. Wobei die 73k Steuern schon auch weh tun…

Alles Gute auf Deinem Weg! Vielleicht meldest Du Dich ja noch mal wieder, wenn es was zu berichten gibt. Depots wie Deines sind selten zu sehen und daher immer wieder spannend. Beste Grüße! TomS

3
FiftyFire
Autor
Beta

Hi @thomas_0b9c23 , besten Dank für dein Feedback und die Blumen.

Exakt, die KESt. tut schon weh, wenn knapp 6-stellig nur für die Steuer draufgehen. Da passt das Kostolany-Zitat “hin und her macht Taschen leer” ziemlich gut. Daher stehen diese Werte bis auf Weiteres unter „Artenschutz“.

Noch mehr Substanz ans Finanzamt zu überweisen, tut einfach zu weh. Stattdessen verwässere ich das Gewicht lieber organisch, indem die monatlichen Sparraten in andere Werte fließen.

DWZ steht nicht im Fokus, Substanzverzehr wäre nur für den absoluten Notfall zu planen. Daneben stehen im Kalender noch ein paar Einmalzahlungen, die in einigen Jahren nachrücken wie eine Direktversicherung (noch in alten steuerbefreiten Zeiten unterschrieben). Die (wie auch noch später fällige Riester&RürupV rechne ich aber auch nicht ein.

Wenn ich das richtig verstanden habe, gilt der Schenkungsfreibetrag (400k €, alle 10 Jahre) pro Kind und als Ehepaar x2, schaue ich mir aber auch nochmal an.

Danke nochmal für Deinen Kommentar – das Jahres-Update ’27 kommt bestimmt!

Viele Grüße zurück! 👍

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Maik L
Plus
Beta

Ich bin zwar auch Dividendeninvestor, Ende 40 und bereite mich auch gerade darauf vor, wie ein Depot zum Ausstieg mit 60 aussehen kann. Daher mal meine paar Gedanken:

  • Da Du jawohl sehr gut verdient hast und Du auch bei aller Meckerei auf diese, auch eine ordentlich Rente bekommen wirst, wage ich mal als These, dass später Deine Dividenden und Einnahmen aus Rente eher deutlich über euren Bedürfnissen liegen werden.

Das ist zwar schön, aber eigentlich unnötig. Gleichzeitig sollen die Erträge bis zum offiziellen Rentenalter sicher sein.

Daher plane ich mein Investment in Dividenden irgendwann zu kappen und dann für die Zeit bis zur Rente, die Lücke zwischen Bedarf und Dividendenertrag in jährlich fällig werdende ibonds zu investieren.
Die sollten relativ sicher sein, zahlen Dir zu Ende Dezember jährlich automatisch einen Betrag aus mit dem Du + Dividende klar kommen musst.

ETF-Suche und ETF-Vergleiche | justETF

Ab Rentenalter dann Dividende + Rente.

3
Steffen
Plus

bei 1,6 Mio Depotwert würde ich mindestens 200.000€ in cash halten.

2
FiftyFire
Autor
Beta

@steffen_boettcher Hi, danke für Deinen Kommentar. Aus welchem Grund würdest du so viel vorhalten wollen?

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Temerian Drummer
Plus

Klasse Depot, wir können gerne tauschen! Danke für das Update.

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Jens L.
Investor

@fiftyfire Mich würde interessieren, ob auch sichere Renteneinkommen aus GRV oder Versicherungen zur Deckung der Lebenshaltungskosten im Ruhestand zur Verfügung stehen? Oder ob das Depot zur monatlichen Deckung der Gesamtausgaben plus Liquiditätsreserve (der Familie) eingesetzt wird. Dann würde ich (MDD: -61%) vor dem Ruhestand vom Vermögensaufbau zur Vermögensbewahrung übergehen und Risiko aus dem Gesamtportfolio herausnehmen. Oft reicht es, ein bis zwei Jahre vor dem Ausstieg alle Überschüsse aus Gehalt, Dividenden, Erbe oder Boni in eine zusätzliche Liquiditätsreserve in Cash umzuleiten. FIRE ist ganzheitlich zu betrachten, nicht nur nominell.

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Jens L.
Investor

@fiftyfire Ich leite im letzten Jahr vor meinem Ausstieg alle Überschüsse aus Gehalt, Dividenden und Boni steuerfrei in die Liquiditätsreserve um. Umschichtungen vermeide ich.

1
FiftyFire
Autor
Beta

Hi @jens_l ,

danke für Deinen Kommentar. Ja es gilt eine Zeit von ca. 15 Jahren bis zur Rente zu überbrücken. Nach 10 Jahren wird ein hoher Betrag aus einer DirektV (steuerfrei) fällig, anschließend Rente mit ein paar “Riester/Rürup-Anreicherungen”.

Absolut richtiger u. wichtiger Punkt in dieser Phase auf Vermögensbewahrung zu gehen. Aber, jedes Kappen oder Umschichten von Dividendenwerten in Anleihen-Produkte würde auf meinen alten Beständen sofort Steuern auslösen und mir den Zinseszins-Motor nehmen. Cash-Aufbau erfolgt parallel, aber mit Augenmaß.

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3,2,1,meins
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Ein wirklich beeindruckendes Depot. Glückwunsch dazu!

Die Entnahme von Teilgewinnen ist nach meinem Geschmack vollends gerechtfertigt und vernünftig gewesen. Du hättest bei der Größe des Depots ja die Möglichkeit mit Covered Calls weiteren Cashflow zu erwirtschaften (auch gehabt bei den Teilverkäufen)natürlich nur zu Kursen die eh verkauft worden wären. Mit weniger Stress gibt es dann den IShares World Equity High Income ( auch von Black Rock) durch die Teilfreistellung 30% beträgt die Steuer auf die Dividende von rund 10% nur 18,.. % breit gestreut und durch die Covered Calls so zahlungswillig, aber eben nach oben begrenzt. Je nach Familiensituation Schenkungen bereits ins Auge fassen ( aber was erzähle ich da nem Vermögensberater… 😀)

Viel Erfolg weiterhin

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Marius
Plus

Mir persönlich wäre es nach wie vor zu US-lastig (damit hast du u.a. ein signifikantes Währungsrisiko), aber das ist natürlich Ansichtssache. Auf der anderen Seite hängen aktuell 15% deines Dividendeneinkommens an der Dividende der Allianz. Deren letzte Dividendenkürzung ist zwar schon fast 20 Jahre her, aber ausschließen kann man so was halt auch nicht (Shell hat z.B. während Corona die Dividende nach über 70 Jahren ohne Kürzung mehr als halbiert). Damit will ich nicht sagen dass die Position zu groß ist, aber man sollte es bei der Kalkulation berücksichtigen.

Da die Allianz eh ein Jahreszahler ist würde ich die Dividende gar nicht als reguläres Einkommen betrachten sondern als Bonus den man für nicht zwingend notwendige Investitionen (Haus, Auto, …) bzw. Luxus verkonsumieren kann. Und dann unter der Prämisse die Einkommenssituation im Mai bzw. Q2 neu bewerten.

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user_5e4962
Plus
Beta

@marius Dann müsste das Portfolio aber nur aus Unternehmen bestehen die nur Umsätze und am besten auch Kosten im Euro Raum haben. Die “Deutsche” Telekom besteht eigentlich fast nur aus dem Wert von T-Mobile USA.

Die Allianz hat einen signifikanten Umsatzanteil ausserhalb des Eurowährungsraumes.

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Marius
Plus

@user_5e4962 Wo hab ich was davon gesagt dass man überhaupt kein Exposure zum Dollar haben soll? Für mich persönlich sind halt fast 70% USA-Anteil etwas zu hoch. Insbesondere mit dem aktuellen erratischem Regime dass in der Vergangenheit auch schon laut über Änderungen bei der Besteuerung ausländischer Investoren nachgedacht hat. Reicht ja schon wenn die Sonderregelung für registrierte Banken bei der Quellensteuer wegfällt und Dividenden werden erstmal mit 45% besteuert.

Und das Währungsrisiko hat nur teilweise was mit den Umsätzen zu tun. Was bei in USD bilanzierenden Unternehmen (das sind nicht nur US-Unternehmen) auch passieren kann ist dass die nominelle Dividende steigt, der Nettobetrag auf dem Euro-Konto durch einen (evtl. nur temporär) schlechten Wechselkurs aber sinkt. Zwar steigen bei einem schwachen Dollar auch die in USD bilanzierten Umsätze, das wirkt sich aber halt bestenfalls mit 1-2 Jahren Verzögerung auf die Dividende aus.

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user_5e4962
Plus
Beta

@marius Mein Punkt ist dass man immer ein gewisses Währungsrisiko hat je nachdem wo das operative Geschäft stattfindet und nicht nur auf die Währung der Notierung oder der Bilanzierung schauen sollte, wenn das einen stört. Das ist eben bei der Telekom die er sich ins Depot gelegt hat stark US und USD lastig und weniger “Deutsch”.

Am Ende behält FiftyFire ja die Wachstumstitel aus USA und nimmt dazu Dividenden Zahler auf. Die Wahrscheinlichkeit damit einen breiten Marktindex zu schlagen, der eh beides drin hat, ist gering und verursacht nur viel Mehraufwand was ich für die Rente zu komplex finde.

Bzgl. Dividende ist mein Verständnis dass immer der nicht rückholbare Teil der Quellensteuer auf die deutsche Steuer anrechenbar ist. Sollte also W-8BEN nicht mehr gelten zahlst du 30% statt die 26,35%.

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user_5e4962
Plus
Beta

Weil die Steuern eben in deine Szenario theoretisch rückholbar sind auch wenn man sie effektiv nicht bekommt oder nicht beantragt wie z.B. bei Frankreich wo die Kosten zu hoch sind. Im DBA selber steht kein % sondern die Steuern in USA werden angerechnet, die WHT ist dort derzeit 30%.

Beim Irländischen ETF hab ich im Zweifel hat einen grossen Asset Manager mit entsprechenden Anwälten und Lobby. Um eine geographische Diversifizierung der Dividendenquellen, falls das die Haupteinnahmequelle sein soll, kommt man nicht herum. In Schweden hab ich auch schonmal 18 Monate auf die Rückzahlung der WHT gewartet.

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zero
Investor

@user_5e4962 Das mit der Anrechenbarkeit funktioniert etwas anders. Ist normalerweise bei 15% gedeckelt und dafür zahlst du den Soli nur auf die deutsche Steuer. Mit W-8BEN kommt man also auf 25,55% und ohne müssten es theoretisch 40,55% sein.

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ASCending
Investor
Beta

@fiftyfire
Schöne Beispiele zu “Timing the market”.
wovon ja hier immer behauptet wird, dass es nicht möglich sei 😎👍🥇

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Eike
Investor
Terminal
+1

Danke fürs teilen!

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Buschhupe
Plus

Zu deiner persönlichen „FIRE“-Planung kann ich wenig sagen – das muss jeder selbst wissen. Fakt ist jedoch: Der AAPL-Verkauf hat dich unterm Strich 86k gekostet. Dein Kursgewinn hätte auf Jahressicht also gut mindestens 40 % höher ausfallen können.

Man darf nicht vergessen, dass die Performance im Wesentlichen von nur vier US-Titeln (AAPL, PLTR, NVDA, TSLA) getrieben wurde. Der Rest des Marktes lief kaum mit, wobei ALIZY die seltene Ausnahme bildet. Drei dieser Werte – inklusive AAPL – gehören beim EPS-Rating zur absoluten Spitzenklasse. Ein taktischer Verkauf für einen günstigeren Wiedereinstieg ist zwar legitim, das Timing am 05.05. war jedoch unglücklich: Die Aktie stand direkt vor einem Ausbruch, begünstigt durch die starken Quartalszahlen vom 30.04., die eine deutliche Steigerung zum Vorquartal zeigten.

Es zeigt sich wieder einmal, dass es meist rentabler ist, in bewährten Top-Aktien investiert zu bleiben, statt auf Eventualitäten zu setzen.

Viel Erfolg weiterhin!

1
Buschhupe
Plus

@fiftyfire Das Problem mit der Klumpenbildung kann ich absolut nachempfinden. Die Logik hinter deinem Verkauf erschließt sich mir jedoch nicht ganz. Warum hast du den Ausstieg nicht in mehreren Tranchen über Stop-Loss in den Markt gestellt? Ob der Abbau des Klumpenrisikos heute oder in drei Monaten erfolgt, macht operativ kaum einen Unterschied.

Mit CME, UNH, BTI, RIO, BLK und PEP hast du dir – trotz des vielleicht nicht immer perfekten Timings – starke Werte ins Depot geholt. BLK und CME sind Top-Picks!

Falls dein Fokus rein auf Ausschüttungen liegt, führt an den US-Dividendenaristokraten kaum ein Weg vorbei. Bei BDCs bin ich dagegen sehr vorsichtig: Die hohen Renditen locken zwar, die Dividendenstabilität ist mir dort aber zu gering.

Zur Info: Ich habe übrigens meine Allianz-Position im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen am 12.11. reduziert.

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FiftyFire
Autor
Beta

Hi @buschhupe , danke dir für deinen Blickwinkel und die Zahlen!

Richtig, der Verkauf hat weh getan, aber es war kein taktischer Verkauf, um billiger wieder einzusteigen. Es ging rein um Risikomanagement und Entklumpung: >40% des gesamten Vermögens in einer einzigen Tech-Aktie widerspricht einer soliden FIRE-Planung.

Das Geld lag nicht brach: Es ging direkt in Cashflow-Werte. Sie erzeugen seit dem ersten Tag verlässlich über 1.000 € planbaren Monats-Cashflow – genau das war das Ziel, Shift von Growth zu Cashflow.

Trotzdem hast du recht, gerade die besten Pferde im Stall sollte man nicht schlachten, ich bleibe daher auch weiterhin in Tech investiert und habe Apple ja nicht ganz verlassen, sondern halte weiterhin 1.000 Stück, Nvidia, Palantir, Alphabet und Amazon ebenfalls. Der Kursanstieg der Top-Performer hat mein Gesamtdepot aber trotzdem massiv nach oben gezogen, daher der Schritt.

Im Rückspiegel ist an der Börse jedes Allzeithoch ein verpasster Gewinn. Klar, ich hätte die 3 Monate sicher noch abwarten können, andererseits sind die Alternativ-Invests dann auch überwiegend mit angezogen.

Verlässliches Einkommen schlägt theoretische Maximalrendite und das ist keine Eventualität 🙂.

Dir ebenfalls weiterhin viel Erfolg! 👍

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