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Ein Portfolio, um Rentenlücken zu stopfen
Moin Moin! Ich bin 60 Jahre alt und habe erst vor zwei Jahren - nach einer heftigen Halse des Lebens - beginnen können, Geld anzulegen.
Mein mittelfristiges Ziel ist es, über einen Entnahmeplan in ein paar Jahren unsere eher unterdurchschnittliche Rente aufzubessern und dabei das Vermögen bis ca. 2050 aufzubrauchen. Ich muss also primär auf Sicherheit setzen.
Bei der Auswahl der einzelnen Posten habe ich mich von der Idee des Pantoffel-Portfolios der Stiftung Warentest leiten lassen und dort wiederum vom Finanztest-Produktfinder. Auch Volker Loomans Beiträge in der FAZ haben mich inspiriert.
Die Handvoll Aktien, die ich besitze, waren dagegen mehr oder weniger Impulskäufe. Da bin ich vom Pfad der Tugend (also dem der Stiftung Warentest) abgewichen.
Mein kurzfristiges Ziel ist es, das Portfolio wieder zu verschlanken. Mag mir jemand Empfehlungen geben, wo ich jetzt noch die Ecken ausfegen sollte, bevor ich für ein paar Jahre die Finger vom Depot lasse? Dafür im Voraus ❤️-lichen Dank!
Und nun ... Butter bei die Fische:
https://app.parqet.com/p/63981f322f03c90bf9aa0afa
Das Vermögen verteilt sich hälftig auf Immobilien und Geld (A). Das Geld wird zum größeren Teil investiert, zum kleineren Teil sicher gespart (B). Die Investitionen verteilen sich auf Aktien-, Anleihen- und Gold-ETF (C). Die Aktien-ETF konzentrieren sich zum größeren Teil auf Welt-Aktien, der kleinere Teil fließt in Schwellenländer-Aktien (D).
Moin!
Zu aller erst zeigt dein Portfolio, dass weniger manchmal mehr ist. Es ist ein schönes minimalistisches Portfolio (und das sage ich mit Bewunderung!). Ich selber habe über 80 Aktientitel und einige ETFs bei einer ähnlichen Größe. Ja, ich bin börsengeschädigt 😄 Aber zu deinem Portfolio erstmal Gratulation. 👍
Zu ETFs sage ich nichts, da es hier einige Experten gibt (und ich eine Expertin als Frau habe 😍).
Aber zu deinen Aktien kann und werde ich auch was sagen. Dazu hole ich vielleicht ein wenig aus. Ich selber bin seit ca. 20+ Jahren an der Börse aktiv. Über Inhaberschuldverschreibungen, Zertifikaten aller Art, Fonds, ETF, Aktien, ... you name it. Vor einigen Jahren bin ich dann wieder auf die Internetseite gestossen, die bei mir die "Zündung" verursacht hat: boerse.de
Und sie hatten mittlerweile einen kostenlosen Leitfaden (DIN A4 ca. 250 Seiten) rausgebracht, welchen ich bestellt und regelrecht verschlungen habe. Vieles was drin stand konnte ich aus eigener Erfahrung bestätigen, manches war mir neu, aber wirklich eine sehr gute Lektüre. Ich bestellte daraufhin weitere Exemplare für Freunde, Bekannte, Nachbarn und Kollegen.
Daher lauten meine Empfehlungen
Und ja im Leitfaden wird natürlich Werbung für die eigenen Fonds/Goldanlagen/Produkte gemacht, aber das erkennt man - wichtiger ist das drumherum bzw. diese Vermögensaufbau-Champions.
Ansonsten gratuliere ich dir zu deinem hart erarbeiteten Portfolio!
Wenn du fragen hast - gerne. Und weiterhin viel Erfolg 🙂
@johnny , solangsam wird es schon auch mal Zeit, dass du einen Einblick in dein Depot gibst ;) Bin schon ganz gespannt 😇
@johnny , Du gehörst zu der selten Foren-Spezies "Helfende Hand" ❤️. Wenn ich immer wieder Danke sage, dann ist das nicht einfach eine sich wiederholende Floskel, sondern es kommt jedes Mal vom ganzen Herzen.
Wie ich oben erwähnt habe, geht es mir darum, das Geld so anzulegen, dass es unsere Rentenlücken sicher füllt. Diese Lücken werden gegen Lebensende (ich gehe von einer jährlichen Inflation von 5% aus) immer größer. In der uns verbleibenden
RestlaufzeitLebenszeit müssen wir aus dem Vermögen über 800.000 EUR entnehmen.Nach den vielen Informationen und Ratschlägen, die ich in dieser Diskussion hier erhalten habe, werde ich im nächsten Jahr diese Schritte gehen:
Ich bin schwer beeindruckt, wie freundlich und konstruktiv die Diskutierenden hier miteinander umgehen. Dafür lege ich allen Beteiligten jetzt gerne ein virtuelles Weihnachtsplätzchen auf den Gabenteller. Frohes Fest Euch allen 🎄🎄🎄
@johnny Herzlichen Dank für Deine Antwort! Es tut gut zu lesen, dass ein erfahrener Börsianer meine bisherige Auswahl lobt. Die Unsicherheit, etwas falsch zu machen, schwingt bei mir immer mit. In meinem "früheren Leben" musste bzw. konnte ich mich nie damit beschäftigen, freies Geld sinnvoll anzulegen. Mir fehlt also viel Wissen in diesem Bereich.
Den Leitfaden, den Du empfiehlst, bestelle ich gleich. Ich bin sicher, die nächste längere Zugfahrt wird dadurch im doppelten Sinne gewinnbringend.
Dass Du Sartorius an dieser Stelle empfiehlst, lässt mich schmunzeln. Dazu ein Rückblick:
Ich hatte mir geschworen, nie auf Einzelaktien zu setzen, weil ich nicht die Kompetenzen habe, fundierte Entscheidungen zu treffen. Irgendwann habe ich mal aufgeschnappt, dass Sartorius eine sichere Bank sei - und schwupps hatten sie mich. Die Entwicklung der letzten Wochen hatte eigentlich in mir den Entschluss reifen lassen, beim nächsten Verschlankungsschritt die Aktie wieder loszuwerden. Bevor ich hier vorschnell das Kind mit dem Bade ausschütte, warte ich jetzt erstmal auf den Leitfaden. (Nur am Rande: Meyer Burger wird vermutlich nicht als Champion gehandelt, aber für diese Firma bzw. deren Produkte schlägt mein Herz. Diese Aktie soll meinen Kehraus überstehen.)
Noch ein Wort zu meinem Ideal eines schlanken Portfolios. Diesen Wunsch hatte ich schon länger, aber er wurde kürzlich wieder durch einen FAZ-Artikel ("Der Masterplan für die Rente" vom 12.11.2022, hinter Pay Wall) befeuert. Der Autor zitiert einen Prof. Martin Weber von der Uni Mannheim. Mit nur zwei Anlageformen - 60% Aktien (z.B. MSCI All Country World Index) & 40% Anleihen (z.B. Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index) - kommt er zu diesem Ergebnis:
Du siehst, Deine Antwort hat mich sehr motiviert. Dafür nochmal ein Extra-Dankeschön.
@frape ich werde rot 🤗 danke 😀
Es freut mich, dass du deine Entscheidung getroffen hast. So soll es im Idealfall sein, wir geben unsere Erfahrungen und Meinungen wieder, der Fragende überlegt was ihm gefällt und zu ihm passt. Fertig.
Es ist auch schwer wirklich gut zu empfehlen, da nur der Fragende seine Situation (also Risikofreudigkeit, Schulden, Ausgaben, Einnahmequellen, Wünsche etc.) umfassend kennt. Wir kennen meist nur einen Teil, wenn überhaupt.
Einen letzten Ratschlag noch: Gehe behutsam mit dem Umbau vor. Du musst nicht alles in zwei Wochen gemacht haben. Lieber langsam Stück für Stück anpassen. Eile mit Weile 😉
Danke für dein Lob an uns alle.
@frape danke für deine Antwort :-)
Zu Sartorius: Da habe ich bereits bei hohen Kursen gekauft, aber ich lebe getreu dem Motto "Haltedauer schlägt Zeitpunkt des Kaufes". Das funktioniert bei einigen Aktien sehr gut, bei anderen weniger gut (z.B. Intel, aber die behalte ich weitere x Jahre). Eine nVidia war extrem kräftig im Plus, dann war sie nur noch kräftig im Plus, jetzt geht es wieder stark hoch.
Das gehört zur Börse dazu und macht den Reiz aus.
Wichtig ist, dass man auf Qualitätsaktien setzt. Was viele "falsch" machen (in meinen Augen) ist, dass sie auf bewährtes/bekanntes setzen (was erstmal nicht falsch ist). Hier im Forum sind einige die ihrem Lieblingsfussballverein nachgehen, alles gut erstmal, aber da sind Emotionen drin und da schaltet der Verstand aus; ergo keine gute Wahl. Andere setzen auf bekannte Marken gerade was Autos angeht. Mag ja ganz nett sein aber funktioniert nur begrenzt. Andere wiederum auf Firmen wie BASF, "kenne ich, kaufe ich". Das mag alles ganz ok sein, aber man muss den Blick über den Tellerrand wagen. Und wenn man etwas nicht kennt, dann sollte man sich damit beschäftigen.
Wenn mir einer sagt "Diageo" - ich kannte diese Firma bis vor vier Jahren nicht. Was machen die? Wow der Kursverlauf sieht toll aus, aber was machen die? Aha Alkohol und Co. - sehr groß, bei einigen auch sehr bekannt. Hm, nee, ich nehme dann lieber Heineken 😀
Meine Eltern haben Aktien früher auch nicht angerührt - wozu auch, meine Mutter hat Inhaberschuldverschreibungen mit 8% (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) p.a. und NULL Risiko gekauft. Das gibt es seit 30 Jahren nicht mehr, die heutige Generation kann dafür nur träumen.
Aktien JA, aber bitte gute Qualitätsaktien.
Zum Leitfaden
Lese ihn dir in Ruhe durch, bilde dir deine Meinung dazu. Nur weil da steht, dass der DAX in x Jahren bei 100.000 stehen wird, musst du nicht gleich in den DAX investieren (auch wenn er das tun wird). 😄
Eventuell findest du einige Aktien, die dich interessieren z.B. eine United Healthgroup, das ist der amerikanische Gesundheitskoloss. Wenn du eine Aktie findest, die dich interessiert, dann kommt erst die Arbeit: Lesen, lesen, lesen, recherchieren etc. Da hilft z.B. eine Wikipedia (weil diese Unternehmen meist so groß und bekannt sind, dass sie bei Wikipedia drin stehen) oder auch eine Handelsblatt oder andere deutschsprachige Medien. Ja, auch YouTube, aber dort mit Vorsicht. Und wichtig: Viele Quellen vergleichen. Dann hast du ein erstes (vielleicht gutes) Gefühl.
Und schau dir immer den Kursverlauf der letzten 10-15 Jahre an.
Bei mir schlägt der Ansatz der Diversifikation voll durch, gerade bei den Aktien. Ja, ich weiß Apple, Sherwin Williams, MSCI, Blackrock, Sartorius, CSX, LVMH, Novo Nordisk und wie sie alle heißen sind tolle Unternehmen, aber KEINES davon hat mehr als 5% Aktiendepotanteil bei mir - außer Microsoft mit 5,4% (daran arbeite ich).
Auch wichtig: Branchendiversifikation - also z.B. nicht alles in Tech oder Finanzen. Das Thema Länderdiversifikation habe ich aufgegeben, weil für mich nicht (in meinen Augen) vernünftig machbar, ich sitze mit 80% in den USA. Wenn ich mir meine Fonds anschaue, sitzen die auch alle zum Großteil in den USA, außer die drei kleineren ETFs in China, DAX und Russland 🐵
Aber wie auch immer, es freut mich dich zu motivieren. Und bitte nicht gleich dein Depot auf links drehen, sondern langsam und vorsichtig daran was ändern (falls du was ändern willst). Es ist dein hart erarbeitetes Geld! Und nur weil ein komischer Typ in einem Forum dir was sagt, sollst du nicht unbedingt auf ihn hören. Bilde dir DEINE Meinung. Was die in den Kram passt gut, was nicht eben nicht 🙂 Wir beraten hier alle gerne, aber wir können nicht in deinen Kopf schauen.
Wenn du Fragen hast - sehr gerne. 😀