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Depot Feedback
Hi zusammen,
Ich bin Michael, 36 Jahre alt, als Wirtschaftsingenieur in der Automobilbranche unterwegs und würde mich über Feedback zu meinem aktuellen Portfolio freuen.
Ein paar Infos dazu:
- Bis vor ca. 1,5 Jahren hat (mit eher geringem Anteil vom Lohn) mein Vater für mich investiert, hauptsächlich in den MSCI world, Arero (uns gefällt der wissenschaftliche Ansatz und die Streuung) und einige wenige Einzelaktien (Munich Re lief gut, deutsche Bank und Metro sind bereits verkauft). Bei den Mercedes Aktien konnte ich vom Mitarbeiter-Vorteil profitieren. Parallel hatte ich viel in die Altersvorsorge (bAV, Riester, Renten-ETF) gesteckt, das aber jetzt deutlich reduziert und Freude/Interesse (+ vor allem Sinnhaftigkeit) am Investieren gefunden.
- Meinen ganz konkreten Weg habe ich glaube ich noch nicht gefunden, sondern eiere etwas rum. Sparrate liegt bei ca. 2000€/Monat. Davon geht der große Teil in ETFs. Zurzeit freunde ich mich jedoch mit dem Gedanken der Dividendenzahlungen an und denke an eine finanzielle Freiheit einige Jahre vor dem Renteneintritt. Via ETFs oder Einzelaktien? Oder beides? Oder schon zu alt und wenig Zeit?
zum Portfolio: https://app.parqet.com/p/61c07fa700b3055a4b4381be
- Großteil (ca. 75%) breit gestreut, mit (Ziel) 15% EM + 10% EU. Der Arero läuft da so mit, die Idee wäre den später (vor Eintritt in die Rente) stärker zu nutzen bzgl. geringerer Vola. Dumme Idee?
- Ein paar Sektorwetten auf IT (Nach corona), Batterie und REIT - unnötiges Risiko oder weiterlaufen lassen?
- Seit kurzem einige Einzelaktien überwiegend im Sparplan (neben den oben genannten) - eher gedacht als: wer macht das große Ding in den nächsten Jahren? Oder: welche Aktie ist ordentlich gefallen … also Zocken … (Dazu passt dann P&G wieder nicht ganz, ich weiß)
- Mercedes und Munich Re - zu große Einzelpositionen oder laufen lassen und Dividende einkassieren?
- Zu den Kryptos: die laufen in einem kleinen sparplan pro Monat weiter, da bin ich zur absoluten Hype Phase eingestiegen, selbst schuld… aber das lasse ich einfach liegen und warte ab
- Portfolio generell zu wirr und aufräumen angesagt?
Eure Gedanken und Meinungen würden mich interessieren!
Viele Grüße und einen guten Start ins neue Jahr
Michael
Moin, da ich unumwunden zugebe, dass Johnny mehr Ahnung von Einzelaktien hat als ich, beschränke ich mich auf ein paar Worte zum Arero - so bekommst Du hier bausteinmäßig die Meinungen
Ich bin grundsätzlich vom Arero überzeugt, er ist bewusst meine größte Position. Ich meinem Fall zwar der nachhaltige, aber das Prinzip ist das gleiche. Man sollte sich meiner Meinung nach der Schwächen des Produkts bewusst sein:
Dem gegenüber steht auf der Haben-Seite,
Letzeres ist die mehr oder weniger elegante Überleitung zu meinem Hauptpunkt. Es schadet nicht, in der Phase des Vermögensaufbaus auch die Entsparphase im Hinterkopf zu haben. Die reinen Aktienindizes sind dieses Jahr größtenteils abgeschmiert. Wer also in einer solchen Marktphase entspart, muss unverhältnismäßig viele Anteile verkaufen und zerstört sich damit mehrjährige Renditen. Dem gegenüber steht Arero seit dem Kriegsbeginn im Februar mit einem max. Drawdown von "nur" etwa 10 % da. Heißt, wer sowohl auf Arero als auch auf reine Aktien-ETF setzt kann sich aussuchen, in welcher Marktphase er welches Produkt entspart. Alleine deswegen aus meiner Sicht ein sehr sinnvoller Portfoliobaustein.
Keine Ahnung, ob das hilfreich für Dich ist 😀 Aber ich bin es los und mein Kopf explodiert nicht.
Beste Grüße
@daslama glaube bitte nicht, dass ich der "Aktiengott" bin 🤣 - ich bin nur der Trottel der mit dem Kram jahrelange Erfahrungen (sowohl positive wie auch negative) gemacht hat, Kurse kann ich nicht vorsehen und wie der DAX oder DOW Jones in 3 Monaten steht weiß ich auch nicht 😋 Ich kann nur meine persönliche Erfahrungen und Einschätzungen teilen in der Hoffnung, dass ich den Leuten weiterhelfen kann - wie alle anderen hier auch.
@michael_schmidt Wer weiß... wenn der Lebensplan aufgeht, kann/möchte ich in ziemlich genau 20 Jahren mit dem Entsparen beginnen. Es ergibt sich natürlich eine riesige Unsicherheit hinsichtlich der gesetzlichen Rente (ich wünschte, irgendein Politiker irgendeiner Partei wäre hier ehrlicher).
Ich bin ich der luxoriösen Situation, bei einer Arbeitgeberin mit einer arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge beschäftigt zu sein. Zusätzlich wandle ich trotz der desaströsen Rendite noch Entgelt in die bAV um, um das Langlebigkeitsrisiko abzudecken. Ich könnte insofern bei der Geldanlage mehr Risiko gehen, es entspricht aber nicht meinem Charakter.
D.h. ich bespare den Arero auch jetzt schon, obwohl die "Rente" noch 20 bis 30 Jahre hin ist. Allerdings eben nicht als einziges Produkt, sondern zusätzlich zu einem reinen Aktien-ETF, Einzelaktien und Anleihen.
Das kann man auch anders machen und lange Zeit ausschließlich auf Aktien setzen und erst kurz vor Rentenbeginn Anleihen hinzunehmen oder aktiv umschichten - ist vielleicht eine Typfrage. Mir kommt der Gedanke schräg vor, erst alles auf Aktien zu setzen, um dann bis +/- 60 mit dem Umschichten (also ja Verkaufen) anzufangen. Da plane ich so einen Baustein lieber von Anfang an mit ein.
Beste Grüße
@daslama Servus, vielen Dank fuer deine Antwort und hilfreichen Hinweise bzgl. des ARERO. Darf ich fragen, wie lange du noch Ansparen willst/musst/kannst bevor 'Entspart' wird? Die Frage, die sich mir stellt: Sollte ich das erst ca. 10-15 Jahre vor Renteneintritt in Betracht ziehen (wie angemerkt: in der Regel 40% Bremse an Bord, wenn die Kurse stark steigen)?
Viele Gruesse, Michael